Trotta genannt Treyden

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Vereinigtes Wappen Trotha-Trott aus dem Jahre 1586, wie es auch die Trotta genannt Treyden vom Jahre 1615 an führten

Trotta genannt Treyden, ursprünglich nur Treyden oder Treiden, späterhin vereinzelt auch Trotha-Treyden, ist der Name eines erloschenen kurländischen Adelsgeschlechts, das später auch in Sachsen und Preußen zu großem Ansehen gelangte.

Das Geschlecht fühlte sich im 16. Jahrhundert den meißnisch-sächsischen Trotha zugehörig, führte dennoch augenscheinlich zwischenzeitlich das Wappen der hessischen Trott, später das Vereinigungswappen beider Geschlechter.[1] Die jüngere Forschung geht davon aus, dass keines der drei Geschlechter agnatisch zueinander verwandt ist. Es besteht weiterhin keine nachgewiesene Stammesverwandtschaft zu den ebenfalls baltischen Treyden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benigna Gottliebe von Biron, Herzogin von Kurland, geborene von Trotta genannt Treyden

Das Geschlecht wurde zuerst mit Ewald Treyden, Erbherr auf Krohten, am Ende des 15. Jahrhunderts urkundlich genannt. Mit Christoffer von Treyden († nach 1532), Erbherr auf Krohten und Warwen, begann die durchgängige Stammreihe der Familie. 1615 nahm Matthias von Treyden das Vereinigungswappen Trott-Trotha und den Namen von Treyden genannt Trott an. 1620 wurde Christoph von Treiden in die 1. Klasse der kurländischen Ritterbank aufgenommen.[2] Timo von Treyden war Generalmajor unter Peter dem Großen und erhielt 1733 Versorgung, Jacob von Treyden war ebenfalls russischer General und 1739 Kommandeur in Wiburg. Seit dem 18. Jahrhundert führte die Familie den Namen von Trotta genannt Treyden.

Benigna Gottliebe von Trotta genannt Treyden (1703–1782) heiratete 1723 den Herzog von Kurland Ernst Johann von Biron (1690–1772), ihre jüngere Schwester Thekla Katharina (1705–1780), heiratete 1733 den russischen General Ludolf August von Bismarck (1683–1750). Beide waren Töchter des Hieronimus August Trotta genannt Treyden und der Charlotte Katharina von Schöning.

1865 ist das Geschlecht in Kurland mit Friedrich von Trotta genannt Treyden im Mannesstamm erloschen.[3] Als letzte Angehörige verstarb Theodosia, verwitwete Peucker im Jahre 1892 als Äbtissin des adligen Damenstiftes in Mitau.

Der sächsische Sous-Lieutenant und königlich polnische Kammerjunker Christoph Gotthard von Trotta genannt Treyden (1749–1819), stiftete eine bürgerliche Linie welche bis heute fortbesteht. Angehörige nennen sich von Treyden.

Brandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Levin von Trotta genannt Treyden († 1775) vermählte sich 1737 mit Henriette Dorothea Brandt von Lindau (* 1717), die ihm die märkischen Güter Hagelberg, Glien und Wiesenburg mit Mahlsdorf, Vorwerk Mahlsdorf, Reetz, Roitzsch, ½ Reppinichen Hütten, und der wüsten Mark „alte Hölle“ zutrug.

Christoph Friedrich Levin von Trotta genannt Treyden (1743–1772), Erbherr auf Rudbahren in Kurland, heiratete 1770 Komtess Johanna Dorothea Reuß (1743–1801). Wie auch sein Vater und Bruder war er sächsischer Kammerherr. Seine Witwe erbte 1797 von ihrem Bruder Graf Heinrich XXVIII. Reuß zu Ebersdorf (1726–1797) neben zwanzig weiteren Gütern auch Klix in der Oberlausitz, das irrtümlicherweise verschiedentlich als Besitzgut ihres Gatten genannt wird.[4][5]

Nach 100 Jahren fand die märkisch-sächsische Linie ihr Ende, alle dortigen Güter wurden an verwandte Familie vererbt.

Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die preußische Linie wurde von Otto Friedrich Heinrich von Trotta genannt Treyden (* 24. Juni 1754; † 10. März 1830 in Königsberg), der sich 1769 in preußische Kriegsdienste begab, bis in den Rang eines Oberstleutnants avancierte und Ritter des Ordens Pour le Mérite war, gestiftet. Johann von Trotta genannt Treyden war 1758–1759 Kommandant von Königsberg, das er im Siebenjährigen Krieg gegen Apraxin erfolgreich halten konnte. Die Trotta genannt Treyden stellten zahlreiche Offiziere in der Preußischen Armee, darunter neben anderen Kommandeuren zwei Generäle, konnten aber auch häufig zivile Stellen besetzten. Güterbesitz wurde, soweit sich ermitteln ließ, nicht erworben. Die Linie ist um die Mitte des 20. Jahrhunderts erloschen.[1]

Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Kurland: Bernkau, Groß Blendinen (pfandweise), Cadeln, Fischröden/Fischrehden, Gamsen, Klein Ilmagen, Karnall, Kogeln/Jogeln, Krohten, Lassen, Leckensee (/) Leskeusen, Leipnitz, Lexten, Alt und Neu Peltzen, Platgaln/Plattgallen, Rudbar/Rudbahren, Schollkaff/Schollkoff, Warwen
  • In Brandenburg: Glien, Hagelberg und Wiesenburg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Stammwappen von 1561 zeigt in Silber einen dreireihig gold-silbernen geschachten Schrägrechtsbalken (1571 und 1591 anstelle dessen einen schwarz-silbernen Schachbalken). Auf dem Helm, der Balken zwischen einem vorn goldenen und hinten silbernen (1571/1591 schwarz, silbernen) offenem Flug.
  • Ohne dass spätere Autoren darauf Bezug nahmen, veröffentlichte Johann Siebmacher noch ein Lilien-Wappen.[6]
  • (1615): Geviert; I. und IV. (Trotha): in Gold ein schreitender schwarzer Rabe mit goldenem Ringe im Schnabel auf grünem Dreiberge; II und III. (Trott): in Schwarz ein von Rot und Silber geschachter Sparren. Zwei Helme: Auf dem gekrönten rechten mit schwarz-goldener Decke ein sitzender goldener Fuchs und auf dem linken mit einer Hermelin-gestülpter roter Mütze mit rot-silberner Decke ein mit roten und silbernen Herzen besäter, offener schwarzer Flug.

Bekannte Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jahrbuch des Deutschen Adels. Band III. Berlin 1899. S. 649–654.
  2. Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik. Herausgegeben von der Kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst. 1895, S. 12, Nr. 17 (books.google.de)
  3. Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft. Teil 1. Band 2: Livland. Lfg. 9–15. Band 2. Görlitz 1938, S. 846, EN 6 (daten.digitale-sammlungen.de).
  4. Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter. 1913, Band 2, S. 1003.
  5. Neue lausizische Monatsschrift. Görliz 1801, S. 79 (books.google.de).
  6. Wappen der Trotta (genannt Treyden) in Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605.