Ubiratàn D’Ambrósio

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ubiratàn D’Ambrósio (* 8. Dezember 1932 in São Paulo) ist ein brasilianischer Mathematikhistoriker und Mathematikpädagoge.

Leben[Bearbeiten]

D’Ambrósio wurde 1963 in Mathematik an der Universität von São Paulo promoviert. Bis zu seiner Emeritierung 1993 war er Professor an der Staatlichen Universität von Campinas (UNICAMP). 1972 bis 1980 war er dort Direktor des Instituts für Mathematik, Statistik und Informatik und 1982 bis 1990 Pro-Rektor (Vizepräsident) der Universität. 1968 bis 1970 war er an der State University of New York in Buffalo. 1970 bis 1978 lehrte er auch an der Pädagogischen Hochschule in Bamako in Mali im Rahmen eines UNESCO Programms.

Er gilt seit Ende der 1970er Jahre als einer der Begründer und Proponent der Ethno-Mathematik, der Beschäftigung mit völkerkundlichen Aspekten der Mathematik. Hier beschäftigt er sich auch speziell mit Mathematikgeschichte im Rahmen des Kolonialisierungsprozesses.

D’Ambrósio ist Gründer der brasilianischen Gesellschaft für Mathematikgeschichte und der International Group of Ethnomathematicians.

Schriften[Bearbeiten]

  • Ethnomathematics. Challenging Eurocentrism, in Arthur B. Powell, Marilyn Frankenstein (Herausgeber): Mathematics Education, eds. Arthur B. Powell and Marilyn Frankenstein, State University of New York Press, Albany 1997,S. 13-24.
  • Historiographical Proposal for Non-Western Mathematics, in Helaine Selin (Herausgeber): Mathematics Across Cultures. The History of Non-Western Mathematics, Kluwer Academic Publishers, Dordrecht, 2000, S. 79-92.
  • A matemàtica na época das grandes navegações e início da colonização, Revista Brasileira de História da Matemática, Band 1, 2001, S. 3-20.
  • Etnomatematica, Pitagora Editrice, Bologna, 2002 (Italienisch).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2001 erhielt er den Kenneth-O.-May-Preis.

Weblinks[Bearbeiten]