ekz.bibliotheksservice

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ekz.bibliotheksservice GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1947
Sitz Reutlingen
Leitung Dr. Jörg Meyer
Mitarbeiter 234 (2011)
Umsatz 41,5 Mio. € (2011)
Branche Bibliothekswesen
Website www.ekz.de
Stand: 30. Januar 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

ekz.bibliotheksservice
Ekz.bibliotheksservice IMG 0530 by Vux.JPG

ekz.bibliotheksservice

Gründung 1947
Ort Reutlingen
ISIL DE-Rt5
Website www.ekz.de
Stand der ekz Gruppe auf dem 106. Deutschen Bibliothekartag 2017 in Frankfurt

Die ekz.bibliotheksservice GmbH mit Sitz in Reutlingen, kurz oft ekz genannt,[1] ist ein Dienstleistungsunternehmen, dessen Angebote sich überwiegend an Öffentliche Bibliotheken richten. Sie unterhält ein Lektorennetzwerk, das die etwa 90.000 jährlichen Neuerscheinungen in deutscher Sprache durchforstet und 14.000 bis 16.000 Titel für den „bibliothekarischen Bestandsaufbau“ auswählt.[2] Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2011 auf rund 41,5 Mio. Euro (einschließlich der Tochterunternehmen in Österreich und Frankreich) bei durchschnittlich 234 Beschäftigten, die Bilanzsumme auf rund 24,3 Mio. Euro.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ekz wurde 1947 unter dem Namen Einkaufszentrale für Öffentliche Büchereien GmbH[4] durch Körperschaften der öffentlichen Hand in Reutlingen gegründet (siehe auch Gesellschafterstruktur). Grundlage der Geschäftsgründung war ein während des Zweiten Weltkrieges von Leipzig nach Reutlingen verlegtes Bücherlager des Einkaufshauses für Volksbüchereien.[5]

1952 wurde das bis heute genutzte Firmengelände an der Ecke Bahnhofstraße/Bismarckstraße in Reutlingen bezogen.[6] Hier arbeiteten zeitweise bis zu 420 Mitarbeiter und erwirtschafteten im Rekordjahr 1980 einen Umsatz von über 45 Mio. DM;[7] alleine in der eigenen Großbuchbinderei waren 1987 rund 140 Mitarbeiter beschäftigt.[8] Seither ging die Zahl der Mitarbeiter bei insgesamt gestiegenen Umsätzen kontinuierlich zurück (vgl. den Jahresabschluss 2011.)[3]

1975 änderte das Unternehmen die Bezeichnung in Einkaufszentrale für Öffentliche Bibliotheken GmbH,[9] 1994 in Einkaufszentrale für Bibliotheken GmbH,[10] 1999 in die aktuelle Benennung.[11]

Die ekz ist Mitglied bei Bibliothek & Information Deutschland und bei der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA).

Gesellschafterstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ekz nahm lange Jahre eine Sonderstellung im deutschen Bibliothekswesen als ein Wirtschaftsunternehmen im Besitz der öffentlichen Hand ein. Die Zahl der Gesellschafter erhöhte sich von 18 bei der Gründung 1947 (5 Länder, 12 Städte und ein kommunaler Verband)[5] bis 1987 auf 71 (u. a. sämtliche Bundesländer inklusive der Stadt Bremen und der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen, 56 weitere Städte, 3 Gebietskörperschaften und eine weitere Stiftung)[12] und noch einmal nach der Wende.[13]

Seit erstmals 2005[13] wurde die ekz sukzessive privatisiert, die Zahl der öffentlichen Gesellschafter hat sich auf 18 reduziert (Stand 2012), die 32,9 % der Anteile halten; die restlichen Anteile liegen bei Jörg Meyer[14], der seit 2004 Geschäftsführer und seit 2007 Haupteigentümer der ekz ist.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kerngeschäftsbereiche sind

  • der Vertrieb von Medien an (Öffentliche) Bibliotheken einschließlich Formal- und Sacherschließung,
    • Bücher u. a. in diversen Spezialeinbänden;
    • lange Zeit auch Verarbeitung von Planodruckbogen zu Büchern;
    • sogenannte ausleihfertige Bearbeitung von Medien (u. a. Einarbeitung von RFID-, Sicherungs- und Eigentumsetiketten, Aufkleben von Signaturschildern und Interessenkreisaufklebern)
  • Entwicklung und Vertrieb von Bibliothekszubehör (u. a. Bücherstützen, Bibliothekstechnik) und
  • Entwicklung und Vertrieb von Bibliotheksmöbeln (u. a. Regalsysteme, Thekenmöbel, Bücherwagen).

Dazu kommen derzeit u. a. Angebote in Projektberatung für Bibliotheken, für Schulbibliotheken, an Veranstaltungen für Mitarbeiter im Bibliothekswesen und Beteiligung an Bibliotheks-GmbHs[15] (aktuell in Monheim am Rhein, zuvor in Siegburg und Schriesheim).[16]

Das Unternehmen gilt nach Konrad Umlauf, Informationswissenschaftler an der Humboldt-Universität Berlin, als leistungsfähigste Bibliotheksfachfirma (library suppliers) mit dem größten Marktanteil in Deutschland[17].

ekz-Informationsdienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ein Jahr nach der Gründung legte die ekz gedruckte Angebotslisten für Bücher vor,[5] die im seit 1954 selbstständig und monatlich erscheinenden Buchanzeiger für öffentliche Büchereien aufgingen.[18] Im Wesentlichen wurden Rezensionen von Mitarbeitern der bibliothekarischen Fachzeitschrift Bücherei und Bildung (später Buch und Bibliothek, heute BuB – Forum Bibliothek und Information) bzw. Kurzfassungen der im umfangreichen Besprechungsteil dieser Zeitschrift erscheinenden Besprechungen verwendet.[5] Parallel dazu wurde 1969 ein wöchentlich und bis heute in Zettelform erscheinender ekz-Informationsdienst eingerichtet.[19]

Beide Publikationen wurden 1976 in die Lektoratskooperation mit dem Verein der Bibliothekare an Öffentlichen Bibliotheken (VBB, einer Vorgängerorganisation des heutigen Berufsverbandes Information Bibliothek) und dem Deutschen Bibliotheksverband eingebracht; aus 1976 plangemäß 9.000 Begutachtungen[9] sind zwischenzeitlich rund 20.000 Besprechungen für Buch und Nonbooks in verschiedenen Publikationsorganen geworden.[20] Die Zeitschrift Besprechungen, Annotationen, seit 1976 Nachfolger des Buchanzeigers, wurde 2010 allerdings nachfragebedingt eingestellt.[21]

Unternehmensgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich und Frankreich wurden in den Jahren 2000 und 2001 Niederlassungen gegründet. In der Schweiz hält die ekz Beteiligungen an der 2001 gegründeten SBD.bibliotheksservice ag.[22] In weiteren europäischen Ländern bis hin nach Russland arbeitet die ekz mit Partnerfirmen zusammen.[23]

Des Weiteren gehören mit der EasyCheck GmbH & Co. KG ein Technologielieferant für Bibliotheken und mit der NORIS Transportverpackung GmbH in Nürnberg ein Hersteller von Medienverpackungen als Tochterunternehmen zur Unternehmensgruppe.[22]

Seit 2010 gehört auch die 4Readers GmbH und Co. KG zur ekz-Gruppe. Sie betreibt das Onlineportal sofortwelten.de, das Unterhaltungsmedien und Fachbücher als Download- oder Versand-Produkte an Endkunden verkauft.[24]

Außerdem ist die ekz an der divibib GmbH beteiligt,[22] dem Betreiber der Onleihe,[25] eines Services für die Online-Ausleihe von digitalen Medien an Bibliotheken.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rupert Hacker: Bibliothekarisches Grundwissen. 7., neu bearb. Aufl., München : Saur, 2000, S. 57, ISBN 3-598-11394-3
  • Bibliotheks-Kalender 2005. Bock + Herchen, Bad Honnef 2005, S.175, ISSN 0720-4310
  • SWR, Hörfunksendung 1. Oktober 2000, 26 Min.: Bibliotheken für Ost und West aus Reutlingen - die ekz.bibliotheksservie GmbH wird zum european player.
  • 40 Jahre EKZ : eine Dokumentation zum Firmenjubiläum 1987. EKZ-Verlag, Reutlingen 1987
  • 1947 - 2007, seit 60 Jahren für Sie da! EKZ, Reutlingen 2007
  • Hans Joachim Kuhlmann: Bibliothekare, Bibliotheken, ekz : die Beziehungen zwischen der ekz und den Verbänden des Öffentlichen Bibliothekswesens bis zur Absprache über die Lektoratskooperation. ekz, Reutlingen 1993. Inhaltsverzeichnis
  • Henner Grube: Zukunft der Bibliothek, Nutzung digitaler Ressourcen, Schule und Bibliothek. ekz, Reutlingen 2000, ISBN 3-920279-15-8. (ekz-Konzepte. 8, ISSN 0945-7135).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So u. a. in der Dokumentation 40 Jahre ekz wie auch auf der eigenen Website.
  2. Astrid Herbold: Lesen und lesen lassen. In: Der Tagesspiegel, 24. März 2015, S. 25.
  3. a b Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2011 beim Bundesanzeiger, abgerufen am 30. Januar 2013
  4. Michael Sieber: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Aufgaben der ekz im Bibliothekswesen, Festrede 2005 zur Geschichte und Aufgabenstellung seit 1947, pdf, abgerufen am 28. Juni 2012
  5. a b c d 40 Jahre ekz. Eine Dokumentation zum Firmenjubiläum 1987, Reutlingen, 1987, S. 46
  6. 40 Jahre ekz. Eine Dokumentation zum Firmenjubiläum 1987, Reutlingen, 1987, S. 47
  7. 40 Jahre ekz. Eine Dokumentation zum Firmenjubiläum 1987, Reutlingen, 1987, S. 51
  8. 40 Jahre ekz. Eine Dokumentation zum Firmenjubiläum 1987, Reutlingen, 1987, S. 44
  9. a b 40 Jahre ekz. Eine Dokumentation zum Firmenjubiläum 1987, Reutlingen, 1987, S. 50
  10. GND 2042156-4, GND 5153980-9 Körperschafts-Datensätze der Gemeinsamen Normdatei
  11. GND 5153980-9, GND 2179271-9 Körperschafts-Datensätze der Gemeinsamen Normdatei
  12. 40 Jahre ekz. Eine Dokumentation zum Firmenjubiläum 1987, Reutlingen, 1987, S. 43, Liste der Gesellschafter S. 45
  13. a b Michael Sieber: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Aufgaben der ekz im Bibliothekswesen (PDF-Datei; 47 kB)
  14. Stadt Essen: Beteiligungsbericht 2013, S. 208
  15. Überblick der Angebote auf der Website des Unternehmens, abgerufen am 12. Juli 2012
  16. Überblick auf der Website des Unternehmens, abgerufen am 12. Juli 2012
  17. Konrad Umlauf: Bücher und Infobroschüren Onlineversion
  18. DNB 01184955X, DNB 010741933 Titel-Datensätze der Deutschen Nationalbibliothek.
  19. 40 Jahre ekz. Eine Dokumentation zum Firmenjubiläum 1987, Reutlingen, 1987, S. 49
  20. Bibliothekarische Dienstleistungen, Details, abgerufen am 28. Juni 2012
  21. Besprechungen, Annotationen, Heft 12/2010, S. 2
  22. a b c Unternehmensgruppe, abgerufen am 12. Juli 2012
  23. ekz in Europa, abgerufen am 12. Juli 2012
  24. Sofortwelten-Webseite und Pressemitteilung der ekz.
  25. Onleihe-Webseite, abgerufen am 6. November 2013, und Homepage divibib.