Verlagsgruppe Oetinger

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Das Logo von Oetinger

Die Verlagsgruppe Oetinger ist eine deutsche Verlagsgruppe mit Sitz in Hamburg.

Den Grundstein für die heutige Verlagsgruppe Oetinger mit diversen Verlagen und Marken legte 1946 der nach seinem Verleger benannte Verlag Friedrich Oetinger.

Zur Verlagsgruppe 6 Unternehmen, die im klassischen Verlagswesen und im Digital Publishing-Markt angesiedelt sind. Hierzu zählen: Friedrich Oetinger Verlag, Dressler Verlag, Oetinger Media, Verlag für Kindertheater, Oetinger Taschenbuch und Story Docks. Das Produktportfolio umfasst  Bücher, E-Books, Hörbücher, Audio-Downloads, Filme und interaktive Apps sowie ein Merchandising-Angebot.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag wurde am 12. Juni 1946 von dem 39-jährigen Buchhändler Friedrich Oetinger in Hamburg mit Verlagslizenz Nr. 7 der Alliierten (England) gegründet. Friedrich Oetinger arbeitete vorher von 1938 bis 1946 im Verlag Heinrich Ellermann in der Abteilung Kinder- und Jugendbuch. 1948 trat Heidi von Hacht in das Unternehmen ein, heiratete 1952 den Firmengründer und hieß fortan Heidi Oetinger. Das ursprüngliche Verlagsprogramm umfasste wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Schriften sowie einige pädagogische Bücher.

1948 brachte der Verlag das Buch Der Kinderknigge des Wiener Pädagogen Anton Tesarek heraus und gab damit die Richtung des künftigen Schwerpunkts vor. 1949 reiste Friedrich Oetinger mit Sondererlaubnis der britischen Militärregierung nach Stockholm, um mit Astrid Lindgren über die Rechte an ihrem Kinderbuch Pippi Langstrumpf zu sprechen. Er gab das Buch in Deutschland heraus, obwohl es zu diesem Zeitpunkt sogar in Schweden noch ziemlich umstritten war und zuvor von fünf anderen deutschen Verlagen abgelehnt worden war. Da auch alle weiteren Lindgren-Bücher bei Oetinger verlegt wurden, wurde der Verlag zum Wegbereiter skandinavischer Kinderliteratur in Deutschland.

1952 erschien der erste Fotobildband Kinder unserer Erde. Über die Jahre erschienen im Verlag einige der bekanntesten Kinderbücher, wie Das Sams, Die Olchis sowie Pettersson und Findus, die den Erfolg des Unternehmens steigerten.

Oetinger übernahm 1971 den Cecilie Dressler Verlag und 1976 vom Verleger Kurt Leo Maschler den Zürcher Atrium Verlag. Auch die NordSüd Verlag AG aus der Schweiz wurde vertrieblich in die Gruppe aufgenommen.

Als Verlagsgruppe wurde Oetinger aber erst sichtbar, als in den Jahren 1997 und folgende verschiedene Verlage, wie z.B. Verlag Heinrich Ellermann GmbH, Erika Klopp Verlag GmbH, Aktive Musik Verlag GmbH, NordSüd Verlag Holding AG und Arche Literaturverlag AG, Zürich, zur Gruppe hinzu kamen oder Beteiligungen an diesen Verlagen eingegangen wurden und sie in die Abläufe der Gruppe voll oder teilweise integriert wurden.

Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktuellen Verlagsprogramme umfassen über 1.000 Bilder-, Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher sowie Pappbilderbücher (Stand 2016). 2015 brachten es die rund 190 Mitarbeiter der Verlagsgruppe mit 897 Novitäten auf einen Jahresumsatz von zusammen 41,2 Mio. Euro. Das war Rang 36 der 100 größten Buchverlage bzw. Rang 12 der 20 größten Publikumsverlage im bundesweiten Vergleich aller deutschen Verlage. Unter den Kinder- und Jugendbuchverlagen hält die Verlagsgruppe Oetinger Rang 5.

Das Produktportfolio umfasst  Bücher, E-Books, Hörbücher, Audio-Downloads, Filme und interaktive Apps sowie ein Merchandising-Angebot und die Bereiche Filmagentur und Theaterverlag.[2]

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den wichtigsten Autoren des Verlags gehören unter anderen Astrid Lindgren, Paul Maar, Christine Nöstlinger, Cornelia Funke, James Krüss, Erich Kästner, Henning Mankell, Kirsten Boie, Erhard Dietl und Sven Nordqvist sowie Sabine Ludwig und Tanya Stewner.

Firmengruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle der inzwischen zur Verlagsgruppe gehörenden Verlage befinden sich bis heute (zumindest zum überwiegenden Teil) in Familienbesitz der Nachfahren Heidi Oetingers. Dies sind ihre Tochter Silke Weitendorf sowie die Enkel Till Weitendorf und Julia Bielenberg. Enkel Jan Weitendorf übernimmt 2016 selbständig die Verlage Arche, Atrium und NordSüd.[3]

Zur Verlagsgruppe Oetinger (Hamburg) gehören die Verlage:

Die Ogglies Film Productions GmbH & Co. KG ist 2013 erloschen.[5] Die Xenos Verlagsgesellschaft wurde 2011 an den Carlsen Verlag verkauft.[6] Oetinger war zusammen mit anderen Kinderbuchverlagen Gesellschafter von hoerstern.de, einem im Herbst 2007 gegründeten Downloadportal für MP3-Kinder- und Jugendhörbücher, aus dem sich die Verlage jedoch mit Wirkung Anfang 2012 als Teilhaber zurückzogen. Nach wie vor kooperiert jedoch auch Oetinger mit dieser Vertriebsplattform.[7] Die zu Jahresbeginn 2011 als Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ernst Kaufmann Verlag, Lahr, gegründete Smalland Kinderbuchausstellungen GmbH für den Buchvertrieb in Kindergärten[8] wurde bereits nach kurzer Zeit an den Kaufmann Verlag veräußert. Seine Anteile an dem von Oetinger mitaufgebauten Entwickler von E-Book-Apps textunes hat der Verlag 2011 an die Buchhandelskette Thalia verkauft.

Die Verlagsgruppe hält Anteile an Unternehmen wie

Weitere Marken der Verlagsgruppe Oetinger:

  • framily
  • Onilo, ein Online-Portal zur Leseförderung durch animierte Kinderbücher für Schulen und Bibliotheken.

Ende 2007 hat Oetinger-Verleger Till Weitendorf triboox gegründet, ein Selfpublishing-Internetportal für Autoren, das Eigenschaften eines Print-on-Demand- bzw. Eigenverlags mit Elementen einer Online-Community verbinden soll.

Oetinger Media GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 wurde mit der ersten CD-ROM zu „Pippi Langstrumpf“ im Verlag Friedrich Oetinger GmbH das erste digitale Produkt selbst entwickelt. Später im Jahr 1997 wurde zum Zweck weiterer CD-ROM-Produktionen die Oetinger Media GmbH von Jan Weitendorf ins Leben gerufen. Bis zum Jahr 2002 wurden nach und nach die Bereiche Oetinger interaktiv für Spiel- und Lernsoftware (PC und Konsole), Oetinger audio für Hörbücher und Musik-CDs sowie Oetinger kinderkino (später Oetinger kino) für DVDs und Kinoproduktionen aufgebaut. Der Bereich Oetinger interaktiv wurde 2002 eingestellt, da der immer schnellere technische Fortschritt der Konsolen und die Einführung der Apps eine zu kostspielige technischen Anpassung der Spiele erforderlich machte. Heute (2013) gehört Oetinger Media, am Umsatz gemessen, zu den sieben größten Audioproduzenten und befindet sich im Kinderbereich im Ranking hinter dem Konzern Sony Music Entertainment, der mit seinem Label Europa Die drei ??? produziert, auf Platz zwei der Hörbuchverlage. Oetinger Media ist derzeit (2013) der einzige Verlag, der DVDs im Buch- und Spielwarenhandel anbietet und Lizenzen von allen namhaften Filmproduzenten und -auswertern im Portfolio hat.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AVJ: Verlag Friedrich Oetinger > Kinder- und Jugendbuchverlage A-Z. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  2. Die Größten wachsen weiter. In: buchreport. 30. März 2016, abgerufen am 4. Oktober 2016.
  3. Klarheit innerhalb der Familie: Jan Weitendorf übernimmt die Verlage Arche Literatur, Atrium und NordSüd - Bltzmeldung - News - BuchMarkt.de. In: www.buchmarkt.de. Abgerufen am 10. Oktober 2016.
  4. Handelsregisterveröffentlichung vom 4. Februar 2010
  5. Veröffentlichungen aus dem Handelsregister
  6. Verlage: Carlsen übernimmt die Marke Xenos. In: boersenblatt.net, 16. März 2011
  7. Website von hoerstern.de
  8. Lahr: "Smalland" geht in die Kindergärten. In: badische-zeitung.de, 16. Februar 2011