Tropical Islands

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Tropical Islands
Innenansicht

Innenansicht

Eröffnung 19. Dezember 2004
Besucher 1.100.000[1] (2017)
Fläche innen 66.000 m² + Außenbereich Amazonia ca. 40.000 m²
Website www.tropical-islands.de
Tropical Islands (Deutschland)
Tropical Islands
Tropical Islands
Lage des Parks

Koordinaten: 52° 2′ 18″ N, 13° 44′ 53″ O

Tropical Islands (deutsch: Tropische Inseln; abgekürzt TI) ist ein tropischer Freizeitpark in den Gemeinden Halbe und Krausnick-Groß Wasserburg im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald, Deutschland. Er befindet sich seit 2004 in der im Jahr 2000 fertiggestellten ehemaligen Cargolifter-Werfthalle, die als größte freitragende Halle der Welt gilt.

Die Maximalauslastung beträgt 6.000 Besucher pro Tag. Im Jahr 2014 hatte Tropical Islands etwa 910.000 Besucher[2], 2017 etwa 1,1 Millionen.[1] Rund 600 Menschen sind im Tropical Islands beschäftigt.[3] Betreiber von Tropical Islands ist die Tanjong-Gruppe aus Malaysia.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropical Islands, etwa 60 Kilometer südlich des Zentrums und etwa 50 Kilometer südlich der Stadtgrenze von Berlin gelegen, liegt in den Gemeinden Halbe und Krausnick-Groß Wasserburg, nahe der Autobahn A13. Der Freizeitpark befindet sich auf dem ehemaligen sowjetischen Flugplatz Brand.

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme 2017

Tropical Islands wurde vom malaysischen Konzern Tanjong in der ehemaligen Cargolifter-Werfthalle errichtet. Diese Halle ist aufgrund ihres ursprünglich geplanten Verwendungszweckes, der wettergeschützten Unterbringung großer Luftschiffe, die größte freitragende Halle der Welt und wurde am 11. Juni 2003 von Tanjong für 17,5 Millionen Euro erworben, davon 10 Millionen als Subvention vom Land Brandenburg. Die Baugenehmigung zur Ausgestaltung erfolgte am 2. Februar 2004 und die Eröffnung als Tropical Islands am 19. Dezember 2004.

Die Halle ist 360 Meter lang, 210 Meter breit, 107 Meter hoch und umfasst einen Rauminhalt von 5,5 Millionen Kubikmetern. Ihre ursprünglichen Baukosten als Luftschiffhalle lagen bei rund 78 Millionen Euro.

In 26 °C warmer, „tropischer“ Umgebung mit etwa 40 bis 60 % Luftfeuchtigkeit und dem größten Indoor-Regenwald der Welt mit Strand und zahlreichen tropischen Pflanzen stehen mehrere Pools, Bars sowie Restaurants zur Verfügung.

Am Eingang ist der Basis-Eintrittspreis zu wählen, alle weiteren Ausgaben im Inneren werden auf einem Chiparmband mit Kreditfunktion gespeichert. Die gesamte Anlage ist in Saunalandschaft und tropische Erlebnislandschaft mit eigenem Eintrittspreis unterteilt. Ein Wechsel ist mit einem pro Tag einmaligen Aufpreis verbunden. Für weitere Teile sind ebenfalls Aufpreise nötig, wie zum Beispiel für die Minigolfanlage oder die internen Übernachtungsmöglichkeiten. Zum Unterhaltungsprogramm gehören ein Kinderprogramm, verschiedene Events und kleine Livekonzerte.

Tropical Islands ist ganzjährig 24 Stunden am Tag geöffnet. Am 24. Dezember bleibt das Resort jedoch geschlossen. Früher war ein beliebig langer Aufenthalt in Tropical Islands möglich. Für das Übernachten in Tropical Islands wurde um 3 Uhr morgens ein Aufpreis fällig, sofern man kein Zimmer oder Zelt gebucht hatte. Mittlerweile wird um 1 Uhr morgens ein Aufpreis in Höhe von 34,50 Euro als Folgeticket aufgebucht.

Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bali-Pavillon im Tropendorf von Tropical Islands

Verschiedene Themengebiete wurden eingerichtet.

  • Tropendorf mit originalgetreuen Nachbauten aus Thailand, Borneo, Samoa und Bali.
  • Regenwald mit 50.000 teilweise seltenen Pflanzen von über 600 Arten und Tieren, zum Beispiel Flamingos, Schildkröten und Fische
  • Südsee (140 Meter langer Pool mit 4.400 Quadratmetern Wasserfläche und 1,35 Meter Wassertiefe als Nachbildung eines Atollbeckens, 200 Meter langem und etwa 10 Meter breitem Sandstrand und 850 Holzliegen, Wassertemperatur 31 °C)
  • Bali-Lagune, mit 1.200 Quadratmeter Wasserfläche und einer Wassertiefe von teilweise unter einem Meter, Wassertemperatur 32 °C, Fontänen, zwei Wasserfällen, Strömungskanal, Whirlpools und zwei Rutschen.
  • Saunalandschaft und Fitnessstudio
  • Amazonia, an die Halle angeschlossener, weitläufiger Außenbereich mit 2 weiteren ca. 31 °C beheizten Pools, Strömungskanal, Wellenrutsche und Wildwasserkanal; Beachfuß- und volleyball, Hüpf- und Kletterburgen.
  • Übernachtungsmöglichkeiten: Zwei Regenwaldcamps mit 138 Zelten sowie 197 Zimmern und Lodges verteilt über die ganze Halle

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropical Islands Lodge

Im November und Dezember 2006 wurde Tropical Islands erweitert. Es wurde ein 4.000 Quadratmeter großer Kinderteil errichtet.

Ein Wellness- und Saunaareal mit sieben Bereichen wurde Mitte 2007 auf 10.000 Quadratmetern fertiggestellt. In der Sauna befinden sich ein Edelsteindampfbad, eine Salzgrotte, eine Steinsauna, eine Baumsauna, eine Kräuter-Schwitzhütte, ein Eisbrunnen, eine Nebelgrotte sowie die „Palaneri“-Sauna im australischen Stil; hinzu kommen Sprudelbecken und Erlebnisduschen. Die Saunen sind der südostasiatischen Kulisse angepasst und von dortigen, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Bauwerken inspiriert. Der indische Elephanta-Tempel und die Tempelanlage von Angkor Wat sind den Originalbauten nachempfunden. Tropical Islands besitzt damit die europaweit größte tropische Saunalandschaft.

Der 27 Meter hohe Wasserrutschenturm mit vier Rutschen, die Kinderspiel- und -tobewelt sowie die Minigolfanlage ergänzen das Bad.

Die Umkleideräume sind mit nahezu 7.000 Schließfächern ausgestattet.

Der nachträgliche Um- und Erweiterungsbau kostete nach Angaben des Unternehmens 23 Millionen Euro. Die ursprüngliche Gesamtsumme für die Investitionen war mit 75 Millionen Euro angegeben, davon trug das Land Brandenburg 17 Millionen Euro aus Fördermitteln bei. Zielsetzung der Erweiterungsförderung war es, die 501 Arbeitsplätze bei Tropical Islands zu erhalten.[4]

Blick auf die Südsee vom Rutschenturm

2008 wurde in direkter Nachbarschaft außerhalb der Halle ein Campingplatz mit Stellplätzen und Tipi-Zelten aus Stoff sowie eine Zeltwiese errichtet. Auch in der Halle wurden neue Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen. So haben Gäste heute die Möglichkeit, in zahlreichen Lodges und Zimmern zu übernachten, die sich direkt in der tropischen Landschaft befinden. Außerdem stehen den Übernachtungsgästen zwei sogenannte Regenwald-Camps mit Stoffzelten zur Verfügung. Seit 2010 ergänzen Ferienhäuser direkt neben der Halle das Übernachtungsangebot. Ein mehrtägiger Aufenthalt im Tropical Islands ist so möglich.

Im Mai 2016 wurde das neue Außengelände „Amazonia“ mit einer Größe von 35.000 Quadratmetern eröffnet. Es umfasst zwei Thermenbecken mit 31 Grad, eine Wildwasserrutsche, einen Sportpark und Liegeflächen. Die Beheizung der Außenbecken erlaubt eine ganzjährige Nutzung.

Im November 2017 wurden zusätzlich Nature Homes in der Nähe vom Campinggelände eröffnet. Ein weiterer Ausbau ist für 2018 geplant. Die Kosten sollen sich auf 300 Millionen Euro belaufen.[1] Geplant sind unter anderem eine neue Spielewelt für Kinder, Bogenschießen für Gäste jeden Alters sowie ein Streichelzoo.[5]

Wirtschaftlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für einen kostendeckenden Betrieb wurden 1,25 Millionen Besucher im Jahr kalkuliert. Zielgruppe der Erweiterung der Freizeitanlage waren somit Besucher aus weiter entfernten Regionen, einschließlich Polen. Im ersten Betriebsjahr wurden 2,5 Millionen Besucher erwartet. Die erreichte Zahl lag jedoch unter einer Million. 2005 erwirtschaftete die tropische Urlaubswelt einen Verlust zwischen 10 und 20 Millionen Euro. Die anfangs geringen Besucherzahlen wurden auf verschiedene Gründe zurückgeführt, auch auf die vergleichsweise abgelegene Lage.

Durch eine geänderte Preisstruktur und neu geschaffene Übernachtungsmöglichkeiten wurde die Besucherakzeptanz verbessert. Während im Jahr 2007 nur 512.000 Besucher kamen, konnten die jährlichen Besucherzahlen auf 883.000 Besucher im Jahr 2010 gesteigert werden. Die Umsatzerlöse stiegen im selben Zeitraum von 13,8 Mio. Euro auf 32 Mio. Euro im Jahr 2010. Im Jahr 2009 konnte erstmals seit Bestehen ein Gewinn erzielt werden. Die Auslastung der 2.000 Gästebetten betrug 2017 85 Prozent.[1]

In der Startphase gab es Probleme mit den Pflanzen, die unter der lichtdichten Kuppel kein Tageslicht bekamen. Seit Oktober 2005 wurde die gesamte Südseite der Halle entlang des „Südsee“strandes durch eine UV-durchlässige Spezialfolie aus ETFE ersetzt. Dieses 20.000 Quadratmeter große „Fenster“ ermöglicht den Einfall von Tageslicht.

Thermographie-Aufnahme

Die Gebäudehülle ist für 19 °C Innentemperatur ausgelegt, für das Bad wird die Halle auf 26 °C beheizt. Durch die Außenfläche und die UV-lichtdurchlässige Folienhülle kommt es zu Wärmeverlusten. Die Thermographie-Aufnahme zeigt den Wärmeverlust an verschiedenen Stellen der Halle. Wärmeverluste entstehen auch durch das permanente Heizen des Sandes. Hinzu kommen die Energieverluste, da Wasserdampf aus den Wasserbecken mit der Abluft aus der Halle abgeführt wird. Dafür ist eine Heizleistung von 1,3 Megawatt nötig.[6]

2018 wurde bekannt, dass die Tanjong-Gruppe Tropical Islands verkaufen möchte.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Besonderheit des Tropical Islands ist die Werkfeuerwehr, die für Erste Hilfe, Brandbekämpfung und Brandschutz zur Verfügung steht. Die Wache ist im 3-Schicht-System 24 Stunden täglich besetzt. Für die schnelle Fortbewegung in der großen Halle werden ein Feuerwehr-Quad und ein Krankentransport-Quad genutzt. Die eigentliche Wache befindet sich außerhalb der Halle und beinhaltet außerdem ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) sowie ein Tanklöschfahrzeug (TLF 24/50).[7]

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Mit der Objektüberwachung und Einhaltung der Hausordnung wurde Securitas beauftragt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Tropical Islands investiert 300 Millionen Euro. www.lr-online.de, abgerufen im 19. Januar 2018.
  2. Global Attractions Attendance Report 2014. TEA, abgerufen am 16. Januar 2016 (PDF, englisch).
  3. Annual Report 2010 auf tanjongplc.com (PDF)
  4. Flucht nach vorn. In: Berliner Zeitung, 26. Oktober 2006
  5. "Handelsblatt"-Bericht: Tropical Islands soll offenbar verkauft werden. In: www.rbb24.de. 3. April 2018, abgerufen am 17. Mai 2018.
  6. Thermographieuntersuchung im Auftrag der Grünen Brandenburg, Aufnahmen (PDF; 3,2 MB) mit Erläuterungen (PDF)
  7. Feuerwehrleute bekamen Einblicke bei besonderer "Tropen-Feuerwehr" // Osthessen|News. Abgerufen am 3. Februar 2018.