Tunnel Königshainer Berge

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Autobahntunnel Königshainer Berge
Autobahntunnel Königshainer Berge
Verkehrsverbindung A4 E40
Ort Königshainer Berge
Länge 3281 mdep1
Anzahl der Röhren 2
Bau
Bauherr Bundesrepublik Deutschland
Baukosten 155 Mio DM
Baubeginn 1996
Fertigstellung 1999
Betrieb
Betreiber Autobahnamt Sachsen
Maut für Lkw
Freigabe 1999
Lage
Tunnel Königshainer Berge (Sachsen)
Red pog.svg
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Koordinaten
Westportal 51° 12′ 53″ N, 14° 48′ 43″ O
Ostportal 51° 13′ 9″ N, 14° 51′ 30″ O

Der Tunnel Königshainer Berge ist mit 3281 m Länge einer der zehn längsten Straßentunnel in Deutschland. Er durchquert die namensgebenden Königshainer Berge.

Als Teil der Bundesautobahn 4, in der Nähe von Görlitz zwischen den Anschlussstellen Nieder Seifersdorf (92) und Kodersdorf (93) liegend, unterquert er das Landschaftsschutzgebiet Königshainer Berge. Im Rahmen des Aus- und Neubaus der Bundesautobahn 4 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 15) wurde das Bauwerk errichtet. Der Baubeginn war 1996. Drei Jahre später folgte die Inbetriebnahme. Die Gesamtkosten des Tunnels betrugen ungefähr 80 Millionen Euro.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Röhren haben eine Länge von 3279 m bzw. 3281 m.[1] Von beiden Seiten in Richtung Tunnelmitte ist eine Steigung von rund 0,5 % vorhanden. Die Portale liegen auf einer Höhe von ungefähr 192 m ü. NN. Der Achsabstand zwischen den Röhren beträgt etwa 25 m, bei einer maximalen Überdeckung von 50 m. Jede Röhre hat eine Lichtraumhöhe von 4,5 m und eine Lichtraumbreite von 9,5 m, die sich aufgliedert in zwei 3,5 m breite Fahrstreifen, Randstreifen von 0,25 m und beidseitige Notgehwege von 1,0 m Breite. In beiden Röhren gibt es im Abstand von 642 m vier 40 m lange Pannenbuchten. Die Richtungsfahrbahnen sind durch neun befahrbare Verbindungstunnel in Abständen von 321 m miteinander verbunden. 24 Strahlventilatoren belüften jede Röhre in Längsrichtung.

Der Tunnelbau im anstehenden Granit erfolgte im bergmännischen Sprengvortrieb und Spritzbetonausbau nach der neuen österreichischen Tunnelbauweise. Die Röhren wurden parallel von beiden Portalen aus aufgefahren. Die Regelquerschnittsfläche beträgt 80,5 m² und es fielen 570.000 m³ Ausbruchmaterial an.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt unter anderem alle 165 m Notrufnischen, bei deren Benutzung die Ampeln im Tunnel auf Gelb geschaltet, ein generelles Überholverbot und Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h angezeigt werden. Gefahrguttransporte dürfen den Tunnel durchqueren.

Tunnelbrand und Streckensperrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Pfingstsonnabend 2013 brannte ein LKW in der südlichen Röhre (ostwärtige Richtungsfahrbahn) aus.[2] Auf Grund des Brandes musste die Tunnelröhre an dieser Stelle saniert werden, der ostwärtige Verkehr von täglich ca. 30.000 Fahrzeugen wurde in dieser Zeit über mehrere Routen zum Teil weiträumig umgeleitet. Die Sanierung war Mitte Oktober 2013 abgeschlossen. Die Kosten betrugen rund zwei Millionen Euro.[2] Die Kosten der Sanierung der Umleitungsstrecken, die für die Verkehrsmenge nicht ausgelegt sind, und zum Teil erhebliche Schäden durch Schwerlastverkehr erlitten, betrugen weitere sechs Millionen Euro.[3] Während der Bergungsarbeiten kam es außerhalb des Tunnels zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Als ein Sattelzug nahezu ungebremst auf das Stauende auffuhr, starb ein Mann, sieben Personen wurden zum Teil schwer verletzt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bundesministerium für Verkehr: Brücken und Tunnel der Bundesfernstrassen 1999. Verkehrsblatt-Verlag, Dortmund, ISBN 3-89273-079-2, 1999; S. 127–142.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Müller+Hereth, Ingenieurbüro für Tunnel und Felsbau GmbH, Projektunterlagen
  2. a b Tunnelgutachten Königshainer Berge steht weiter aus. MDR, 12. August 2013, abgerufen am 19. November 2014.
  3. Sanierungspaket für Umleitungsstrecken nach Havarie im Tunnel Königshainer Berge. Landkreis Görlitz, 28. August 2014, abgerufen am 19. November 2014.
  4. Todesfalle Stauende. In: Sächsische Zeitung. 18. Mai 2013, abgerufen am 4. Juli 2013.