Mongolisches Neujahrsfest

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Tsagaan-Sar-Mahlzeit
Plakat zum Neujahrsfest in Elista (Kalmückien)

Das mongolische Neujahrsfest, besser bekannt als Tsagaan Sar (mongolisch Цагаан сар / ᠴᠠᠭᠠᠨᠰᠠᠷᠠ; wörtlich Weißer Mond) ist der erste Tag des Jahres nach dem mongolischen Lunarkalender. Das Neujahrsfest wird von den Mongolen gefeiert, aber auch von einigen buddhistisch geprägten Ethnien in Russland (wie Burjaten und Kalmücken).

Zeitpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fest des „Weißen Mondes“ wird einen Monat nach dem ersten Neumond gefeiert, der auf die Wintersonnenwende folgt. Tsagaan Sar ist einer der wichtigsten mongolischen Feiertage.[1]

Zeremonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Neujahrsfest zünden Familien Kerzen an Altaren an, welche die buddhistische Erleuchtung symbolisieren. Zudem begrüßen sich die Leute mit für Tsagaan Sar spezifische Begrüßungen, darunter Амар байна уу? (Amar baina uu?), was „Gibt es Frieden?“[2] bedeutet. Viele Mongolen besuchen an diesem Tag auch ihre Freunde und Familie und tauschen Geschenke aus. Eine typische, mongolische Familie würde sich zum Beispiel im Haus des ältesten Familienangehörigen treffen.[3] Die meisten Mongolen kleiden sich zudem in nationalen mongolischen Kleidungsstücken. Während sie ihre ältesten Angehörigen während des Tsagaan Sar begrüßen, führen Mongolen die sogenannte Zolgokh (mn. Золгох) aus, indem sie ihre Ellbogen greifen um Unterstützung zu symbolisieren. Der Älteste erhält diesen Gruß von jedem Familienmitglied abgesehen von ihrem/seinem Ehepartner.[3] Während der Begrüßungszeremonie halten Familienmitglieder für gewöhnlich lange, blaue, Seidentücher, welche Khata genannt werden.[1] Nach der Zeremonie isst die gesamte Familie Schafsschwanz, Hammel, Reis mit Rosinen, Molkereiprodukte und Buuz. Zusätzlich trinkt man Airag und tauscht Geschenke aus.

Der Tag vor Tsagaan Sar wird Bituun genannt, was für dunkler Mond steht. Die Mondphasen heißen Bituun (dunkler Mond), Shined (zunehmender Mond), Tergel (Vollmond) und Huuchid (abnehmender Mond). Am Bituun-Tag putzen alle Familien das Haus, wobei Hirten zudem die Scheunen der Viehherden putzen, um das neue Jahr frisch zu begegnen. Die Bituun-Zeremonie enthält zudem das Anzünden von Kerzen um die Erleuchtung aus dem Samsara zu symbolisieren. Zudem werden drei Stücke Eis vor die Tür gelegt, damit das Pferd der Gottheit Palden Lhamo davon trinken kann, da die Gottheit an diesem Tag jeden einzelnen Haushalt besuchen soll. Abends versammeln sich Familien aus engen Kreisen als Kontrast zu den riesigen Familienzusammenkünften des Tsagaan Sar-Tages und blicken gemeinsam auf das fast vollendete Jahr zurück, während sie Buuz und Molkereiprodukte essen. Nach der Tradition legen die Mongolen an diesem Tag alle Fehler des alten Jahres bei und begleichen ihre Schulden.[3]

Essen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionelle Speisen für das Fest enthalten Molkereiprodukte, Reis mit Quark (tsagaa-цагаа) oder Reis mit Rosinen (berees-бэрээс), eine Pyramide aus traditionellem Gebäck, welche sich auf einem großen Teller erstrecken und den Meru-Berg oder das Shambhala-Reich symbolisieren, eine Portion gegrilltes Schafsfleisch und in Teig gedämpftes Rinder- oder Lammhackfleisch (Buuz), Pferdefleisch und traditionellen Keksen.[4] Tsagaan Sar is a lavish feast, requiring preparation days in advance, as the women make large quantities of buuz and freeze them to save for the holiday.[3]

Im Sozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des Sozialismus in der Mongolei verbot die Regierung Tsagaan Sar und versuchte, das Fest mit einem Feiertag namens Nationaler Hirtentag zu ersetzen, jedoch wurde Tsagaan Sar nach der demokratischen Revolution wieder eingeführt.[5]

Datum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mongolische Kalender nach dem System Tegus Buyantus (Төгсбуянт) ist ein lunisolarer Kalender. Die Astrologie Tegus Buyantus wurde von dem mongolischen Priester Luvsandanzanjantsan (1639–1704) entwickelt, welcher die erste Reinkarnation des Blama-yin Gegegen (Ламын гэгээн) war.[6] Tsagaan Sar wird am ersten bis zum dritten Tag der ersten Mondmonats gefeiert.

Gregorianisches Jahr Mongolisches Jahr Tsagaan Sar* Element und Tier
1989 Цагаан 7. Februar - 10. Februar weibliche Erdschlange
1990 Машид согтонги 26. Februar - 28. Februar männliches Eisenpferd
1991 Төрөлхтний эзэн 15. Februar - 17. Februar weibliches Eisenschaf
1992 Ангира 4. Februar - 7. Februar männlicher Wasseraffe
1993 Цогт нигурт 25. Januar - 30. Januar weibliches Wasserhuhn
1994 Бода 11. Februar - 13. Februar männlicher Holzhund
1995 Насан төгөлдөр 31. Januar - 5. Februar weibliches Holzschwein
1996 Баригч 19. Februar - 21. Februar männliche Feuermaus
1997 Эрхэт 8. Februar - 10. Februar weiblicher Feuerochse
1998 Олон үрт 28. Februar - 2. März männlicher Erdtiger
1999 Согтох төгөлдөр 17. Februar - 19. Februar weiblicher Erdhase
2000 Тийн дарагч 5. Februar - 8. Februar männlicher Eisendrache
2001 Сүргийн манлай 24. Januar - 26. Januar weibliche Eisenschlange
2002 Элдэв 13. Februar - 15. Februar männliches Wasserpferd
2003 Наран 2. Februar - 4. Februar weibliches Wasserschaf
2004 Наран гэтэлгэгч 21. Februar - 23. Februar männlicher Holzaffe
2005 Газар тэтгэгч 9. Februar - 11. Februar weibliches Holzhuhn
2006 Барагдашгүй 30. Januar - 1. Februar männlicher Feuerhund
2007 Хамгийг номхотгогч 18. Februar - 20. Februar weibliches Feuerschwein
2008 Хотолыг баригч 8. Februar - 10. Februar männliche Erdmaus
2009 Харшлалт 25. Februar - 27. Februar weiblicher Erdochse
2010 Тийн урвагч 14. Februar - 17. Februar männlicher Eisentiger
2011 Илжиг 3. Februar - 5. Februar weiblicher Eisenhase
2012 Баясгалан 22. Februar - 25. Februar männlicher Wasserdrache
2013 Тийн ялагч 11. Februar - 13. Februar weibliche Wasserschlange

[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mongoluls.net Tsagan Sar: The Mongolian Lunar New Year. Mongoluls 2007. Abgerufen am 13. März 2008.
  2. Амар байна уу? (Are you rested/peaceful?)
  3. a b c d "Tsagaan Sar, the Lunar New Year"
  4. Kohn, Michael. Lonely Planet Mongolia. Lonely Planet, 2008, ISBN 978-1-74104-578-9, S. 44
  5. Marsh, Peter. The Horse-head Fiddle and the Cosmopolitan Reimagination of Tradition of Mongolia. Routledge, 2009, ISBN 978-0-415-97156-0, S. 136
  6. Л. Тэрбиш. Монгол зурхайн цаг тооны бичиг
  7. Л. Тэрбиш. Монгол зурхайн цаг тооны бичиг