Zum Inhalt springen

Ulrich Nicolai

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ulrich Nicolai (* 8. August 1949 in Gießen) ist ein deutscher Dirigent und emeritierter Professor an der Hochschule für Musik und Theater München. Er wirkte unter anderem als Kapellmeister beim Staatstheater am Gärtnerplatz in München.

Ulrich Nicolai wurde als Sohn von Hans und Ellen Nicolai in Giepen an der Lahn geboren. Nach dem Abitur 1968 studierte er zunächst von 1968 bis 1971 Physik und Mathematik in Marburg und Gießen, dann von 1971 bis 1977 Musik (Schulmusik, Dirigieren, Klavier und Komposition) in Frankfurt am Main bei Karl Maria Zwißler und Jiří Stárek sowie in Salzburg mit Dirigentenkursen am dortigen Mozarteum bei Carl Melles und Herbert von Karajan;[1] außerdem Musikwissenschaft in München. 1975 bestand er das Staatsexamen; 1977 erhielt er Diplome in Klavier und Dirigieren. 1977 wurde er musikalischer Leiter des französisch-deutschen Jugendorchesters in Kassel; von 1977 bis 1978 hatte er einen Lehrauftrag für Klavier an der Musikhochschule Frankfurt.

Er begann seine Dirigentenlaufbahn an der Oper in Frankfurt mit einem Volontariat bei Michael Gielen.[1] Darauf schlossen sich Engagements an die Opernhäuser von München (Erster Kapellmeister am Staatstheater am Gärtnerplatz, Gastdirigent an der Bayerischen Staatsoper), Hannover, Wiesbaden, Wien (Volksoper) und St. Gallen an. Gastspielreisen führten ihn 1979 und 1980 nach Südamerika.

Neben dem klassischen Opern- und Konzertrepertoire sind Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Musik ein wesentlicher Schwerpunkt seines Repertoires. So war er 1984 für die Einstudierung der Münchner Erstaufführung von Through Roses von Marc Neikrug zuständig und dirigierte danach auch Uraufführungen u. a. von Dieter Acker, Harrison Birtwistle, Hans-Jürgen von Bose, Moritz Eggert, Wolfgang Rihm und Jörg Widmann. 1994 wurde er als Professor an die Hochschule für Musik und Theater München berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 2017 das Hochschulorchester leitete und Dirigieren unterrichtete.

Von 1996 bis 2001 war er Vizepräsident und von 2005 bis 2017 Studiendekan der Münchner Musikhochschule. Weiteren Hochschulen und Universitäten war er als Gastprofessor verbunden, so dem College-Conservatory of Music Cincinnati, der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, dem Shanghai Conservatory of Music, der Musikakademie Wroclaw und der Musikakademie Katowice.

2017 wurde Ulrich Nicolai zum 1. Vorsitzenden des Bayerischen Tonkünstlerverbands gewählt; von 2018 bis 2020 war er außerdem Präsidiumsmitglied des Bayerischen Musikrats sowie der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern.

Ulrich Nicolai ist der Urgroßneffe des Komponisten und Dirigenten Otto Nicolai. Er ist evangelisch, seit 1983 mit Edith Nicolai, geborener Johne, verheiratet und hat drei Kinder: Beryl (* 1984), Carla (* 1986) und Moritz (* 1988). Neben deutsch, englisch, französisch und italienisch spricht er auch lateinisch und altgriechisch.

  • Nicolai, Ulrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 894.
  • Who is Who in der Bundesrepublik Deutschland. 12. Ausgabe, Who is Who, Verlag für Personenenzyklopädien, Zug 2006, S. 3918, ISBN 3-7290-0052-7
  • Wer ist Wer?. 46. Ausgabe, 2007/2008, Schmidt-Römhild, Lübeck 2007, S. 943, ISBN 978-3-7950-2044-6

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b Ulrich Nicolai auf: Hochschule für Musik und Theater München