Trutnowy

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Trutnowy
Trutnowy führt kein Wappen
Trutnowy (Polen)
Trutnowy
Trutnowy
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Danzig
Gmina: Cedry Wielkie
Geographische Lage: 54° 15′ N, 18° 49′ O54.24222222222218.814166666667Koordinaten: 54° 14′ 32″ N, 18° 48′ 51″ O
Einwohner: 1100
Postleitzahl: 83-020 Cedry Wielkie
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GDA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Grabiny-Zameczek/DW 227Leszkowy
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Trutnowy (deutsch Trutenau) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Pommern und ein Schulzenamt in der Landgemeinde Cedry Wielkie (Groß Zünder) im Kreis Danzig.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Trutnowy liegt im Danziger Werder (polnisch: Żuławy Gdańskie), 17 Kilometer südwestlich der Stadt Danzig und 20 Kilometer nördlich von Tczew (Dirschau). Durch das Dorf verläuft eine Nebenstraße, die bei Grabiny-Zameczek (Herren- und Mönchgrebin) von der von Pruszcz Gdański (Praust) kommenden Woiwodschaftsstraße 227 abzweigt und bis nach Leszkowy (Letzkau) an der Weichsel (Wisła) führt.

Ein Bahnanschluss besteht seit den 1970er Jahren nicht mehr. Trutnowy lag bis dahin an der Bahnstrecke von Odrzygość (Knüppeldorf) nach Koszwały (Gotteswalde), die seit dem 17. August 1905 von der Westpreußischen Kleinbahnen A.G. gebaut und nach 1945 von der Polnischen Staatsbahn mit der Gdańska Kolej Dojazdowa innerhalb der Żuławska Kolej Dojazdowa noch weiterbetrieben worden war.

Geschichte[Bearbeiten]

Fachwerkhaus in Trutnowy (2010)

Das vormalige Trutenau[1] mit dem Ortsteil Trutenauerfeld (polnisch: Żuławka Trutnowska) gehörte bis 1887 zum Kreis Danzig-Land im Regierungsbezirk Danzig der preußischen Provinz Westpreußen. Von 1887 bis 1939 gehörte es zum Kreis Danziger Niederung, ab 1920 in der Freien Stadt Danzig, und ab 1939 als im Landkreis Danzig des Reichsgaus Danzig-Westpreußen. 1920 war Trutenau Amtsdorf des nach ihm benannten Amtsbezirks[2], dem fünf Landgemeinden und vier Gutsbezirke angegliedert waren: Grebinerfeld (polnisch: Grabowe Pole), Mönchengrebin (Grabiny-Zameczk), Rostau (Roszkowo), Trutenau und Wossitz (Osice), sowie Bodenbruch (Grabina-Duchowne), Herrengrebin (Grabiny-Zameczk), Mönchgrebin (Grabiny-Zameczk) und Trutenauerfeld (Żulaswka Trutowska). Am 1. April 1936 wurde der Amtsbezirk Trutenau aufgelöst und der neue Amtsbezirk Zugdam (polnisch: Suchy Dąb) errichtet.

Trutenau verzeichnete eine steigende Einwohnerentwicklung: 1905 lebten hier 322, 1910 noch 309, 1929 bereits 581 Menschen[3] im Dorf.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Trutenau zu Polen und erhielt den polnischen Namen Trutnowy. Das Dorf ist heute Sołectwo (Schulzenamt) in der Gmina wiejska (Landgemeinde) Cedry Wielkie (Groß Zünder) im Powiat Gdański der Woiwodschaft Pommern (1975 bis 1998 Woiwodschaft Danzig). Hier leben jetzt mehr als 1000 Menschen.

Kirche[Bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten]

Die Kirche in Trutnowy im Jahre 2010

Die heutige Kościół św. Apostołów Piotra i Pawła (Peter-und-Paul-Kirche) stammt in ihren ältesten Teilen ungefähr von 1340, während der heutige Bau im 15. Jahrhundert entstand. Der Turm wurde später angefügt. Umfassende Restaurierungen im 17. und 18. Jahrhundert sowie nach 1945 veränderten nichts an dem gotischen Charakter des Gotteshauses.

Bei der Innenausstattung sind der Hauptaltar (17. Jahrhundert), die Kanzel (17./18. Jahrhundert) und der Taufstein (18. Jahrhundert) bemerkenswert. Eine der Glocken stammt von 1517 und gehört zu den ältesten ihrer Art in der Region.

Von der Reformation bis 1945 war die Kirche ein evangelisches Gotteshaus, bevor sie dann Eigentum der Katholischen Kirche in Polen wurde.

Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Vor 1945 war der überwiegende Teil der Bevölkerung Trutenaus evangelischer Konfession. Die Kirchengemeinde Trutenau, zu der auch die Kapelle in Herzberg (heute polnisch: Miłocin) gehörte zum Kirchenkreis Danziger Niederung in der Kirchenprovinz Westpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Die katholischen Kirchenglieder gehörten seit 1928 zur Pfarrei Wotzlaff (heute polnisch: Wocławy), vorher zur Pfarrei Gemlitz (Giemlice).

Seit 1945 sind die Einwohner Trutnowys fast ausnahmslos katholischer Konfession. Die Ortskirche ist jetzt katholische Pfarrkirche innerhalb des Dekanats Żuławy Steblewskie („Stübliner Werder“) mit Sitz in Giemlice innerhalb des Erzbistums Danzig der Katholischen Kirche in Polen. Hier lebende evangelische Kirchenglieder sind der Pfarrei GdańskGdyniaSopot (Danzig–Gdingen–Zoppot) mit Pfarrsitz in Sopot und der Filialkirche in Tczew (Dirschau) zugeordnet. Sie gehört zur Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Pfarrer (bis 1945)[Bearbeiten]

In Trutenau amtierten von der Reformation bis 1945 27 evangelische Geistliche[4]:

  • Joachim Stutzki, 1573–1602
  • Andreas Chytreus, 1602
  • Valentin Kunau, 1602–1607
  • David Lytzmann, 1605–1611
  • Heinrich Möller, 1607–1640
  • Johann Kopke, 1641–1674
  • Johann Sartorius, 1674–1691
  • Adam Winckler
  • Gottfried Steinhauer, 1704–1735
  • Samuel Schröder, 1735–1742
  • Martin Reinhold Hein, 1742–1750
  • Johann Theodor Grade, 1750–1754
  • Johann Matthias Wagner, 1754–1788
  • Jacob Friedrich Karsburg, 1788
  • Johann Kalhofner, 1788–1791
  • Samuel Gottlieb Weickhmann, 1791–1803
  • Michael Baumann, 1803–1822
  • Friedrich Deschner, 1822–1832
  • Johann Schwaan, 1832–1860
  • Gustav Viktor Siewert, 1860–1869
  • Otto Friedrich Wilhelm Schweers,
    1869–1884
  • Johann Wilhelm Rindfleisch, 1884–1899
  • Paul Adolf Schultze, 1899–1901
  • Albert Wilhelm Cölestin Grantz, 1902–1909
  • Karl Wilhelm Christiani, 1910–1927
  • Franz Krüger, 1927–1937
  • Bernhard Alester, 1937–1945

Kirchenbücher[Bearbeiten]

Neben anderen kirchenamtlichen und chronistischen Unterlagen haben als Kirchenbücher[5] Trutenaus den Krieg überdauert:

  • Taufen der Jahre 1661 bis 1876
  • Trauungen der Jahre 1661 bis 1925
  • Begräbnisse der Jahre 1675 bis 1880
  • Konfirmationen der Jahre 1791 bis 1869

Sie werden heute aufbewahrt im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Ortsverzeichnis Trutenau bei westpreussen.de
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Osterwick/Trutenau/Zugdam
  3. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Stadt und Kreis Danzig
  4. Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, Seite 222
  5. Christa Stache, Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin, Teil 1: Die östlichen Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, Berlin 1992³, Seite 238