UN-Weltfrauenkonferenz

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Die UN-Weltfrauenkonferenz ist eine Veranstaltung zum Thema Frauen, die von den Vereinten Nationen im Prinzip alle fünf Jahre durchgeführt werden sollte. Die erste Weltfrauenkonferenz fand 1935 unter der Leitung Kemal Atatürks in Istanbul, die erste UN-Weltfrauenkonferenz im ersten Internationalen Jahr der Frau 1975 in Mexiko-Stadt statt.

Mexiko-Stadt, 1975[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Internationalen Jahr der Frau fand in Mexiko-Stadt erstmals eine UN-Weltfrauenkonferenz statt. Delegierte aus 133 Ländern diskutieren über "Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden". Es wurde ein „Welt-Aktionsplan“ verabschiedet mit dem Ziel, die Stellung der Frau weltweit zu verbessern. Der Welt-Aktionsplan wurde von der UN-Generalversammlung übernommen, die die Jahre 1976–1985 als „UN-Dekade der Frau“ festlegte.[1]

Auf der Konferenz zeigten sich auch grundlegende Meinungsverschiedenheiten zwischen zivilgesellschaftlichen Frauenorganisationen aus aller Welt: So warfen etwa Vertreterinnen aus Lateinamerika und Afrika Feministinnen aus den USA und Westeuropa eine zu starke Fokussierungen auf das Thema Schwangerschaftsabbrüche vor. Dabei wurde nicht zuletzt die Heterogenität der Lebenswelten der Aktivistinnen deutlich; viele plädierten vor dem Hintergrund der Verhältnisse in ihren Heimatländern stärker für die Konzentration auf die Themen Entwicklung und Frieden. Lateinamerikanische Vertreterinnen prangerten in diesem Sinne das Verschwindenlassen von Menschen unter den Militärjuntas an, während Afrikanerinnen sich vor allem Frieden für den eigenen Kontinent wünschten. Dennoch standen das heterogene Meinungsspektrum innerhalb der Frauenrechtlerinnen wie auch die Realitäten des Kalten Krieges einer allgemein zu verzeichnenden Bedeutungssteigerung der Thematik der Frauenrechte auf internationalem Parkett kaum entgegen.[2]

Als Folge der Konferenz wurde 1976 die UNIFEM mit dem Ziel gegründet, die Situation und den Lebensstandard von Frauen in Entwicklungsländern über konkrete Investitionen und über den Gesetzesweg zu verbessern. Die an der Konferenz entworfene Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women CEDAW) wurde 1979 in leicht veränderter Form von der Generalversammlung adoptiert.

Kopenhagen, 1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der UN Mid-Decade World Conference on Women deutsch ‚Weltkonferenz in der Mitte der Dekade‘ in Kopenhagen (Dänemark) nahmen über 1300 Delegierte aus 145 Ländern teil, um über die Umsetzung der in Mexiko-Stadt verabschiedeten Resolutionen und Aktionspläne zu diskutieren. Parallel zur offiziellen Konferenz fand ein NGO-Forum statt.

Nairobi, 1985[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Dritten UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi (Kenia) nahmen 1400 offizielle Delegierte aus 157 Ländern teil. Es wurde ein Papier namens Forward-Looking Strategies adoptiert, ein Aktionsplan für die Umsetzung der Beschlüsse von Mexiko-Stadt und Kopenhagen bis zum Jahr 2000.

Peking, 1995[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Vierten UN-Weltfrauenkonferenz und dem parallel dazu stattfindenden NGO-Forum im September 1995 in Peking nahmen 47.000 Teilnehmerinnen, darunter 6000 offizielle Delegierte aus 189 Ländern teil. Die Konferenz stand unter dem Motto „Handeln für Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden“. Insbesondere das kulturell und traditionell unterschiedliche Verständnis von Frauenrechten wurde heftig und kontrovers diskutiert. Das Ergebnis der Diskussionen war ein Forderungskatalog, die so genannte Aktionsplattform, welche mithilfe von Nichtregierungsorganisationen ausgearbeitet und von 189 Staaten im Konsens verabschiedet wurde. Darin verpflichteten sich Staaten insbesondere, die Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen der Gesellschaft (d. h. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft) zu fördern, die Rechte der Frauen zu schützen, die Armut von Frauen zu bekämpfen, Gewalt gegen Frauen als Menschenrechtsverletzung zu verfolgen, und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gesundheitsversorgung und im Bildungssystem abzubauen. Um die Umsetzung der Aktionsplattform zu überwachen, wurde bei den Vereinten Nationen eine „Abteilung zur Förderung der Frau“ eingerichtet.[3]

Außerdem kann man die Abschlusserklärung der Weltfrauenkonferenz in Peking wie auch jene der Konferenz in Nairobi zehn Jahre zuvor als Vorläufer der für die Frauenrechte wichtigen UN-Resolution 1325 aus dem Jahr 2000 bezeichnen, die als Meilenstein zur Ächtung sexueller Kriegsgewalt gegen Frauen und Mädchen gilt.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rita Schäfer: Resolution des UN-Sicherheitsrats zu Frauen, Frieden und Sicherheit (2000). In: Quellen zur Geschichte der Menschenrechte. Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert, Oktober 2017, abgerufen am 2. November 2017.
  2. Rita Schäfer: Resolution des UN-Sicherheitsrats zu Frauen, Frieden und Sicherheit (2000). In: Quellen zur Geschichte der Menschenrechte. Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert, Oktober 2017, abgerufen am 2. November 2017.
  3. Erklärung und Aktionsplattform auf der Vierten UN-Weltfrauenkonferenz in Peking. 15. September 1995, deutsche Übersetzung, Website der UN.
  4. Rita Schäfer: Resolution des UN-Sicherheitsrats zu Frauen, Frieden und Sicherheit (2000). In: Quellen zur Geschichte der Menschenrechte. Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert, Oktober 2017, abgerufen am 2. November 2017.