Ursula Wendorff-Weidt

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Ursula Wendorff-Weidt (* 26. August 1919 in Berlin-Moabit; † 23. September 2000 in Berlin-Spandau) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und Illustratorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursula Wendorff-Weidt wurde durch ihre Aquarelle, Grafiken, Holzschnitte, Federzeichnungen und Buchillustrationen bekannt. Ab 1952 schuf sie rund 2.000 Buchillustrationen für ungefähr 250 Werke. Sie gehört zu den modernen deutschen Malern des 20. Jahrhunderts. Wendorff-Weidt begann ihr künstlerisches Schaffen als Grafikerin. Sie studierte von 1937–1943 an der Meisterschule für Graphik, Berlin, und nahm gleichzeitig Abendunterricht bei Otto Nagel. Ein weiteres Studium schloss sich von 1946–1951 an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee bei Werner Klemke, Ernst Rudolf Vogenauer.

Sie schuf 1950 drei Tage vor der Sprengung des Berliner Stadtschlosses den Zyklus Schloßvandalismus und wurde damit über Nacht bekannt und der DDR-Staatsführung suspekt.

Wendorff-Weidt war ab 1951 freischaffend tätig. Von 1952 bis 1988 schuf sie die bekannten Bewegungsstudien des Tänzers Jean Weidt, der auch ihr Ehemann wurde. Aus dieser Verbindung entstanden weitere Studien über das Ballett und Tanztheater und den Chefchoreographen der Komischen Oper Berlin, Tom Schilling.

Wendorff-Weidt illustrierte etwa 250 Bücher, vornehmlich für die Verlage Neues Leben und Rütten & Loening, Berlin, und fand mit solchen Illustrationsaufträgen ein Auskommen. Sie blieb bis 1989 eine gefragte Illustratorin. Radierungen, Holzschnitte, Federzeichnungen wie auch die Gestaltung von Bühnenentwürfen für die Komische Oper Berlin unter der Leitung von Walter Felsenstein rundeten das umfangreiche Schaffen der Künstlerin ab.

Bis 1990 war Wendorff-Weidt Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR und ab 1991 Mitglied des Brandenburgischen Verbandes Bildender Künstler. Ausstellungen und Studienreisen führten sie unter anderem nach Ungarn, die UdSSR, Polen, Schweden, Portugal, Österreich, Spanien, Syrien, Jugoslawien, die Mongolei, Indien, Dänemark und Ägypten.

Eine enge Zusammenarbeit verband Ursula Wendorff-Weidt mit den Malern Otto Nagel, Ronald Paris, Paul Kuhfuss, Otto Dix und Michael Radloff, sowie mit den Schriftstellern und Autoren Friedrich Wolf, Louis Fürnberg und Peter Hacks. Wendorff-Weidt erwarb sich einen Platz in der deutschen Malerei des 20. Jahrhunderts, das dokumentieren 142 Ausstellungen, die das umfangreiche Schaffen der Künstlerin darlegen. In der letzten Schaffensphase widmete sich Wendorff-Weidt der Aquarellmalerei und war Kuratorin.

2008 wurde das Werk der Künstlerin auf Initiative eines privaten Konsortiums mit der bisher umfangreichsten Ausstellung „Bild und Bewegung“ in Fredersdorf-Vogelsdorf bei Berlin gewürdigt. Unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit haben die Kuratoren Nina Rücker und Michael Wiedemann eine Sammlung mit Werken und Originalrequisiten von Ursula Wendorff-Weidt und dem Tänzer Jean Weidt zusammengestellt. Die Ausstellung erfreut sich großen Zuspruchs und wird in Deutschland und Frankreich gezeigt.

Ursula Wendorff-Weidt hatte ihren Wohnsitz in Rangsdorf bei Berlin. Aus der Ehe mit Jean Weidt entstammt Sohn Andreas.

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kupferstichkabinett, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
  • Museum der bildenden Künste Leipzig
  • Staatliche Museen zu Schwerin
  • Kunstsammlung Chemnitz
  • Sammlung Villany zu Brandenburg
  • Sammlung Dr. Gerd Gruber, Lutherstadt Wittenberg
  • Museum Neuruppin
  • Landesbibliothek Potsdam
  • Deutsche Fotothek, Dresden
  • sowie private Sammlungen im In- und Ausland

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Balladen von Bürger bis Brecht, Verlag Neues Leben, Berlin 1956
  • Vor dem Angesicht des Lebens, Verlag Neues Leben Berlin, 1959
  • Spreelore von Edmund Graeser, Verlag Neues Leben, Berlin 1990
  • Aquarelle und Grafiken zum 80. Geburtstag, Gerlinde Förster, GEDOK Brandenburg 1999
  • Bel Ami, GEDOK Brandenburg 1990
  • Kaman, der Afrikaner, Rütten&Loening, 1966
  • John Ball, Verlag Neues Leben, Berlin 1955
  • Königin Phantasia-Märchen der Romantik, Horst Zander, Verlag Neues Leben Berlin, 1957
  • Effi Briest, Theodor Fontane, Verlag Neues Leben Berlin, 1964
  • Die unromantische Annerose, Verlag Neues Leben, 1966
  • Zehn lettische Novellen von R. Blaumanis, Verlag Hinstorff Rostock 1953
  • Leben, Singen, Kämpfen: Liederbuch d. dt. Jugend. Hrsg. im Auftr. d. Zentralrats d. FDJ. Red.-Kollegium: Alexander Ott [u.a.] Holzschn.: Ursula Wendorff-Weidt. 8. Aufl. Berlin: Verl. Neues Leben, 1954. 425 S.
  • Und ausserdem ist Sommer von Elfriede Brüning, Verlag Hinstorff Rostock 1974
  • Die Nacht auf der Mädcheninsel von Irma Harder, Verlag Neues Leben Berlin, 1987
  • Auf der grossen Strasse, Henschelverlag Berlin 1984
  • Lucie und der Angler von Paris von Friedrich Wolf, Verlag Fladung, Düsseldorf
  • Zu meiner Zeit – Geschichten aus vier Jahrzehnten von Elfriede Brüning, Hinstorff Rostock 1976
  • Der Rote Tänzer, Henschelverlag Berlin 1984
  • Auf Tod und Leben, Verlag Das Neue Berlin 1999
  • Wendorff-Weidt, Ursula. Rangsdorf: GEDOK Brandenburg, 1999
  • Hans Clauert, der märkische Eulenspiegel Krüger, Bartholomäus. Berlin: Verlag am Park, 1999

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]