Unsere Liebe Frau im Walde

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Die Pfarrkirche von Unsere Liebe Frau im Walde

Das Dorf Unsere Liebe Frau im Walde (italienisch Senale) ist ein Dorf in Südtirol und zusammen mit St. Felix eine der beiden Fraktionen der Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix. Ortsteile sind Malgasott, Obere und Innere. Der Wallfahrtsort liegt im oberen Nonstal südlich des Gampenpasses in einer Seehöhe von 1351 Meter und wird zum Deutschnonsberg gezählt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unsere Liebe Frau im Walde wird erstmals 1184 als ecclesia sancte Marie de Senali, 1321 als cascina (lat. für Käserei) und 1496 als zu unser lieben Frawen im Wald auf Nons genannt.[1]

Unsere Liebe Frau im Walde gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zur Grafschaft Tirol und damit zu Österreich-Ungarn. Mit dem Vertrag von Saint-Germain kam das Dorf 1919 zusammen mit dem Großteil Tirols südlich des Alpenhauptkamms zu Italien. Als 1927 auf diesen ehemals österreichischen Gebieten die beiden Provinzen Bozen und Trient entstanden, wurde Unsere Liebe Frau im Walde wie auch die anderen Gemeinden des Deutschnonsbergs der mehrheitlich italienischsprachigen Provinz Trient zugeschlagen. Erst 1948 wurden das Dorf in die Provinz Bozen bzw. Südtirol eingegliedert.

Von 1952 bis 1974 wurde die Gemeinde von Bürgermeister Romedius Weiss regiert.[2] 1974 erfolgte dann der Zusammenschluss mit St. Felix zur Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche im Ort ist im gotischen Stil im 15. Jahrhundert gebaut und besitzt geschnitzte Barockaltäre und ein Gnadenbild Maria mit dem Kinde, in einem verglasten Rokokoschrein auf dem reich verzierten Hochaltar ausgestellt. Zugleich bestand hier ein mittelalterliches Hospital, das auf die frühere hohe Bedeutung der Verkehrsverbindung über das Gampenjoch zurückzuführen ist.[3]

Am Ortsrand beginnt der Saurierweg – Triassic Parc. 1997 wurden zahlreiche Abdrücke prähistorischer Reptilien wie Rhyncosauroiden und Thekodontier gefunden. Die Funde stammen aus der Zeit vor 235 Millionen Jahren, als die Alpen noch lange nicht entstanden waren. Damals bestand die Landschaft dieser Gegend aus einer Insel und war vermutlich von Lagunen umgeben.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Band 1. Bozen: Athesia 1995, S. 490. ISBN 88-7014-634-0
  2. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.
  3. Emanuele Curzel: Madonna di Senale / Unsere Liebe Frau im Walde. In: Hannes Obermair, Emanuele Curzel, Klaus Brandstätter (Hrsg.): Dom- und Kollegiatstifte in der Region Tirol, Südtirol, Trentino in Mittelalter und Neuzeit / Collegialità ecclesiastica nella regione trentino-tirolese del medioevo all’età moderna (Schlern-Schriften 329). Wagner: Innsbruck 2006. ISBN 3-7030-0403-7, S. 279–282.
  4. Saurierlehrpfad Triassic Park auf sentres.com

Koordinaten: 46° 31′ N, 11° 7′ O