Otto Nagel

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Otto Nagel (1950)
Verleihung des Goethe-Preises 1957 an Otto Nagel
Otto Nagel auf dem V. Parteitag der SED, 10. Juli 1958
Otto Nagel während einer Ausstellung in Berlin
Gedenktafel am Haus Reinickendorfer Straße 67, in Berlin-Wedding
Grab von Otto Nagel und seiner Ehefrau Walli

Otto Nagel (* 27. September 1894 in Berlin-Wedding; † 12. Juli 1967 in Berlin-Biesdorf) war ein Berliner Maler. Er wurde 1970 posthum Ehrenbürger von Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagel wurde als Sohn eines Tischlers und Sozialdemokraten geboren. Nach der Volksschule begann er in einer Mosaik- und Glasmalereiwerkstatt eine Lehre zum Glasmaler, die er nicht abschloss, und arbeitete später als Transportarbeiter. Er engagierte sich früh in der Arbeiterjugend und trat 1912 in die SPD ein. Er leistete zunächst Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, kam dann aber wegen Kriegsdienstverweigerung in das Straflager Wahn bei Köln. 1919 malte Nagel seine ersten Ölbilder und Pastelle unter dem Einfluss von August Macke. 1920 wurde er Mitglied der KPD. Im Jahr 1922 initiierte er mit Erwin Piscator die „Künstlerhilfe“ in der IAH. 1924 trat Nagel der Roten Gruppe Berlin bei und begleitete eine Ausstellung junger Künstler 1924–1925 in die Sowjetunion. Er war eng mit Heinrich Zille und Käthe Kollwitz befreundet, deren Nachlass er ordnete. Nagel gab zahlreiche Schriften über ihr Werk heraus. Von 1928 bis 1931 stellte er in der Novembergruppe aus. Von 1928 bis 1932 war er Herausgeber und Redaktionsleiter der Satirezeitschrift Eulenspiegel.

1933 wurde Otto Nagel zum Vorsitzenden des Reichsverbandes der Bildenden Künstler Deutschlands gewählt. Die Wahl wurde einen Tag später von den Nazis annulliert. Hausdurchsuchungen und Inhaftierungen (unter anderem im KZ Sachsenhausen 1936/1937) folgten, Nagel erhielt Malverbot im Atelier. Zahlreiche seiner Bilder wurden als „entartet“ eingestuft und vernichtet.

Nach Kriegsende lebte und arbeitete Otto Nagel zuerst in Bergholz-Rehbrücke bei Potsdam, wo eine gleichnamige Grundschule existiert, ab 1952 in Biesdorf. Dort gibt es auch eine nach ihm benannte Straße. Nagel verband eine Freundschaft mit Ursula Wendorff-Weidt. Ein Meisterschüler Nagels war Harald Metzkes. Dieser begründete die Berliner Malschule.

1945 gehörte Otto Nagel zu den Mitbegründern des Kulturbundes. Nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD wurde Nagel Mitglied der SED. Für den Kulturbund wurde er als Mitglied der Beratenden Versammlung Brandenburg ernannt. Er war Mitglied des 1. und 2. Volksrats der SBZ, der Provisorischen Volkskammer und anschließend der Volkskammer der DDR bis 1954. Von 1956 bis 1962 wirkte er als Präsident der Akademie der Künste der DDR.

Er war verheiratet mit Walentina Nagel. Otto Nagel wurde in der Künstlerabteilung des Berliner Zentralfriedhofs Friedrichsfelde beigesetzt, sein von Gerhard Thieme geschaffenes Grabmal steht unter Denkmalschutz. [1] Sein Grab ist Ehrengrab des Landes Berlin gewidmet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl) und Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Nagel hat neben Porträts und Studien aus dem Leben der einfachen Leute vor allem das alte Berlin in seinen Zeichnungen und Gemälden festgehalten.[2]

  • 1923: Alter Arbeiter
  • Selbstbildnis mit Hut
  • 1929: Heinrich Zille
  • 1931: Bewaffnete Arbeiter
  • 1935: Der 70. Geburtstag des Waldarbeiters Scharf
  • 1936: Selbstbildnis vor leerer Staffelei
  • 1935–1937: Spreewaldlandschaften
  • 1937: Marktplatz, verschollen, 2012 in Berlin wiederentdeckt
  • 1939–1945: Altberliner Bilder – eine Pastellserie
  • 1949: Selbstbildnis im Profil
  • Mädchenbildnis
  • Bildnis eines jungen Maurers
  • Mutter und Kind
  • Flötist

Im Jahr 2008 gab es eine Otto-Nagel-Ausstellung im Mitte-Museum in Berlin.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Landesdenkmalliste: Grabstätte Otto Nagel
  2. Bilder bei Artnet zur Auktion. Abgerufen am 17. Dezember 2012.
  3. Otto Nagel – Berliner Stadtlandschaften, Porträts und Dokumente. Mitte Museum Berlin, abgerufen am 17. Dezember 2012.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd-Rainer Barth: Nagel, Otto. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Erhard Frommhold: Otto Nagel. Zeit, Leben, Werk, Berlin, 1974
  • Erhard Frommhold: Nagel, Otto. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 711 f. (Digitalisat).
  • Wolfgang Hütt: Welt der Kunst – Otto Nagel, Henschelverlag. Kunst und Gesellschaft, Berlin, 1984
  • Heinz Lüdecke: Künstler der Gegenwart 1 – Otto Nagel, VEB Verlag der Kunst, Dresden, 1959
  • Gerhard Pommeranz-Liedtke: Otto Nagel und Berlin, VEB Verlag der Kunst, Dresden, 1964

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Otto Nagel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien