Tiger Balm

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Weißer und roter Tiger Balm

Tiger Balm (chinesisch 虎標萬金油 / 虎标万金油, Pinyin Hǔbiao Wànjīnyóu ‚Tiger-Balsam‘) ist der Markenname einer Salbe zum Einreiben bei Erkältungskrankheiten, Insektenstichen oder auch Schmerzen an Muskeln und Gelenken.

Sie wurde in den 1870er Jahren von dem Drogisten Aw Chu Kin (胡子欽 / 胡子钦, Hú Zǐqīn) in Rangun entwickelt und nach dem Tod des Erfinders vom Pharmaunternehmen Haw Par Healthcare mit Sitz in Singapur industriell hergestellt, das von seinen Söhnen Aw Boon Haw (胡文虎, Hú Wénhǔ) und Aw Boon Par (胡文豹, Hú Wénbào) gegründet wurde und dessen bekanntestes Produkt Tiger Balm ist. Keines der Produkte enthält Inhaltsstoffe, die von Tigern stammen. „Tiger“ (chin. 虎, ) ist die Bedeutung des zweiten Zeichens (Haw, 虎, ) des Vornamens Boon Haw des Sohnes Aw Boon Haw. Vertrieben wird Tiger Balm in Deutschland über die Firma Queisser Pharma (Doppelherz) und in der Schweiz über die Firma Doetsch Grether AG.

Die weißliche Salbe enthält Menthol, Kampfer, Cajeputöl, andere ätherische Öle sowie Vaseline. Daneben ist eine rotfarbige Version erhältlich, die zusätzlich ein Reaktionsprodukt aus chinesischem Zimtöl enthält. Die weiße Variante wirkt kühlend und eignet sich so z. B. zur Schmerzlinderung nach Mückenstichen und bei Atemwegsinfekten wie HNO (Hals, Nasen, Ohren) und Tiger Balm kann lindernd auf Kopfschmerzen wirken. Der Nachweis dafür wurde zwar signifikant (p < 0.05) nachgewiesen, allerdings nur im Vergleich mit einem Placebo. Im Vergleich mit Medikamenten war der Unterschied nicht signifikant.[1] Die rote Salbe wirkt wärmend und eignet sich damit z. B. zur Verwendung bei Verspannungen. Für die Anwendung mentholhaltiger Salben gegen Nagelpilz gibt es bisher keinen ausreichenden Wirkungsnachweis.

Kontraindikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Salbe ist nur zur äußerlichen Anwendung gedacht und jeder Kontakt mit Augen und sehr großen offenen Wunden ist zu vermeiden. Bei einer Studie hatten ca. 0.5%-1.5% der Probanden kleine Hautentzündungen/ Allergien verursacht. Von Kindern untern sieben Jahre fernhalten. Schwangere und stillende Mütter sollten den Arzt / Apotheker vorab fragen ob eine Anwendung zugelassen werden kann.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schattner P. / Randerson D.: Tiger Balm as a treatment of tension headache. A clinical trial in general practice. Aust Fam Physician. 1996 Feb; 25(2): 216, 218, 220 passim. PMID 8839380
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