Tupoka Ogette

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Tupoka Ogette Oktober 2019

Tupoka Ogette (* 1980 in Leipzig) ist eine deutsche Autorin und Vermittlerin für Rassismuskritik.[1]

Leben und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tupoka Ogette wurde 1980 in Leipzig als Tochter eines tansanischen Studenten der Landwirtschaft und einer deutschen Mathematikstudentin geboren. Kurz vor der Wende übersiedelte ihre Mutter mit ihr nach West-Berlin, wo Ogette bis zu ihrem Abitur lebte.[2]

Sie hat einen Magister in Afrikanistik, mit Schwerpunkt Politik und Wirtschaft Afrikas, und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Leipzig. Von 2007 bis 2009 absolvierte sie Ihren Master in International Business an der Graduate School of Business in Grenoble, Frankreich. Von 2008 bis 2012 arbeitete sie als Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an der Université Stendhal in Grenoble. Dort lehrte sie unter anderem Deutsch als Fremdsprache, Business-Deutsch, interkulturelle Kompetenz, interkulturelles Management und Projektmanagement. Weiterhin organisierte sie Konferenzen, Workshops, Tagungen, Studentenaustauschprogramme und Ausstellungen im Kontext interkulturellen Hochschulaustauschs zwischen Deutschland und Frankreich.

Seit 2012 ist Tupoka Ogette in der Selbständigkeit tätig als Beraterin, Rednerin und Autorin.

Sie ist mit dem Künstler und Bildhauer Stephen Lawson verheiratet. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt sie in Berlin.

Antirassismus-Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tupoka Ogette ist Trainerin und Beraterin für Rassismuskritik und Antirassismus in der Dachregion. Gemeinsam mit ihrem Team begleitet sie Unternehmen, Organisationen und Verbände mit individuellen Workshops, Vorträgen und Beratungen auf ihrem rassismuskritischen Weg. Sie leitet Workshops zu Rassismus und dessen Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft und ist darüber hinaus als Rednerin und Autorin tätig. In ihren Workshops führt sie unter anderem Sensibilisierungen zu den Themen struktureller Rassismus, Intersektionalität und Empowerment durch. Seit 2021 bildet Tupoka Ogette als Mentorin neue „Trainer*innen“ aus. Diese werden von ihr begleitet und ergänzen das Team als „Referent*innen“ für Workshops. Tupoka Ogette und ihr Team konnten in den letzten Jahren mit rund 1000 Veranstaltungen in über 300 Institutionen schon mehr als 10.000 Menschen erreichen. Hierzu zählen unter anderem auch Institutionen wie beispielsweise Google, Vogue oder das Auswärtige Amt.[3][4]

Auf ihren Social Media Plattformen führt Tupoka Ogette ihre rassismuskritische Bildungsarbeit fort. Hierzu zählt das Rassismus-Alphabet, eine Reihe auf dem Instagram Kanal von Tupoka, in dem verschiedene Begriffe im Zusammenhang mit Antirassismus kompakt definiert und erklärt werden. Außerdem bietet der Black Artist Monday die Möglichkeit, jede Woche eine Schwarze Person und ihre Kunst vorzustellen, um auf sie aufmerksam zu machen. Zudem wird anlässlich des Black History Month’s, jedes Jahr im Februar eine bemerkenswerte Schwarze Persönlichkeit und ihre Arbeit auf Instagram vorgestellt.[5]

Seit 2019 betreibt sie zudem den Podcast TuPodcast – Gespräche unter Schwestern[6], in dem ein Safer Space für und von Schwarzen Frauen geschaffen werden soll. Hierbei bildet der Tupodcast ein Raum für Gespräche über das Schwarz- und Frausein, sowie über das Überleben in einer weißen, patriarchalen Mehrheitsgesellschaft, ein. Gemeinsam mit ihren Gästinnen aus Wissenschaft, Politik, Film, Fernsehen uvm., gibt Tupoka einen Einblick in die Vielfalt der Perspektiven und Lebensrealitäten von Schwarzen Frauen in Deutschland.[7]

Im Jahr 2021 wurde die Tupokademie gelauncht. Diese bietet – digital und alltagsnah – einen rassismuskritischen Online-Kurs mit unterschiedlichen Optionen an. In einem 8-wöchigen Online-Kurs wird jede Woche der Zugang zu einem neuen Modul freigeschaltet, bestehend aus Erklärvideos, in denen Tupoka und Stephen Lawson sprechen. Zudem wird der Kurs durch ein Journal das TUPOKADEMIE-Journal! begleitet.[8]

Gemeinsam mit ihrem Mann Stephen Lawson betreiben sie seit 2019 ein Atelier, wo verschiedene Aktivitäten und Projekte stattfinden. Der Ort bietet unter anderem einen sichereren Raum für junge Menschen, um sich kreativ auszuleben und sich miteinander auszutauschen.[9]

Auf dem Album Platz an der Sonne der Hip-Hop-Kombo BSMG (Megaloh, Ghanaian Stallion und Musa) gibt es einen Ausschnitt aus einem Interview von Tupoka Ogette.

Schriftstellerische Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2017 erschien ihr Handbuch exit Racism. Rassismuskritisch denken lernen.[10] Das Buch beschäftigt sich mit Rassismus, dessen Geschichte und Wirkungsweisen und versteht sich als lesbarer Workshop, um rassismuskritisches Denken und Handeln zu erlernen. Das im Unrast Verlag veröffentlichte Buch erhielt positive Rezensionen[11], lag 2020 bereits in der 10. Auflage vor und prägte maßgeblich die rassismuskritische Bildungsarbeit.[12] Besonders im Zuge der Antirassimusproteste nach der Tötung des Schwarzen US-Amerikaners George Floyd durch die Polizei wird das Buch als Einführungswerk zur Beschäftigung mit Rassismus für Nichtbetroffene empfohlen[13], sodass im Juni 2020 die 7. Auflage erschien.[14] Das Buch erschien im April 2020 auch als digitales Hörbuch[15]. Im Juni 2020 stieg das Buch in der Spiegel-Bestseller-Liste Sachbuch/Taschenbuch auf Platz 3 ein.[16]

Am 8. März 2022 erscheint Und jetzt du. Rassimuskritisch leben., das zweite Buch von Tupoka Ogette beim Penguin Verlag. Aufbauend auf dem ersten Buch, liegt diesmal der Fokus darauf wie Menschen lernen können, Rassismus in verschiedenen Kontexten zu erkennen. Diese vertiefende Auseinandersetzung mit praktischen Übungen soll neue Perspektiven, Begegnungen und Diskussionen ermöglichen.[17]

Im September 2022 soll außerdem das Buch Ein rassismuskritisches Alphabet veröffentlicht werden. Jedem Buchstaben wird hier ein Begriff rund um das Thema Rassismus zugeordnet und definiert. Zuvor hatte Tupoka das Alphabet bereits auf ihrem Instagram-Kanal geteilt.[18]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2019 wurde sie vom Magazin Edition F als eine der 25 einflussreichsten Frauen des Jahres ausgezeichnet. Die Jury hob hervor, dass Ogette „in über 500 Workshops, Beratungen, Tagungen und Vorträgen bisher bereits um die 10.000 Menschen erreichen [konnte].“[19] Vom Spiegel Online wurde Ogette als eine von zehn Frauen in den Bildungskanon zum Thema Theorie und Politik aufgenommen.[20] Im Jahr 2021 erhielt sie den Idol of the Year[21] Award bei den About You Awards. Zudem wurde Tupoka Ogette für den Grimme Online Award 2021 nominiert.[22]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • exit RACISM: Rassismuskritisch denken lernen. Unrast, Münster 2017, ISBN 9783897712300.
  • exit RACISM: Rassismuskritisch denken lernen. Das Hörbuch. Struck & Tatze 2020, ISBN 0678247689892.
  • Und jetzt du. Rassimuskritisch leben. Penguin Verlag, München 2022, ISBN 978-3-328-60218-7.
  • TuPodcast – Gespräche unter Schwestern. Tupoka Ogette und Stephen Lawson.[23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. buchreport. Abgerufen am 20. Oktober 2020 (deutsch).
  2. Daniel Schulz: „Ich war nie das Volk“. In: Die Tageszeitung: taz. 2. November 2019 (taz.de [abgerufen am 27. Januar 2020]).
  3. EXIT RACISM von Tupoka Ogette. Abgerufen am 4. März 2022.
  4. Tupokademie. Abgerufen am 4. März 2022 (deutsch).
  5. Instagram. Abgerufen am 4. März 2022.
  6. Tupoka Ogette: Tupodcast. Abgerufen am 27. Januar 2020.
    Tupoka Ogette: tupodcast. Abgerufen am 17. März 2020.
  7. Tupoka Ogette. Abgerufen am 4. März 2022 (deutsch).
  8. Tupokademie. Abgerufen am 4. März 2022 (deutsch).
  9. Tupoka Ogette: “Afrodeutsch? Das bin ja ich!” | GERMANIA. Abgerufen am 4. März 2022 (deutsch).
  10. UNRAST Verlag | exit RACISM. Abgerufen am 17. März 2020.
  11. Selina Staniczek: Happyland’s End. (PDF) In: konkret. 20. September 2017, abgerufen am 10. April 2018.
    Reinhild Khan: exit RACISM. In: ekz.bibliotheksservice. 12. Juni 2017, abgerufen am 10. April 2018.
    Claudia Schneider: exit RACISM. Rassismuskritisch denken lernen. (PDF) In: EfEU. März 2018, abgerufen am 10. April 2018.
  12. Bayerischer Rundfunk Malcolm Ohanwe: "Exit Racism" von Tupoka Ogette: Diese Antirassismus-Expertin solltest du kennen. 17. Oktober 2019 (br.de [abgerufen am 27. Januar 2020]).
    Aminata Touré: „Im Profil“ im Ostholsteiner Anzeiger. 18. September 2019, abgerufen am 27. Januar 2020.
  13. Malcolm Ohanwe, Kofi Shakur, Aylin Karabulut, Susan Barth bento: Drei Bücher gegen Rassismus, die du lesen solltest. Abgerufen am 8. Juni 2020.
    Einfach nur raus! Abgerufen am 8. Juni 2020.
    Antirassismus-Trainerin Tupoka Ogette - Wie wir mit unseren Kindern über George Floyd sprechen können. Abgerufen am 8. Juni 2020 (deutsch).
    Andreas Austilat, Julia Weiss, Kevin P. Hoffmann, Annette Kögel, Angie Pohlers, Leonard Brandbeck: „Ich kann mich hier nicht frei bewegen“. In: tagesspiegel. Abgerufen am 8. Juni 2020.
    Alexander Moritz: Soziologin zur deutschen Debatte über Rassismus - "Die ständigen Ausreden bin ich leid". In: Deutschlandfunk Kultur. Deutschlandfunk, abgerufen am 8. Juni 2020 (deutsch).
    Elisa Eberle: „Wir alle unterliegen bestimmten Rassismen“. In: weser-kurier.de. Abgerufen am 8. Juni 2020.
  14. Pressemitteilung zur 7. Auflage von exit RACISM. UNRAST Verlag, abgerufen am 8. Juni 2020.
  15. EXIT RACISM. Abgerufen am 4. Juli 2020.
  16. Raus aus Happyland!, auf stellwerk-magazin.de, abgerufen am 31. Dezember 2020
  17. Und jetzt du. Rassismuskritisch leben. Das neue Buch von SPIEGEL-Bestsellerautorin Tupoka Ogette. 2022, abgerufen am 4. März 2022 (deutsch).
  18. Ein rassismuskritisches Alphabet (Taschenbuch), Tupoka Ogette. Abgerufen am 30. März 2022.
  19. Redaktion Edition F: Die 25 Frauen, die mit ihrer Stimme unsere Gesellschaft bewegen. In: EDITION F. 16. Mai 2019, abgerufen am 27. Januar 2020.
  20. Sibylle Berg: Bildungskanon: Welche Frauen man heute kennen muss. Der Spiegel, abgerufen am 27. Januar 2020.
  21. ABOUT YOU Awards 2021: Das war die größte Award Show der Social Media Branche live auf ProSieben mit prominenten Gästen und emotionalen Momenten. 21. Mai 2021, abgerufen am 21. Mai 2021.
  22. Tupoka Ogette auf Instagram. Abgerufen am 4. März 2022 (deutsch).
  23. Tupoka Ogette: tupodcast. Abgerufen am 4. März 2022.