Treseburg

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Treseburg
Stadt Thale
Wappen von Treseburg
Koordinaten: 51° 42′ 57″ N, 10° 58′ 27″ O
Höhe: 270 m
Fläche: 8,91 km²
Einwohner: 100 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 06502
Vorwahl: 039456
Treseburg (Sachsen-Anhalt)
Treseburg

Lage von Treseburg in Sachsen-Anhalt

Blick vom Aussichtspunkt "Weißer Hirsch" auf Treseburg
Blick vom Aussichtspunkt "Weißer Hirsch" auf Treseburg
Karte von Treseburg (1912)

Treseburg ist ein Ortsteil von Thale im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, Deutschland. Er wurde 2002 als Luftkurort staatlich anerkannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treseburg liegt am Zusammenfluss der Luppbode mit der Bode südwestlich von Thale, im Durchschnitt 270 m ü. NN hoch im Bodetal.

Unterhalb von Treseburg (flussabwärts) liegt das Naturschutzgebiet Bodetal, durch das ein etwa zehn Kilometer langer Wanderweg nach Thale bzw. zur Roßtrappe führt. Ein weiterer Wanderweg geht von dort aus über die Höhen zum Hexentanzplatz. Ferner beginnt bzw. endet hier der Bode-Selke-Stieg, der unweit des Ortes an der Grube Frieda vorbeiführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat seine Entstehung dem vom 15. bis 19. Jahrhundert betriebenen Eisen- und Kupferbergbau zu verdanken. Bis 1784 wurden hier auch Holzflöße zusammengestellt, die zur Thaler Hütte bodeabwärts transportiert wurden. 1877 wurde das mit einer Kapelle versehene Schulhaus Treseburg errichtet.

Am 19. April 1945 wurden neun Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahren aus einem Wehrertüchtigungslager von US-amerikanischen Soldaten in einem Waldstück bei Treseburg durch Genickschüsse hingerichtet. Zusammen mit fünf Wehrmachtssoldaten wurden sie in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof von Treseburg durch Einwohner als "Unbekannte Soldaten" beigesetzt. Bei einer Umbettung 1951 konnte bei den Jugendlichen "einwandfrei als Todesursache Genickschuß festgestellt werden", beglaubigt vom Bürgermeister. Nur einem der zehn Jungen war die Flucht gelungen.[2]

Am 1. Juli 2009 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Treseburg in die Stadt Thale eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister von Treseburg ist Mike Neubarth.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein roter gezinnter Turm mit silbernen Durchbrüchen über eine rote gezinnte Brücke, begleitet von je einer grünen Fichte, unten eine schwarze Forelle.“

Das Wappen wurde 1995 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet. Die Genehmigung durch das Regierungspräsidium Magdeburg erfolgte am 1. April 1997.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Rot - Weiß längsgestreift und mittig mit dem Wappen belegt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treseburg ist ein Ferienort mit Cafés, Restaurants, Pensionen und Hotels, wie dem Hotel Bodeblick und dem Hotel Forelle sowie Anfangs- und Zielpunkt von Bodetalwanderungen.

Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Friedhof von Treseburg befindet sich ein Gemeinschaftsgrab mit neun von amerikanischen Soldaten am 19. April 1945 erschossenen Jugendlichen. Ein Gedenkstein trägt seit Juni 2012 ihre Namen (bis dahin: "Unbekannte Soldaten").

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prädikatisierung von Kur- und Erholungsorten Sachsen-Anhalt (Stand: März 2017)
  2. Robby Zeitfuchs und Volker Schirmer: Zeitzeugen. Der Harz im April 1945. Selbstverlag, 2. Auflage 2004, ISBN 3-89811-654-9. S. 278–281
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste