Ulmera

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Ulmera
Die Küstenstraße am Strand von Ulmera
Der Suco Ulmera liegt im Osten der Gemeinde Liquiçá. Der Ort Ulmera liegt im Norden an der Küste.
Daten
Fläche 40,79 km²[1]
Einwohnerzahl 3.527 (2015)[1]
Chefe de Suco Laurentino Martins
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Ermeta 1.482
Essirat 117
Fatubesilolo 363
Mane-Mori 413
Mane-Muno 573
Nauner 90
Neran 157
Terlau 114
Tetsari 218
Ulmera (Osttimor)
Ulmera
Ulmera
Koordinaten: 8° 34′ S, 125° 26′ O

Ulmera ist ein osttimoresischer Ort und Suco im Verwaltungsamt Bazartete (Gemeinde Liquiçá).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulmera
Orte Position[2] Höhe
Besite 8° 34′ S, 125° 27′ O m
Cassait 8° 34′ S, 125° 28′ O 25 m
Gerohata 8° 34′ S, 125° 26′ O m
Kampungbaru 8° 34′ S, 125° 27′ O m
Lebuloa 8° 39′ S, 125° 26′ O 572 m
Nasuto 8° 38′ S, 125° 27′ O 631 m
Palem 8° 34′ S, 125° 27′ O ?
Fahite 8° 34′ S, 125° 26′ O ?
Aufforstungsaktion in Ulmera

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Ulmera eine Fläche von 39,02 km².[3] Nun sind es 40,79 km².[1] Der Suco liegt im Osten des Verwaltungsamts Bazartete, am Südufer der Straße von Ombai. Östlich liegt der Suco Tibar, westlich die Sucos Motaulun und Fahilebo. Im Süden grenzt Ulmera an das Verwaltungsamt Railaco (Gemeinde Ermera) mit seinen Sucos Taraco und Liho. Die Südgrenze bildet der Fluss Mata Hare, der später in den Rio Comoro fließt.[4]

Der Küste entlang folgt die nördliche Küstenstraße, eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen des Landes, die die Landeshauptstadt Dili mit dem Nordosten des Landes verbindet. An ihr liegen (von Ost nach West) die Orte Cassait, Ulmera, Besite, Palem, Kampungbaru und Gerohata. Im Süden kommt von Tibar aus eine weitere Überlandstraße, die Richtung Railaco, Gleno und Ermera ins Bergland des Inselinneren führt. An ihr liegen die Dörfer Nasuto und Lebuloa (Libaloa). Bei Lebuloa führt die Überlandstraße über eine Brücke über den Mata Hare. Es gibt drei Grundschulen im Suco, in Cassait, in Ulmera (Escola Primaria Ulmera)[5] und in Lebuloa. An der Küste gibt es einen Ankerplatz. Ulmera verfügt zudem noch über eine medizinische Station.[6]

Im Suco befinden sich die neun Aldeias Ermeta, Essirat, Fatubesilolo, Mane-Mori, Mane-Muno, Nauner, Neran, Terlau und Tetsari.[7]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Suco Ulmera hat 3.527 Einwohner (2015), davon sind 1.798 Männer und 1.729 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 86,5 Einwohner/km². Im Suco gibt es 547 Haushalte.[1] Über 48 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Fast 34 % sprechen Mambai, fast 15 % Tokodede, Minderheiten Kemak, Makasae, Tetum Terik oder Baikeno.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Revolten in Osttimor zwischen 1860 und 1893

Ulmera war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Das von den Tetum dominierte Reich erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[9][10]

Im Frühjahr 1861 brach gegen die Zwangsarbeit an öffentlichen Projekten hier eine der Revolten von 1861 gegen die portugiesische Kolonialherrschaft aus. Gouverneur Afonso de Castro überredete den loyalen Liurai von Liquiçá zu einer Strafexpedition gegen Ulmera. Dom Carlos, der Liurai von Maubara zeigte Sympathien für die Rebellen. Es gibt Spekulationen, dass er selbst Ulmera zur Revolte angestachelt hatte. Castro führte schließlich selbst die Truppen nach Ulmera. Am 18. September versammelten sich in Dili 1.200 einheimische Krieger. Im revoltierenden Reich traf Castro noch auf die Unterstützung aus Liquiçá, so dass er nun über 3.000 Mann verfügte. Ulmera wurde überrannt und der Herrscher von Ulmera und sein Sohn als Gefangene nach Dili gebracht. Dort wurde eine Siegesfeier veranstaltet, wo der gefangene Liurai niederknien und sich zur Zahlung einer hohen Entschädigungssumme verpflichten musste. Auch die Köpfe der gefallenen Gegner wurden entsprechend der timoresischen Tradition der Kopfjagd präsentiert.[11] Castro schrieb später über die Rebellion:

„Es benötigt Stärke, nicht zum tyrannisieren, sondern um ein träges Volk dazu zu bringen, die Gesetze zu befolgen und zur Arbeit zu zwingen.[11]

1999 wurden zwölf Frauen, deren Männer angeblich bei der osttimoresischen Widerstandsbewegung FALINTIL waren, von der indonesischen Armee verhaftet. Mitglieder der pro-indonesischen Miliz Besi Merah Putih (BMP) sollen diese Frauen missbraucht und zur Zwangsarbeit gezwungen haben. Auch die 24 Kinder der Frauen wurden gefangen gehalten.[12] Faustino Filipe de Carvalho, der damalige Suco-Chef von Ulmera und BMP-Mitglied wurde am 11. Dezember 2012 zu sechs Jahren wegen illegaler Gefangennahme und Deportation von Zivilisten nach Kupang zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Miguel Soares, der in Besite aktiv war, erhielt neun Jahre Gefängnis, wegen seiner Beteiligung an der Ermordung von Fransisco Brás. Der BMP-Kommandant Salvador de Jesus wurde wegen der Beteiligung an der Ermordung von Felix Barreto und Francisco Brás zu 16 Jahren verurteilt.[13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde José Martins Soares zum Chefe de Suco gewählt.[14] Bei den Wahlen 2009 gewann Laurentino Martins.[15]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die australische Regierung unterstützte hier 2001 die Bauern beim Anbau von Wassermelonen, Chili und Bohnen, um der Bevölkerung eine Lebensgrundlage zu schaffen.[16] Zudem wurde 2008 mit Hilfe von USAID ein Tourismusprojekt begonnen. Am Strand Praia da Memoria hat man Picknickplätze und Toiletten angelegt. Besucher können nun Kayaks, Sonnenliegen und Sonnenschirme ausleihen. An der Küste kann man tauchen.

2011 entdeckte ein Bauarbeiter an der Laboa-Brücke einen goldfarbenen Stein, der sich als Pyrit (Katzengold) entpuppte. Dies könnte auf ein nennenswertes Eisenvorkommen hindeuten, das zur Eisengewinnung oder Zementproduktion verwendet werden könnte.[17]

In Ulmera wird Meersalz gewonnen.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulmera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Memento des Originals vom 5. Januar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  4. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  5. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  6. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento des Originals vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unmit.unmissions.org (PDF; 486 kB)
  7. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  8. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Ulmera (tetum; PDF; 8,2 MB)
  9. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história (Memento des Originals vom 13. November 2001 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/oecussi.no.sapo.pt
  10. East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive) im Internet Archive
  11. a b History of Timor – Technische Universität Lissabon (Memento des Originals vom 24. März 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pascal.iseg.utl.pt (PDF; 824 kB)
  12. ETAN, 8. Juni 1999, ETHRC UA 7/99: Violations against women
  13. Timornewsline: Three members of Besi Merah Putih militia, 19. Dezember 2012
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  16. Ausaid, Working with East Timor, 2001 (Memento vom 23. Juli 2008 im Internet Archive)
  17. Timor Post: Labors find stone shine like gold, 15. Dezember 2011
  18. Bild auf Facebook, abgerufen am 12. November 2016.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM