Verkehrs-Club der Schweiz

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Logo des VCS

Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz ist eine am 15. Mai 1979 gegründete Schweizer Organisation. Er ist ein Verkehrsclub mit gemeinnützigem Charakter. Seinen Mitgliedern bietet der VCS Versicherungsdienstleistungen zur Mobilität mit Pannenhilfe und Reiseversicherungen, eine Boutique mit verkehrsbezogenen Artikeln und Angebote als Reisebüro.

Ziel des VCS ist gemäss Statuten ein menschen-, umwelt- und klimagerechtes Verkehrswesen nach folgenden Grundsätzen (Zitat aus Zweckartikel des Vereins):

  • sparsame Verwendung von Energie, Raum, Rohstoffen;
  • minimale Umweltbelastung, vor allem durch Lärm, Erschütterungen, Schmutz- und Schadstoffe;
  • Vermeidung von unnötigem Verkehrsaufkommen;
  • optimale Sicherheit und Gesundheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, namentlich für Kinder, ältere Leute und Menschen mit einer Behinderung;
  • Begünstigung von Verkehrsmitteln mit optimalem Wirkungsgrad;
  • Förderung verkehrsarmer Raumordnungs- und Siedlungsstrukturen;
  • Schutz der Natur und der Kulturgüter gegen Beeinträchtigung durch Verkehr.

Die Organisation zählte Ende 2007 rund 115'000 Mitglieder und ist damit nach dem Touring Club Schweiz (TCS) der zweitgrösste Verkehrsverband im Land. Intern ist der VCS in 23 Sektionen aufgeteilt, die fast in allen Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein präsent sind.

Die jährlich neu herausgegebene Autoumweltliste bietet den Auto fahrenden Mitgliedern und Nichtmitgliedern eine Entscheidungshilfe beim Autokauf. Sie bewertet einmal jährlich alle in der Schweiz erhältlichen Automodelle ausführlich nach ökologischen Kriterien.[1]

Zentralpräsidentin des VCS ist seit 2013 Evi Allemann, sie folgte auf Franziska Teuscher.[2]

Verbandsbeschwerderecht[Bearbeiten]

2004 wurde dem VCS erstmals vorgeworfen, mit dem Verbandsbeschwerderecht die Verwirklichung einiger Einkaufszentren verhindert oder verzögert zu haben. Im Fokus der Öffentlichkeit standen dabei Beschwerden des VCS im Zusammenhang mit diversen neuen oder auszubauenden Einkaufszentren der Migros[3], einem Neubau des Möbelhauses Ikea in Spreitenbach bzw. Dietikon[4], sowie dem Bau eines neuen Stadions für die Fussball-Europameisterschaft 2008 in Zürich.

Beim Projekt Hardturm-Stadion stieg der VCS Mitte 2004 nach dem Entscheid der ersten Instanz (Regierungsrat des Kantons Zürich) aus dem Rechtsfall um das Planungsverfahren aus und war somit an der darüber hinausgehenden Blockierung gar nicht beteiligt.[5] Als Ersatz für das Hardturm-Stadion wurde schliesslich das Letzigrund-Stadion umgebaut. Weil keine Mantelnutzung durch Einkaufszentren geplant wurde (und somit nicht mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen war), verlief diese Planung ohne Intervention von Umweltverbänden.

Der Einsatz des Verbandsbeschwerderechtes wurde auf Grund der öffentlichen Debatte innerhalb des Verbandes breit diskutiert. Ein internes Reglement mit Triage-Kriterien gibt den Sektionen und dem VCS Schweiz vor, wie Verbandsbeschwerden zu führen sind. Das oberste Exekutivorgan des VCS Schweiz, der Zentralvorstand, entscheidet über jede Stufe jeder Beschwerde. Weniger als eine von fünf Beschwerden von Umweltverbänden wurden über die Jahre 2008–2010 abgewiesen, was die Wichtigkeit dieser Einsprachen unterstreicht.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Autoumweltliste (ökologische Bewertung aller in der Schweiz verkauften Automodelle)
  2. Evi Allemann ist neue VCS-Präsidentin. In: Der Bund vom 20. April 2013
  3. Bundesgerichtsurteil Seedamm-Center Pfäffikon SZ
  4. Bundesgerichtsurteil Ikea Spreitenbach AG
  5. Neue Zürcher Zeitung, 22. Oktober 2008, Die Genese einer Volksinitiative
  6. Statistiken zum Verbandsbeschwerderecht