Varchentin

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Varchentin führt kein Wappen
Varchentin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Varchentin hervorgehoben
Koordinaten: 53° 35′ N, 12° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Seenlandschaft Waren
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 17,31 km2
Einwohner: 296 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17192
Vorwahl: 039934
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 149
Adresse der Amtsverwaltung: Friedensstraße 11
17192 Waren (Müritz)
Webpräsenz: www.amt-seenlandschaft-waren.de
Bürgermeisterin: Jana Düring
Lage der Gemeinde Varchentin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Varchentin ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Seenlandschaft Waren mit Sitz in der Stadt Waren (Müritz) verwaltet. Zu Varchentin gehören die Ortsteile Beckenkrug und Carolinenhof.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Varchentin in der Mecklenburgischen Seenplatte liegt am ca. 200 ha umfassenden Großen Varchentiner See. Wenige hundert Meter südwestlich vom Ortskern liegt der Kleine Varchentiner See, der wie sein großer Nachbar von einem Schilfgürtel umgeben ist.

Varchentin liegt an der Bundesstraße 194 auf halbem Wege zwischen Waren (Müritz) und Stavenhagen, die jeweils 14 km von Varchentin entfernt sind. In diesen beiden Städten befinden sich auch die nächsten Bahnhöfe. Eine Landstraße verbindet Varchentin mit Möllenhagen an der B 192.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1333 tauchte der Ort Varchentin, dessen Name aus dem Slawischen kommt, erstmals in einer Urkunde auf. Zwischen 1270 und 1280 wurde die Varchentiner Kirche errichtet. Das alte Dorf Varchentin lag am Ufer des Großen Varchentiner Sees und wurde 1827 südöstlich der Kirche neu angelegt. Die Siedler waren Tagelöhner des Hofguts Varchentin, dessen Besitzer oft wechselten, darunter ein Bürgermeister von Waren sowie die Familie Rostke. Im Jahre 1836 erwarb der Bankier Gottlieb Jenisch das Hofgut und ließ dort das Schloss errichten, das von seiner Tochter Marie in den Besitz der Grafen Grote gelangte (sie war verheiratet mit Adolf Graf Grote). Ab 1924 erlebte der Betrieb seine wirtschaftliche Blüte. Zum Schlossgut gehörten über 1700 Hektar des umgebenden Landes; praktisch die gesamte Einwohnerschaft der darin liegenden Orte stand in Abhängigkeit zur gräflichen Familie. Deren letztes Oberhaupt, der NS-Agrarfunktionär Friedrich Franz Graf Grote (1901–1942), arbeitete mit den Artamanen zusammen, die hier ein Schulungslager errichteten.[2] Der NS-Funktionär und SS-Oberführer Grote fiel 1942 in Russland.[3] Seine amerikanischstämmige Gattin konnte mit den Kindern in die USA emigrieren. Der Ort hat den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden. Im Schloss waren 1945 bis 1947 russische Truppen einquartiert, anschließend diente das Schlossgut als landwirtschaftliche Schule und als Hotel.

Varchentin ist bis heute landwirtschaftlich geprägt. Das Mitte der 1990er Jahre erbaute Feuerwehrhaus sowie der angrenzende Dorfplatz sind die Mittelpunkte des Gemeindelebens.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Varchentin: 1847 im Tudorstil erbaut durch den Hamburger Bankier Gottlieb Jenisch nach Plänen des Schweizer Architekten Auguste de Meuron, später um einen Südtrakt erweitert. Zum großzügigen Schloss gehören mehrere stattliche Wirtschaftsgebäude, darunter auch die etwas entfernt befindliche Orangerie und Fasanerie, sowie das südlich vom Schloss im Wald befindliche und 1895 im Stil der Neorenaissance erbaute Mausoleum der Grafen Grote. Der Landschaftspark wurde nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné gestaltet. Im Park befindet sich eine künstlich geschaffene Kanalverbindung der beiden Varchentiner Seen, die durch den abgesunkenen Grundwasserspiegel trockengefallen ist.
  • Die Kirche ist ein gotischer Backsteinbau des 13. Jahrhunderts, mit einem zweischiffigen, zweijochigen Langhaus, ursprünglich mit Kreuzrippengewölben auf einem Mittelpfeiler, heute flachgedeckt. Der eingezogene Chor hat ein Kreuzrippengewölbe. Die Kirche wurde mehrmals umgebaut und erhielt im 19. Jahrhundert einen quadratischen hölzernen Westturm.
  • Windmühle im Ortsteil Beckenkrug: Die ca. 150 Jahre alte schilfgedeckte Mühle wurde zu einer Ferienwohnung ausgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marcus Köhler: Park, Varchentin. in: Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (Hrsg.): Weißbuch der historischen Gärten und Parks in den neuen Bundesländern; 2. Auflage, Bonn 2005; ISBN 3-925374-69-8; S. 79–81.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Varchentin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Artur Jost Pfleghar: Artamanen auf Varchentin. In: Mecklenburgische Monatshefte, 9. Jg., Nr. 107 (1933), November, S. 545–546.
  3. Michael Buddrus (Hrsg.): Mecklenburg im Zweiten Weltkrieg. Die Tagungen des Gauleiters Friedrich Hildebrandt mit den NS-Führungsgremien des Gaues Mecklenburg 1939–1945. Eine Edition der Sitzungsprotokolle. Edition Temmen, Bremen 2009, S. 1019 (Eintritt in die NSDAP am 1. Dezember 1931, Mitgliedsnummer 851877).