Frühstyxradio

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Oliver Kalkofe als „Onkel Hotte“

Das Frühstyxradio oder „Der größte Kulturmagazin der Welt“, wie es sich selbst nennt, ist eine Comedy-Sendung, die bei Radio ffn und Fritz (rbb) ausgestrahlt wurde. Seinen Ursprung hat die Sendung bei radio ffn, dort verfolgten mehr als 550.00 Hörer jeden Sonntag in der zeit von 9:00 - 12:00 Uhr das Programm. Das FRÜHSTYXRADIO ist damit das erfolgreichste Comedy-Special im deutschen Rundfunk.

Die Sendung wurde zunächst von August 1988 bis zum 31. März 1996 bei radio ffn und als Wiederholung von 1994 - 2000 bei Fritz (rbb) ausgestrahlt. Von 1997 bis 1998 gab es bei radio ffn sonntags Best-of-Sendungen. Seit 2004 produziert das Frühstyxradio zu besonderen Anlässen Extrashows, die bei Radio ffn und radio eins (rbb) ausgestrahlt werden.

Die wichtigsten Mitglieder sind und waren Dietmar Wischmeyer, Oliver Kalkofe, Oliver Welke, Sabine Bulthaup, Andreas Liebold und Klaus-Dieter Richter. Auch „Siggi und Raner“ veröffentlichten ihre CDs unter dem Label des Frühstyxradios. Zu den weiteren Mitwirkenden gehörten u.a. Martin Jürgensmann, Jochen Krause, Rainer Jankowski, Karl Schindler, Thomas Springer, Ecki Stieg und Fritz Tietz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietmar Wischmeyer
Logo Der Kleine Tierfreund

Die Sendung das Frühstyxradio wurde von der Comedy-Redaktion des Senders radio ffn entwickelt. Ab März 1988 lief im Programm von ffn die Serie Der kleine Tierfreund (Dietmar Wischmeyer). Aufgrund des großen Erfolges beauftragten die Programmverantwortlichen die Moderatoren Dietmar Wischmeyer und K.D. Richter mit der Entwicklung eines Comedy-Konzeptes und dem Aufbau einer Comedy-Redaktion. Sabine Bulthaup und Andreas Liebold verstärkten das Team. Als erste gemeinsame Arbeit entstand die Serie DieVierma, eine überdrehte Darstellung des Soziotops Büro. Neben weiteren Beiträgen für das Tagesprogramm war eine dreistündige Comedy-Sendung am Sonntagmorgen (9.00 - 12.00 Uhr) der zentrale Bestandteil des gemeinsam entwickelten Comedy-Konzeptes. Diese Sendung bekam den Namen Frühstyxradio und wurde erstmals am 31. Juli 1988 (Thema: Live von der Interwitz) ausgestrahlt.

Mit dem Programm DieVierma gingen die Autoren 1990 erstmals gemeinsam auf Tournee. Sämtliche Veranstaltungen waren ausverkauft. Auch die zur gleichen Zeit erschienene CD ist längst vergriffen.

1990 stieß Oliver Kalkofe als Praktikant zur Sendung und entwickelte u.a. die Serien ffnterprise, Onkel Hotte und 'Kalkofes Mattscheibe.

Im Mai 1992 wurde die Sendung vorübergehend vom Programmdirektor Peter Bartsch abgesetzt, da der vorgebliche Fäkalhumor nicht ins Formatradio-Programmschema passte. Nach Demonstrationen der Hörer vor dem Sender und einem großen Medienecho (u.a. Der Spiegel, Stern, Premiere, Sat.1) wurde die Sendung aber im Herbst wieder ins Programm von ffn aufgenommen. Im selben Jahr wurde das Frühstyxradio-Label gegründet, auf dem seither ca. 80 CDs und DVDs erschienen sind. Im Sommer 1993 verließ K. D. (Asso) Richter die Redaktion. Oliver Welke, der schon seit 1990 als Co-Autor sporadisch in Erscheinung trat, verstärkte das Frühstyxradio-Team als Autor und Sprecher.

1993 absolvierte das Frühstyxradio-Team über 50 Veranstaltungen, u.a. im Rahmenprogramm der Adolf-Grimme-Preis Verleihung. 1994 wurde anlässlich der Landtagswahl in Niedersachsen eine eigene Partei namens FSR – Freiheit, Schönheit, Reichtum für alle und umsonst gegründet. Premiere zeigte ab 1994 die TV-Version von Kalkofes Mattscheibe unverschlüsselt in seinem Programm.

1996 verschwand das Frühstyxradio erstmals dauerhaft aus dem Programm von ffn. Die letzte Sendung "Die Dröhnung" erschien auch auf CD. 1997 und 1998 sendete radio ffn nochmals 50 Folgen Frühstyxradio mit Wiederholungen alter Beiträge. Von 1994 bis 2000 strahlte der rbb-Sender Fritz das Frühstyxradio aus.

Am 1. April 1997 wurde auf dem zukünftigen Gelände der EXPO 2000 in Hannover, drei Jahre vor dem geplanten Termin, mit der offiziellen Einweihung des Frühstyxradio-Pavillons durch Günther, den Treckerfahrer, die Weltausstellung bei strahlendem Sonnenschein eröffnet. Im selben Jahr hatte der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder einen Gastauftritt auf der CD Wir sind die Niedersachsen. Im selben Jahr wurde die CD Schröder aufgenommen, auf der er in einigen Tracks selber mitspielte und sogar den Kleinen Tierfreund imitierte.

Im Jahr 2004 wurden wieder Specials zu den Themen 29. Februar, Muttertag, Fußball-Europameisterschaft und zum 14. Jahrestag der Deutschen Einheit bei radio ffn gesendet. Zum Jahresende folgten im November das Special „1500 Jahre Frühstyxradio“ und an Heiligabend die Traditionsreihe „Frieda & Anneliese warten auf das Christkind“. Weitere Sendungen und Specials folgten in unregelmäßigen Abständen.

Am Vatertag 2005 traten Wischmeyer, Bulthaup, Liebold und Asso Richter mit Verstärkung von Hans-Werner Olm und einer Band live und als Freiluftveranstaltung in Hannover mit einem knapp vierstündigen Programm vor etwa 2.000 Zuschauern auf. Das Frühstyxradio ist außerdem dafür bekannt, Sondersendungen für die „Stunde, die es nicht gibt“ zu produzieren. Die besagte Sendung findet im Oktober in der Stunde der Winterzeitumstellung zwischen „2 und 2 Uhr“ statt. Diese Tradition wurde im Jahr 2005 bei einer Veranstaltung im Presswerk der Volkswagen Nutzfahrzeuge AG in Hannover wieder neu aufgenommen und live bei radio ffn übertragen. Bei der Veranstaltung erhielten die Zuhörer zur Begrüßung die beliebte VW-Currywurst. 2006 wurde die „Stunde, die es nicht gibt“ im ffn-Funkhaus mit einer Lesung vom Kleinen Tierfreund zelebriert. Sie ist seitdem wieder fester Bestandteil des Programms von radio ffn in der Nacht der Winterzeitumstellung. Seit März 2008 ist der Sender „ffn comedy“ als Webstream zu empfangen. Innerhalb des Musikprogramms kommen in mehreren Frühstyxradio-Beiträgen pro Stunde die bekannten Comedy-Figuren wieder zu Wort. Im September 2008 feierte die Sendung ihr 20-jähriges Bestehen mit vier sonntäglichen Sondersendungen und neuem Material. Parallel standen auch die sechs Hauptautoren erstmals gemeinsam bei Auftritten in Hannover und Berlin auf einer Bühne.

In wechselnden Konstellationen treten die Frühstyxradio-Autoren regelmäßig weiterhin live auf. Während Dietmar Wischmeyer nach wie vor viel für das Radio arbeitet (u.a. Wischmeyers Schwarzbuch; Günther, der Treckerfahrer), konzentrieren sich Oliver Kalkofe (Kalkofes Mattscheibe, SchleFaZ) und Oliver Welke (heute-show) auf das Medium Fernsehen.

Serien (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des Frühstyxradios wurden verschiedene Serien entwickelt, welche zum Teil bis heute im Radioprogramm von Radio ffn zu hören sind. Auf einer der Serien basiert auch der Film Der WiXXer.

Frieda und Anneliese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frieda und Anneliese
Erkennungsmusik: Großer Gott wir loben Dich (Lied/Instrumental)
Erstausstrahlung: 1989
Besetzung

Zwei alte Damen vom Land reflektieren auf ihre ganz besondere Weise das Leben in ihrem fiktiven Heimatort, der in der Zeit der frühen Produktionen noch im Wiehengebirge liegt (aus dem die beiden Darsteller Bulthaup und Wischmeyer auch im wirklichen Leben stammen); später dann in Plattengülle, welches im Emsland nordwestlich von Osnabrück zu verorten ist. Die Serie persifliert den typischen Dorf-Tratsch, die Lästereien über Nachbarn und andere Dorfbewohner und ist gleichzeitig eine Hommage an die aussterbende Gattung der typisch niedersächsischen Landfrau. Der auf das Dorf und das nähere Umland beschränkte Horizont ist durchaus realistisch. Die verwendeten Familiennamen wie Sickendiek, Bredemeyer, Hüdepohl usw. sind ebenfalls dem wirklichen Leben entnommen und typisch für das westliche Niedersachsen. Weiterhin auffällig ist, dass landessprachlich üblich der Familienname oder der Bezug vor dem Vornamen gesagt wird. Beispiele dafür sind: „Hakenschniepels Gustav“, „Bredemeyers Marta“, „Sickendieks Marianne“, „Unsern Hans“ oder „Unsern Reinhard ihn seine Anita“.

Günther, der Treckerfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günther, der Treckerfahrer
Erkennungsgeräusch: Geräusche eines Lanz Bulldog
Erstausstrahlung: 1989
Besetzung
Dietmar Wischmeyer als Günther

Ey, Günther!, ruft jemand und nach dem obligatorischen Moin reflektiert Günther, der Treckerfahrer, aktuelles Zeitgeschehen und politische Themen auf satirische Weise. Natürlich werden aktuelle landwirtschaftlich interessante Themen, wie die Vogelgrippe, MKS, Schweinepest usw. bevorzugt behandelt. Politische Parteien bieten natürlich nicht nur zu Wahlkampfzeiten eine vortreffliche Zielscheibe für das politische Kabarett des Philosophen von der Ackerscholle. Ansonsten beschäftigt sich Günther, der ebenso wie Frieda und Anneliese aus Plattengülle stammt, hauptsächlich mit dem Ferkelkastrieren und mit dem Trecker und Güllewagen über den Acker zu fahren, um die Landschaft mit ihrem typischen Geruch zu versorgen.

Willi Deutschmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willi Deutschmann
Erkennungsmusik: Deutsche Nationalhymne mit neuem Text
Erstausstrahlung: 1993
Besetzung

Willi Deutschmann ist genau der Nachbar, den sich wohl niemand wünscht. Er sieht sich selbst als Muster-Deutschen, fährt Jetta (die „Jette“, früher auch Opel), geht gerne in den Baumarkt, pflastert seinen Garten im Birkhuhnweg mit Waschbetonplatten, hört Marschmusik und bedient jedes Klischee des Kleinbürgertums. Das Hauptziel seiner Hasstiraden ist seine eigene Ehefrau, die er in älteren Folgen mit dem Namen die Alte, später dann als der Brocken oder auch Satan tituliert. An dem Umgang mit seiner Frau demonstriert er sowohl Frauenfeindlichkeit als auch Unmenschlichkeit im Allgemeinen. Am Ende jeder Folge erklingt die Melodie der Deutschen Nationalhymne mit dem Text: Willi Deutschmann, der weiß alles, der weiß alles von der Welt!

Frau Anneliese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frau Anneliese
Erkennungsmusik: Anneliese (…warum bist du böse auf mich) (Schlager)
Erstausstrahlung: 1991
Besetzung

Spin-off von Frieda und Anneliese. Anneliese berichtet unter anderem von ihren Bus-Reisen mit NB-Traumreisen („Nickisch und Bietendüvel, Ihr Erlebnispartner im Nordwesten“), z.B. zur Lachparade in Berlin. Der Stil und die Inhalte ähneln ansonsten stark der Serie Frieda und Anneliese.

Arschkrampen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arschkrampen
Erkennungsmusik: Arschkrampenzeit-Jingle
Erstausstrahlung: 1989
Besetzung
Hauptartikel: Die Arschkrampen

Kurt Krampmeier und Gürgen Ferkulat besuchen regelmäßig die Gaststätte (Ballerbude) „Bei Gertrud“. Dort bestellen sie Bier mit Tzaziki (Ballerbrühe), wovon Kurt sich hin und wieder übergeben muss, und Alster mit Erdbeerjoghurt. Kurt ist ein arbeitsloser Straßenbauarbeiter mit einem vulgärsprachlichen Vokabular. Gürgen, der sich sprachlich gewählt ausdrückt, stellt ein unterwürfiges Muttersöhnchen dar, das von Kurt neben anderen Schimpfwörtern vor allem als Ferkelwämser (Sodomietreibender) bezeichnet wird. Die Arschkrampen heben sich von anderen fäkalhumoristisch orientierten Comedy-Serien dadurch ab, dass Kurt in lichten Momenten seine Ausfälle durch stark philosophische Ansätze bricht, die er zumeist aber in massiver Zufuhr von Ballerbrühe erstickt.

Kalkofes Mattscheibe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalkofes Mattscheibe
Erkennungsmusik: Mattscheiben-Jingle
Erstausstrahlung: 25. Februar 1991
Besetzung
Hauptartikel: Kalkofes Mattscheibe

Kalkofes Mattscheibe parodierte einmal wöchentlich den „TV-Mist“ der Vorwoche. Dazu nahm Oliver Kalkofe lustige Szenen aus TV-Sendungen und Serien, die er dann auf witzige Weise kommentierte.

Eine Ausnahme stellte hierbei die Folge vom 18. Januar 1993 dar, in welcher die Sendung Augenzeugen-Video mit Olaf Kracht thematisiert wurde, eine Reality-Show, die auf dem Fernsehsender RTL ausgestrahlt wurde und in der Amateurfilmaufnahmen von schweren Unfällen, Selbstmorden etc. gezeigt wurden. Da es in dieser Sendung keine lustigen Szenen gab, die Kalkofe hätte benutzen können, gab er stattdessen ein bitterböses Statement zu Augenzeugen-Video ab.

1994 gab es eine Anfrage des Pay-TV-Senders Premiere Kalkofes Mattscheibe für das Fernsehen zu produzieren, sodass ab April selbigen Jahres einmal wöchentlich auf Premiere die TV-Version von Kalkofes Mattscheibe lief. Die Radio-Ausgabe der Mattscheibe auf ffn bestand noch weiterhin bis 1998.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]