Vattenfall Wärme Berlin

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Vattenfall Wärme Berlin Aktiengesellschaft
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2009
Sitz Berlin DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Vorstand:
Tanja Wielgoß, Stefan Hadré
Mitarbeiterzahl 1610 (Jahresdurchschnitt, 2018)[1]
Umsatz 1093,9 Millionen Euro (2018)[1]
Branche Energieversorger
Website www.wärme.berlin
Stand: 11. September 2019

Die Vattenfall Wärme Berlin AG ist eine deutsche Tochtergesellschaft des deutschen Teilkonzerns des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall und betreibt insbesondere das Wärmegeschäft in Berlin. Mit dem Berliner Netz für Fernwärme besitzt die Gesellschaft eines der größten Fernwärmenetze in Westeuropa.

Vattenfall Wärme Berlin führt innerhalb der Konzernstruktur, die in sechs Geschäftsbereichen organisiert ist, Tätigkeiten im Bereich Wärme (englisch Heat) auf den Gebieten Wärme- und Stromerzeugung aus. So ist Vattenfall Wärme Berlin Eigentümer und Betreiber mehrerer Kraftwerke (Schwerpunkt Berlin, ferner Metropolregion Hamburg).

Die Geschäftstätigkeiten der Vattenfall Wärme Berlin AG umfassen:

  •    die Erzeugung, Beschaffung und der Vertrieb von Energien jeder Art, insbesondere elektrischer Energie, Fernwärme und Dampf, insbesondere Errichtung und Betrieb von entsprechenden Erzeugungsanlagen
  •    die Errichtung und den Betrieb von Leitungen und Einrichtungen zum Transport und zur Verteilung von Fernwärme, Kälte und Dampf
  •    die Erbringung von Dienstleistungen für andere Unternehmen, insbesondere solche, die im Energiesektor tätig sind

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der schwedischen Konzernmutter einbezogen und unterliegt einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft des deutschen Teilkonzerns, Vattenfall GmbH.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vattenfall Europe Wärme Aktiengesellschaft ging 2009 aus der Umwandlung der Vattenfall Europe Berlin AG & Co. KG hervor und umfasste die im Rahmen der ab 2006 durchgeführten Zerschlagung verbliebenen operativen Betriebsteile des vormaligen kommunalen Berliner Versorgungsunternehmens Bewag.

Mit Urteil vom 30. Juni 2017 entschied das Verwaltungsgericht Berlin, dass das Land Berlin keinen Anspruch auf die Herausgabe des von VE Wärme in Berlin betriebenen Fernwärmenetzes hat.[2] Das Land Berlin scheiterte damit mit seinem Ansinnen, das Fernwärmenetz zurück in den kommunalen Betrieb zu holen.[3]

Im Zuge der Neuausrichtung des Vattenfall Konzerns wurde die Vattenfall Europe Wärme AG am 15. Januar 2018 zur Vattenfall Wärme Berlin AG umfirmiert.

Kraftwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vattenfall Wärme Berlin betreibt ausschließlich Heizkraftwerke nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Zunehmend findet ein Umbau hin zu Gas-und-Dampfturbinen-Heizkraftwerken (GuD-HKW) auf Basis von Erdgas statt.

Die Gesellschaft betreibt in Berlin folgende Kraftwerke (Brennstoff in Klammern; Stand September 2019):

Der Brennstoffmix der Berliner Fernwärme gestaltet sich wie folgt[4]:

  •    70,3 % Erdgas
  •    20,7 % Steinkohle
  •      6,2 % Abwärme-Nutzung (Dampf)
  •      1,7 % Biomasse (Holz)
  •      0,8 % Heizöl
  •      0,3 % Biogas

Ferner wird das Heizkraftwerk Tiefstack (Steinkohle, Erdgas) in Hamburg und das Heizkraftwerk Wedel (Steinkohle) im schleswig-holsteinischen Wedel betrieben.[5]

Fernwärmenetz Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Berliner Fernwärmenetz wird von der Vattenfall Wärme Berlin AG betrieben, instandgehalten und ausgebaut. Mit einer Trassenlänge von mehr als 2.000 km und 1,3 Millionen versorgter Wohneinheiten ist das Berliner Fernwärmenetz eines der größten Weltweit[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Übersicht zum Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2018 der Vattenfall Wärme Berlin Aktiengesellschaft. https://www.northdata.de/Vattenfall+W%C3%A4rme+Berlin+AG,+Berlin/Amtsgericht+Charlottenburg+%28Berlin%29+HRB+119058+B, Stand 31. Dezember 2018, abgerufen am 11. September 2019.
  2. Fernwärme im Land Berlin bleibt bei Vattenfall (Nr. 23/2017). Verwaltungsgericht Berlin, Pressemitteilung, 30. Juni 2017, abgerufen am 12. November 2017 (VG Berlin, Urteil vom 30. Juni 2017, Az.: VG 4 K 16.15).
  3. Joachim Fahrun: Berlin verliert den Kampf um die Fernwärme. In: Berliner Morgenpost, 1. Juli 2017, abgerufen am 13. November 2017.
  4. a b Faktenblatt der Wärme Berlin, https://wärme.vattenfall.de/media/110/download/Faktenblatt_der_Wärme_Berlin.pdf?v=3, Stand 17. April 2019, abgerufen am 11. September 2019.
  5. Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur mit Stand 7. März 2019, abgerufen am 11. September 2019 (XLSX; 681 KB).