Verlag Hermann Schmidt

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Verlag Hermann Schmidt Mainz

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Rechtsform GmbH und Co. KG
Gründung 1992
Sitz Mainz
Leitung Bertram Schmidt-Friderichs,
Karin Schmidt-Friderichs
Branche Verlag
Website www.typografie.de

Der Verlag Hermann Schmidt in Mainz ist ein Fachverlag für Typografie, Grafikdesign und kreative Werbung im deutschsprachigen Bereich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag Hermann Schmidt geht in seinen Wurzeln auf die 1945 gegründete Universitätsdruckerei H. Schmidt zurück.

Der Jurist Hanns Krach gründete das Unternehmen am 1. April 1945 und veröffentlichte einige juristische Fachpublikationen. Hermann Schmidt trat 1952 in das Unternehmen ein und führte es von 1959 bis 1986 als alleiniger Inhaber. Dabei widmete er sich in seiner verlegerischen Tätigkeit ganz seiner Wahlheimat Mainz und dem Bundesland Rheinland-Pfalz.

Bertram Schmidt-Friderichs trat am 1. Januar 1986 in die väterliche Druckerei ein und führte sie von 1988 bis Ende 2013 alleinverantwortlich. Er gab bereits ab Ende der 1980er Jahre aufwändig gestaltete Bücher zu Typografie, Grafikdesign und Kunst heraus, für die ihm mehrere nationale und internationale Auszeichnungen verliehen wurden.

Seit dem 1. Januar 1999 ist der Verlag Hermann Schmidt Mainz ein eigenständiges Verlagsunternehmen, seit 1992 unterstützt Karin Schmidt-Friderichs die Programmplanung und ist für Marketing und Vertrieb verantwortlich.

Der Verlag Hermann Schmidt Mainz beschäftigt ca. zwölf Mitarbeiter+innen. Das Aldusblatt steht als Verlagslogo für diesen Anspruch. Es geht auf den venezianischen Frühdrucker und Verleger Aldus Manutius zurück, dessen Bücher von zeitloser Schönheit schnell Sammlerobjekte wurden.

Der Verlag ist Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Am 10. Dezember 2014 verlieh die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer Karin und Bertram Schmidt-Friderichs den Verdienstorden des Landes für ihr Engagement rund ums schöne Buch. Am 25. Januar 2018 erhielten Karin und Bertram Schmidt-Friderichs den mit 10.000 Euro dotierten Antiquariapreis für ihr verlegerisches Werk mit besonderer Erwähnung der Qualitätsphilosophie, die sich nicht nur auf die Bücher bezieht, sondern auch die Verlagskataloge mit einbezieht.

Am 17. September 2019 wurde der Verlag mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet.[1]

Verlagsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standardwerke spielen im Verlagsprogramm eine tragende Rolle. Viele Titel sind in nationalen und internationalen Wettbewerben mehrfach ausgezeichnet worden. Nea Machina, laut Jochen Rädeker die „Kreativbibel unserer Tage“, wurde mit dem silbernen ADC Nagel ausgezeichnet. Ebenfalls mit dem ADC, DDC und red dot ausgezeichnet wurde Thomas Lupos Anleitung zum Ausbrechen, die zeigt, wie Kreativität mit einfachsten Mitteln die Welt verändern kann. Oder decodeunicode, das – ausgezeichnet mit dem red dot – den Zugang zu allen 109.242 Zeichen dieser Welt ermöglicht. Unter den von der Stiftung Buchkunst prämierten schönsten deutschen Büchern ist der Verlag regelmäßig vertreten, zuletzt mit dem Buch der Nächte und Vom Blatt zum Blättern.

Label Printed in Germany with love[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag lässt bewusst in Deutschland drucken. Er kooperiert er mit FSC-, PEFC- und EMAS-zertifizierten Lieferanten und übernimmt so die Verantwortung nicht nur für Inhalt und Gestaltung, sondern auch für die Herstellung seiner Werke. Um Bücher zu kennzeichnen, die auf diese nachhaltige Weise im eigenen Unternehmen gedruckt wurden, wurde das Label „printed in Germany with love“ geschaffen.[2]

Verlegerpersönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karin und Bertram Schmidt-Friderichs treten auch über ihre verlegerische Tätigkeit hinaus für den bewussten Umgang mit Grafikdesign und visueller Kommunikation ein. Sie halten jährlich ca. 30 Vorträge im In- und Ausland, geben Seminare und stehen Studierenden zweimal im Jahr beim so genannten „Mappentag“ mit Rat, Tat und Feedback zur Verfügung.

Bertram Schmidt-Friderichs ist Gründungsmitglied des Forums Typografie, Mitglied des Vorstands in der Gutenberg-Gesellschaft, Mitglied des Type Directors Club of New York (TDC) und derzeit Member of the Board (= Vorstandsmitglied), der Association Typographique Internationale (ATypI) und der Society of Typographic Designers.

Karin Schmidt-Friderichs war von 2003 bis 2011 ehrenamtlich als Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses des Börsenverein des Deutschen Buchhandels für die Aus- und Fortbildung tätig. Von 2011 bis 2016 war sie Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Buchkunst. Seit März 2018 vertritt sie den Börsenverein des deutschen Buchhandels in der Literaturkonferenz und diese im deutschen Kulturrat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karin Schmidt-Friderichs: Geschichte & Geschichten. Der Verlag Hermann Schmidt Mainz von der Nachkriegszeit bis heute. Verlag Hermann Schmidt Mainz, Mainz 2007, ISBN 978-3-87439-732-2 (herausgegeben anlässlich der Ausstellung Geist der Freiheit – Schönheit der Bücher vom 25. Mai bis 18. Oktober 2007 im Rahmen der 60-Jahr-Feier des Landes Rheinland-Pfalz).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Preisträger des ersten Deutschen Verlagspreises ausgezeichnet. Abgerufen am 18. September 2019.
  2. Universitätsdruckerei H. Schmidt gibt auf. Abgerufen am 20. Januar 2014.