Tommi Stumpff

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Tommi Stumpff im Haus der Jugend in Hettstedt, April 2015

Tommi Stumpff, eigentlich Thomas Peters,[1] (* 1. Februar 1958 in Düsseldorf) ist ein deutscher Musiker. Er entwickelte sich über die 1980er Jahre hinweg zu einem bedeutsamen Künstler im Elektronik-Umfeld.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tommi Stumpff, 2015

Bereits im Kindesalter mit seiner Familie nach Paris und Brüssel verzogen, kam Stumpff in seiner Jugendzeit zurück an seinen Geburtsort Düsseldorf und wurde in den späten 1970er Jahren Kopf der Düsseldorfer Punkband KFC. Ab 1982 fuhr er als Solist fort und veröffentlichte sein Debüt-Album „Zu spät, ihr Scheisser“, das – infolge der in Insolvenz gegangenen Plattenfirma Schallmauer – nur in einer Stückzahl von etwa 3000 Einheiten gepresst wurde.

1983 erschien die Single „Contergan Punk“ auf dem eigens dafür gegründeten Label „Giftplatten“. Die mit Conny Plank produzierte Single führte den Electropunk-Sound des Debüts konsequent weiter, fiel allerdings bedeutend härter aus und wies aufgrund ihrer Aggressivität typische EBM-Strukturen auf. Die Härte von „Contergan Punk“ konnte allerdings erst Ende der 1980er Jahre erneut erreicht werden. Vor allem das 1989 veröffentlichte Album „Ultra“ gilt auch heute noch als ein herausragendes Werk.

1993 beendete er seine Musiker-Karriere, er arbeitet heute in der IT-Branche.

2007 begann Tommi Stumpff wieder zu proben. Am 1. Februar 2008 fand in Düsseldorf ein KFC-Konzert im Rahmen einer Geburtstagsparty von Tommi Stumpff statt.

2015 gründete er die Band Stumpff, die aus ihm und den Musikern Rüdiger Schuster und Vanvalia bestand. Seitdem traten Stumpff mehrfach live auf, unter anderem auf dem Leipziger Wave-Gotik-Treffen. In einem Interview mit dem Magazin NEGAtief von 2019 kündigte Tommi Stumpff eine Stumpff-EP mit dem Titel Alles Idioten an und erzählte, dass die Band mit dem Gitarristen Sam H. Hunt ein neues Mitglied habe.[2][3] Unter dem Namen Stumpff wurden von 2016 bis 2019 auch die Alben Zu Spät Ihr Scheißer. Hier Ist: Tommi Stumpff , Terror II und Ultra vom Plattenlabel Danse Macabre und der Kirsten Vuillot Promotion auf CD und Vinyl wiederveröffentlicht.[4]

Künstlerische Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schriftstellerin Silvia Szymanski lässt Stumpff unter dem Namen „Tim“ in ihrem ersten Roman Chemische Reinigung (1998) auftreten.[5]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

  • Zu Spät Ihr Scheißer. Hier ist: Tommi Stumpff (Schallmauer-Records, September 1982)
  • Terror II (No Dance, August 1988)
  • Ultra (No Dance, 10. November 1989)
  • Mich Kriegt Ihr Nicht (Backup 1982–1985) (Compilation) (Mental Decay Records, 3. Mai 1991)
  • Trivial Schock (EMI Electrola, Februar 1992)
  • Paradies (Electrola|EMI Electrola, 1992)
  • Alle Sind Tot! (Electrola|EMI Electrola, August 1993)

Livealben

  • Festival Of Darkness (live in Hannover 1991) (Download-Album, Grenzwellen-Onlineshop, Juni 2002)

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Silvia – Silvia (Album, LP – Texte, Musik und Produktion) (Schallmauer-Records, 1982)
  • The Digital Classics (mit Sebastian Kent) – The Digital Classics (Kassette) (No Time Music, 1987)
  • Dietmar Wischmeyer / Tommi Stumpff – Brettermeier Die Pottsau – Arschkrampen-Tekkno (Maxi-Single, CD / 12") (Frühstyxradio, 1. Juli 1992)
  • Die Technodosen (mit Luc Van Leuven) – Bommerlunder (Maxi-Single, CD / 12") (Polydor, 1993)

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unter dem Künstlernamen Pierre Thomas veröffentlichte Tommi Stumpff mit Sebastian Kent 1987 eine Kassette mit dem Titel The Digital Classics. Diese enthält die beiden Lieder Beat Hoven und Elise On The Beach und erschien beim Düsseldorfer Musiklabel No Time Music des Fotografen Richard Gleim.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tommi Stumpff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tommi Stumpff bei Discogs
  2. „Alles Idioten“: Tommi Stumpff zurück mit neuer EP / Releasekonzert im Dezember. In: Sonic Seducer Online. 9. November 2016, abgerufen am 9. September 2018.
  3. Stumpff ist die Zukunft. In: NEGAtief. 26. April 2019, abgerufen am 5. Januar 2021.
  4. Stumpff bei discogs
  5. Silvia Szymanski: Chemische Reinigung. Reclam, Leipzig 1998, ISBN 3-379-01629-2, S. 73–74.