Todtnauer Wasserfall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Todtnauer Wasserfälle
Todtnauer Wasserfall

Der Todtnauer Wasserfall, auch Todtnauberger Wasserfall oder Hangloch-Wasserfall genannt, befindet sich zwischen Todtnauberg und Aftersteg, zwei Ortschaften, die zu Todtnau gehören. An diesem Wasserfall stürzt das Wasser über vier Stufen teils frei, teils gleitend insgesamt 97 Meter in die Tiefe. Der Hangloch-Wasserfall gehört damit zu Deutschlands höchsten Wasserfällen.[1] Die höchste Stufe misst 60 Meter und ist damit die bei weitem höchste Einzelstufe der deutschen Mittelgebirge.

Der Wasserfall wird vom Stübenbach („Stiebender Bach“) gespeist, der im Gebiet des Stübenwasen im Feldberggebiet entspringt und zwei weitere Bäche aufnimmt. Der gesamte Wasserfall ist weitgehend naturbelassen und steht seit dem 13. Juli 1987 als flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz.[2] Der Wasserfall ist in den letzten Eiszeiten durch Gletscher-Erosion an einer geologischen Störungslinie entstanden. Ursprünglich floss das Eis aus dem Todtnauberger Hochtal in den Gletscher des Schönenbachtales, der seinerseits den Gletscher des Wiesentales verstärkte. Der Gletscher des Stübenbachs hatte nicht die Kraft, das Tal so tief einzuschneiden wie der mehrere hundert Meter mächtige Gletscher des Schönenbachtales. So entstand das heutige Hängetal mit über 100 Meter hoher Mündungsstufe. Sie besteht aus widerstandsfähigem Metatexitgestein, in das der Stübenbach seither nur kleine Kerben und Fallstufen hat einschneiden können.[3]

Die Todtnauer Wasserfälle werden pro Jahr von über 500.000 Besuchern besichtigt. Der Wasserfall ist von Parkplätzen der Orte Todtnauberg und Aftersteg aus erreichbar. Der Weg von Aftersteg zum Fußpunkt des Wasserfalls wurde barrierefrei[1] angelegt, unterstützt vom Naturpark Südschwarzwald.

Auf diesem Weg kommt man an einem weiteren Naturdenkmal vorbei, einer ca. 300 Jahre alten Rotbuche (frühere Weidbuche).[4] In einer Entfernung von 300 Metern östlich der oberen Fallstufe befindet sich der Monolith Schatzstein. In diesen Stein sind noch nicht klar gedeutete Zeichen eingehauen. Bekannt ist lediglich, dass es Markscheider-Zeichen über die Lage der Gruben im Bereich oberhalb des Wasserfalls sind. Auf einem Weg von Aftersteg zu den Wasserfällen befindet sich auf halber Strecke eine Mariengrotte.[5]

In dem Gebiet wurde bis ins 18. Jahrhundert Silbererz abgebaut, es ist deshalb von Stollen durchzogen.[6] Auf einen dieser Stollen, das Hangloch, bezieht sich der zweite Name dieses Wasserfalles.

Auch wenn die Triberger Wasserfälle und der Todtnauer Wasserfall oft als die höchsten Wasserfälle oder Naturwasserfälle Deutschlands bezeichnet werden, werden sie doch beide von dem weniger bekannten und schwer zugänglichen Röthbachfall am oberbayerischen Königssee übertroffen, der eine Gesamthöhe von 470 Metern Höhe aufweist.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Todtnauer Wasserfall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Freiburg Schwarzwald.de Todtnauer Wasserfall
  2. Schutzgebiets-Steckbrief der LUBW, Wasserfall
  3. Geographisch-kartographisches Institut Meyer: Südschwarzwald (Meyers Naturführer). Meyers Lexikonverlag, Mannheim 1989 (S. 82), ISBN 3-411-02775-4
  4. Schutzgebiets-Steckbrief der LUBW, Buche (Weidbuche)
  5. Freiburg Schwarzwald.de Mariengrotte
  6. Wasserfallsteig

47.8434827.939199Koordinaten: 47° 50′ 37″ N, 7° 56′ 21″ O