Ulrich Stanciu

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Ulrich Stanciu (* 21. November 1947) ist ein deutscher Journalist und Buchautor und gilt als einer der Väter des Mountainbike in Europa.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Stanciu begann zunächst ein Jurastudium, das er abbrach, um die Deutsche Journalistenschule in München zu besuchen. Hier spezialisierte er sich Anfang der 1970er Jahre auf die optische Darstellung von Inhalten[1]. 1975 begann Stanciu, die Special-Interest-Zeitschrift Windsurfing Magazin von Peter Brockhaus, Importeur des niederländischen Windsurfer-Herstellers Ten Cate, mitzugestalten.

1977 gründete Stanciu im Delius Klasing Verlag das surf-Magazin als Konkurrenz für das Windsurfing Magazin. Ein Jahr später kaufte der Delius-Klasing-Verlag Peter Brockhaus sein Fachblatt ab und integrierte es in surf, das bis 1984 mit einer Auflage von 104.000 verkauften Exemplaren zum Top Seller des Verlags wurde[2]. 1985 sah Stanciu als deren Chef-Redakteur beim Surf-Weltcup auf Sylt einen Schweizer Profi mit einem der ersten Mountainbikes (noch mit Trommelbremsen), so entstand die Idee[1] für das 1989 von ihm gegründete Bike-Magazin, das sich zur größten Fahrradzeitschrift Europas entwickelte. Bis heute ist er Herausgeber des Magazins.

1990 war er Pionier der Transalp-Idee. Im selben Jahr[3] zur gleichen Zeit wie Andi Heckmair, Ende Juli 1990, fuhr Stanciu mit Michael Conrad und Christian Roschmann von Mittenwald auf 300 km und 7.000 hm nach Bozen[4]. Seither ist er über 50 komplette Alpenüberquerungen gefahren, deren Streckendaten er mit GPS und Roadbook aufzeichnete. Mittels lokaler Teilrecherchen komplettierte er sein Transalp-Netzwerk als Basis für seine Sachbücher über Alpenüberquerungen mit dem Mountainbike.[5]

1994 gründete Ulrich Stanciu das Bike-Festival Garda Trentino, 1997 hatte er die Idee zur Bike Transalp, dem härtesten und heute bedeutendsten Mountainbike-Rennen der Welt. Zunächst hatte Stanciu es als Non-Stop-Orientierungsrennen ohne Etappenziele ausgeschrieben, da er sich nicht vorstellen konnte, eine behördliche Genehmigung zu erhalten. Die unerwartet hohe Zahl von Anmeldungen bis hin zum Extremsportler Hubert Schwarz motivierte ihn, das Rennen innerhalb von wenigen Wochen zum Etappenrennen umzukonzipieren[6]. Bis 2012 blieb Stanciu Renndirektor des Etappenrennens. 1998 initiierte er die erste Ausgabe des Bike-Festival Willingen im Sauerland, das sich unter seiner Verantwortung zum größten Mountainbike-Festival Europas entwickelte. 2003 gründete er die Tour Transalp, den ersten Etappen-Marathon über die Alpen für Rennradfahrer. Seine nächste Idee war die „Bike Trans Germany“, die er 2007 als Renndirektor über acht Etappen mit insgesamt 836 km und 18.000 Höhenmetern unter dem Motto „Von West nach Ost“ führte. 2012 wurde das jeweils im Juni stattfindende Rennen in Bike Four Peaks umbenannt[7].

Am Passo Rocchetta auf dem Weg zum Tremalzopass befindet sich seit dem 1. Mai 2014 ein Gedenkstein. Die in italienisch, deutsch und englisch beschriftete Gedenktafel erinnert an die ersten MTB-Tests von Ulrich Stanciu im Rahmen der Erstausgabe des bike-Magazins.[8]

Im August 2015 wurde Ulrich Stanciu in die "Mountainbike Hall of Fame" aufgenommen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Interview von Dr. Wolfgang Habermeyer mit Ulrich Stanciu im Bayerischen Rundfunk am 17. Juli 2012
  2. 25 Jahre Leidenschaft In: surf Magazin vom 30. Mai 2002
  3. Erste Transalp 1989 durch Andi Heckmair
  4. Transalp, die erste - Andi Heckmaier und Uli Stanciu: MTB Legenden im Portrait Bericht des bike-Magazins vom 30. November 2008
  5. Ulrich Stanciu Mr. Transalp Autorenbeschreibung des Delius Klasing Verlags
  6. Bike Transalp nonstop Artikel im bike-Magazin vom 18. Juli 2014
  7. Platt-Sahm siegen bei Bike Trans Germany in Ruhr Nachrichten vom 22. Juni 2007
  8. mit dem R-Q1 auf dem Weg zum eigenen Denkmal, Pressemitteilung von Rotwild vom 6. Mai 2014