Ursula Staudinger

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Ursula Staudinger (Nobel Week Dialogue 2014)

Ursula Marie Staudinger (* 3. April 1959 in Nürnberg) ist eine deutsche Psychologin, Alternsforscherin und Gründungsdirektorin des Columbia Aging Centers an der Columbia University, New York.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staudinger studierte von 1978 bis 1984 Psychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an der Clark University in Massachusetts. Ihre Dissertation führte sie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) in Berlin durch. Die Promotion erfolgte an der FU Berlin 1988. Danach war Staudinger bis 1992 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Anschließend ging sie als Projektleiterin zurück an das MPIB, wo sie bis 1999 arbeitete. 1997 wurde sie an der FU Berlin in Psychologie habilitiert. Unterbrochen war die Zeit am MPI durch eine Vertretungsprofessur an der Universität Halle-Wittenberg.

Staudinger arbeitete als außerordentliche Professorin an der TU Dresden von 1999 bis 2001. 2000 war sie Gastprofessorin an der University of Florida. Von 2001 bis 2003 war Staudinger Professorin für die Entwicklungspsychologie der Lebensspanne an der TU Dresden. Von Mai bis Juli 2003 war sie Gastprofessorin an der Stanford University.[1] Von 2003 bis Juli 2013 war sie Professorin und Vizepräsidentin an der Jacobs University Bremen, an der sie das Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Development gründete und als Dekanin leitete.[2] Seit Juli 2013 ist Staudinger Gründungsdirektorin des Columbia Aging Centers an der Columbia University, New York, und leitet das dazugehörige International Longevity Center (ILC).[3] Sie wurde auf die Robert N. Butler Stiftungsprofessur und als Professorin für Psychologie berufen.

2014 erhielt sie den Braunschweiger Forschungspreis. Für ihre erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit wurde sie mit der SENECA-Medaille 2017 [4] ausgezeichnet.

Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursula M. Staudingers Arbeitsgebiete umfassen Themen aus der Entwicklungspsychologie der Lebensspanne, wie beispielsweise Potenziale lebenslanger Entwicklung (Resilienz und neuronaler Plastizität), Entwicklung von Lebenseinsicht, Lebensgestaltung und Weisheit über die Lebensspanne, Altern und Produktivität, sowie intergenerationelle Beziehungen.[5][6] Sie ist Mitglied und Sprecherin der Wissenschaftlichen Kommission Demografischer Wandel[7] und war Sprecherin der Arbeitsgruppe „Altern in Deutschland“ (2009 abgeschlossen) und Mitglied der Arbeitsgruppe „Zukunft mit Kindern“ (2012 abgeschlossen), die von der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften initiiert worden sind, um mit ihren Stellungnahmen und Empfehlungen die Politik zu beraten. Staudinger war außerdem Sprecherin der Arbeitsgruppe "Mastering Demographic Change in Europe"[8] (2014). Die von acht europäischen Wissenschaftsakademien gemeinsam unterzeichnete und von der ALLEA (All European Academies) unterstützte Stellungnahme formuliert Empfehlungen, wie die Chancen des demografischen Wandels in Europa besser genutzt werden können.

Funktionen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Staudinger, U.M. (2015): Images of aging: Outside and inside perspectives. In: Annual Review of Gerontology and Geriatrics, 35(1), 187-210.
  • Skirbekk, V., Stonawski, M., Bosang, E. & Staudinger, U.M.(2013): The Flynn effect and population aging. In: Intelligence, 41(3), 169-177.
  • Uglanova, E.A. & Staudinger, U.M.(2013): Zooming in on life events: Is hedonic adaptation sensitive to the temporal distance to the event? In: Social Indicators Research, 111(1), 265-286.
  • Mühlig-Versen, A., Bowen, C.E. & Staudinger, U.M. (2012): Personality plasticity in later adulthood: Contextual and personal resources are needed to increase openness to new experiences. In: Psychology & Aging, 27(4),855-866.
  • U. Staudinger und J. Glück: Psychological Wisdom Research: Commonalities and Differences in a Growing Field. In: Annual Review of Psychology 62, 2011
  • C. Voelcker-Rehage, B. Godde und U.M. Staudinger: Physical and motor fitness are both related to cognition in old age. In. European Journal of Neuroscience 31, 2010, 167–176
  • U. Staudinger und E.-M. Kessler: Intergenerational potential: Effects of social interaction between older people and adolescents. In: Psychology and Aging 22, 2007, 690-704
  • U. Staudinger und H. Häfner: Was ist Alter(n)? Verlag Springer, 2007, ISBN 3-540-76710-X, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  • Paul B. Baltes und U. Staudinger: Interactive minds: life-span perspectives on the social foundation of cognition. Cambridge University Press, 1996, ISBN 0-521-48567-3, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  • U. Staudinger und U. Lindenberger: Understanding Human Development. Verlag Springer, 2003, ISBN eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • L. G. Aspinwall und U. Staudinger: A psychology of human strengths. American Psychological Association, 2004, ISBN 1-55798-931-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. Ursula Staudinger. Einstein-Stiftung Berlin, abgerufen am 1. September 2010
  2. Bekanntgabe Jacobs University, 10. Mai 2013
  3. Bekanntgabe Columbia University, 23. Mai 2013
  4. https://www.industrie-club.de/de/club-nachrichten/archiv-2016/nachricht/news/seneca-medaille-des-industrie-clubs-fuer-alternsforschung-2017/
  5. Prof. Dr. Ursula M. Staudinger - Altersforscherin, Jacobs University Bremen. BR-alpha, vom 5. August 2010
  6. Prof. Dr. Ursula M. Staudinger. Website der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, abgerufen am 1. September 2010
  7. http://www.leopoldina.org/de/politikberatung/wissenschaftliche-kommissionen/demografischer-wandel/
  8. http://www.leopoldina.org/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/press/2224/
  9. http://www.bib-demografie.de/DE/Institut/Kuratorium/kuratorium_node.htmlNeue Kuratoriumsvorsitzende des BiB, 8. Juli 2013
  10. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Ursula M. Staudinger (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 22. Juli 2016.