U9-Spange (U-Bahn München)

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Möglicher Verlauf der U9. Die Neubaustrecke ist gelb unterlegt.

Die U9-Spange der Münchner U-Bahn ist ein geplanter Streckenabschnitt im U-Bahn-Netz der bayerischen Landeshauptstadt München. Sie verläuft in Nord-Süd-Richtung und soll vor allem der Entlastung der Stammstrecke 1 dienen. Sie soll am U-Bahnhof Dietlindenstraße von der Stammstrecke 1 abzweigen und weiter über die Pinakotheken, den Hauptbahnhof und die Theresienwiese zur Implerstraße führen, wo sie wieder in die Stammstrecke 1 einmünden soll. Darüber hinaus soll eine Verbindung zwischen der neuen Trasse und der Stammstrecke 2 südlich der Station Theresienstraße realisiert werden. Am 24. Januar 2018 hat die Vollversammlung des Münchner Stadtrats der Beschlussvorlage zur weiteren Planung der U9 einstimmig angenommen. Die Ergebnisse einer zweiten Machbarkeitsstudie sollen bis Ende 2018[veraltet] vorliegen.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem bereits von 2007 bis 2010 die Anzahl der Fahrgäste der Münchner U-Bahn um 12,5 Prozent gestiegen ist, rechnet die MVG mit einem weiter andauernden Anstieg der Fahrgastzahlen, zumal für München und die Region steigende Einwohnerzahlen prognostiziert werden. Diese Entwicklung kann mit einer maximalen Taktverdichtung nicht ausreichend kompensiert werden. Insbesondere die Umsteigebahnhöfe Sendlinger Tor und Odeonsplatz an der Stammstrecke 1, die sich nur beschränkt ausbauen lassen, sind von einer Überlastung bedroht.

Eine Machbarkeitsstudie ergab, dass der Bau einer U-Bahn-Strecke von der Münchner Freiheit über den Hauptbahnhof zur Implerstraße baulich machbar wäre. Die Stadtkämmerei geht von Baukosten zwischen 2,5 und 3,5 Mrd. € aus.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee einer U-Bahnstrecke zwischen den Stationen Implerstraße und Münchner Freiheit über den Hauptbahnhof und die Pinakotheken wurde erstmals im Jahr 2010 vom Münchner Stadtrat zur Untersuchung freigegeben.[3]

Erste konkrete Pläne zur U9 wurden 2014 bekannt gegeben. Sie sahen vor, dass die neue Strecke nicht mehr an der Münchner Freiheit, sondern an der Station Giselastraße von der Bestandsstrecke abzweigt. Von dort sollte die Linie über eine Station an den Pinakotheken und einen neuen Bahnhof am Hauptbahnhof und den bestehenden Bahnhof Theresienwiese der Linien U4 und U5 verlaufen und am Bahnhof Implerstraße wieder in die Stammstrecke 1 einfädeln. Die Verbindung zwischen U9 und der U2-Station Theresienstraße wurde als optional eingeplant. Als bauliche Maßnahmen wurden der viergleisige Ausbau der Stationen Giselastraße, Theresienwiese und Implerstraße sowie der Strecke zwischen der Giselastraße und der Münchner Freiheit eingeplant.[4]

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U9-Spange
Münchner U-Bahn
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
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von Garching/Fröttmaning
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Dietlindenstraße
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BSicon uSTRq.svgBSicon uxKRZu.svgBSicon uABZg+r.svg
Stammstrecke 1 von Scheidplatz/Moosach
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Münchner Freiheit U3
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Stammstrecke 1 nach Marienplatz
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Elisabethplatz
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Pinakotheken
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Stammstrecke 2 von Scheidplatz/Feldmoching
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Theresienstraße
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BSicon uSTRl.svgBSicon uxKRZu.svgBSicon uSTRq.svg
Stammstrecke 2 (U2)
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Stammstrecke 2 (U1)
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Erste S-Bahn-Stammstrecke
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Zweite S-Bahn-Stammstrecke
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Hauptbahnhof U1 U2 U4 U5 S-Bahn Stammstrecke 3
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Esperantoplatz
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Stammstrecke 1 von Marienplatz
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Poccistraße
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zur Betriebsanlage Theresienwiese
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Implerstraße (neu)
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Implerstraße
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Stammstrecke 1 nach Fürstenried West
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Stammstrecke 1 nach Klinikum Großhadern/Martinsried
Zukünftige U-Bahnlinien nach aktuellem Planungsstand. (März 2018)

Nach weiteren Untersuchungen präsentierte die Münchner Stadtverwaltung Anfang 2018 die bevorzugte Streckenvariante. Aus bautechnischen Gründen soll die Strecke nun am Bahnhof Dietlindenstraße abzweigen, die Münchner Freiheit wird über einen neuen, eigenen Bahnhof bedient. Die folgende Station Elisabethplatz taucht in älteren Planungen nicht auf, hier wäre ein Umstieg auf die ebenfalls in Planung befindliche Nordtangente der Straßenbahn möglich. Über die Station Pinakotheken, die westlich der gleichnamigen Straßenbahnstation, nämlich unter der Arcisstraße, liegen soll, führt die U9 zum Hauptbahnhof, der ebenfalls mit einer eigenen Station angebunden werden soll. Am Hauptbahnhof würde das Projekt eine Anpassung der Bauarbeiten zur Zweiten S-Bahn-Stammstrecke erfordern.

Südlich des Hauptbahnhofes soll die U9 einen Bahnhof unter dem Esperantoplatz bedienen, der während des Oktoberfests die Station Theresienwiese an den Linien U4 und U5 entlasten soll. Das Aufeinandertreffen der U9 mit der alten vom Marienplatz kommenden Strecke soll an einem komplett neuen Bahnhof entstehen, der östlich der Station Implerstraße liegen und diese sowie die Nachbarstation Poccistraße ersetzen soll. Südlich davon trennen sich die Strecken wieder und werden in die bestehenden Südäste von U3 und U6 eingefädelt.

Zusätzlich zu dieser Hauptstrecke gibt es die Option, eine Verbindungsstrecke zur Stammstrecke 2 zu bauen. Diese soll von der neuen Strecke nördlich vom Hauptbahnhof abzweigen und am Bahnhof Theresienstraße in den Nordast der U2 einmünden.[5][6]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U9[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Nutzung der neuen Trasse ist eine neue U-Bahn-Linie (Arbeitstitel U9) vorgesehen, die nördlich und südlich davon die Äste der derzeitigen U6 befährt. Die Linie ersetzt damit die U6 und verkehrt zwischen den Endhaltestellen Garching-Forschungszentrum im Norden und dem (gegenwärtig noch in Planung befindlichen) Bahnhof Martinsried.

Verstärkerlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach derzeitiger Planung wird die Verbindungsstrecke zwischen Hauptbahnhof (U9) und Theresienstraße realisiert, wo eine weitere Verstärkerlinie den Nordast der U2 mit einem Südast der Stammstrecke 1 verbinden könnte (Arbeitstitel U29):[1]

U2 NordScheidplatzTheresienstraßeHauptbahnhof – Esperantoplatz – ImplerstraßeU6 Süd

Bei Fußball-Großereignissen soll eine Direktverbindung vom Marienplatz nach Fröttmaning bedient werden.[1]

Nicht mehr geplant sind folgende Verstärkerlinien:

Durch die Entlastung des zentralen Abschnittes der ersten Stammstrecke hätte dort eine Verstärkerlinie verkehren können, die den Nordast der U2 direkt mit dem Marienplatz verbunden hätte (Arbeitstitel U10). Stattdessen soll eine Taktverdichtung auf 2 Minuten auf der U3 durchgeführt werden.

U2 NordScheidplatzMünchner FreiheitMarienplatzImplerstraßeU6 Süd

In diesem Fall wäre der zentrale Abschnitt der Stammstrecke 2 entlastet worden, sodass dort eine Linie verkehren hätte können, deren Verlauf der heutigen U7 ähneln geähnelt hätte (Arbeitstitel U11):

U1 NordHauptbahnhofKolumbusplatzInnsbrucker Ring – Richtung Neuperlach Süd oder Messestadt Ost

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit der Stammstrecke 1 zwischen Münchner Freiheit und Implerstraße würde der am höchsten frequentierte Streckenabschnitt im U-Bahn-Netz entlastet werden.
  • Da die neue Strecke zwischen Implerstraße und Münchner Freiheit über weniger Haltestellen verfügen würde, verkürzen sich die Fahrtzeiten gegenüber Fahrten auf der ersten Stammstrecke.
  • Es würden neue Direktverbindungen, insbesondere vom Hauptbahnhof zur Allianz Arena und dem Forschungszentrum in Garching, entstehen.
  • Es wird eine höhere Kapazität bei Fußballspielen in der Allianz Arena und bei Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest auf der Theresienwiese erreicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Entlastungsspange U9. Münchner Verkehrsgesellschaft, 2019, abgerufen am 13. Juli 2019.
  2. Heiner Effern: Die geplante U 9 wird teurer als gedacht. In: sueddeutsche.de. 25. November 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 26. November 2017]).
  3. Dominik Hutter: Münchner Traumstrecken. In: www.sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010, abgerufen am 21. Januar 2018.
  4. Marco Völklein: So soll die U9 aussehen. In: www.sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 11. Februar 2014, abgerufen am 21. Januar 2018.
  5. Andreas Schubert: Neue U-Bahnlinie könnte U3 und U6 entlasten. In: www.sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 17. Januar 2018, abgerufen am 21. Januar 2018.
  6. Zukunftsfähigkeit des Münchner U-Bahn-Netzes – Bekenntnisbeschluss für die Entlastungsspange U9 sowie dafür erforderliche Vorhaltemaßnahmen für einen zusätzlichen U-Bahnhof am Hauptbahnhof. (PDF) In: www.ris-muenchen.de. Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München, 17. Januar 2018, abgerufen am 27. Januar 2018.