Atrium Verlag

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Atrium Verlag

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Rechtsform AG (Nach Schweizer Recht)
Gründung 1935
Sitz SchweizSchweiz Zürich, Hamburg
Leitung Jan Weitendorf von Hacht (Präsident), Andrea Groll (Verlagsleitung ppa)
Branche Buchverlag
Website www.atrium-verlag.com

Die Atrium Verlag AG (Atrium) wurde 1935 in der Schweiz gegründet. Seit 1976 ist Atrium ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Hamburg, bis 2015 als Teil der Verlagsgruppe Oetinger, seit 2016 als Teil der W1 Media Verlagsgruppe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Mai 1933 wurden die Bücher von Erich Kästner von den Nationalsozialisten verbrannt. Kurz zuvor hatte Kurt Leo Maschler den Williams & Co Verlag von Edith Jacobsohn übernommen. Nachdem Kästner in Deutschland unter den Nazis nicht mehr publizieren durfte, versuchte ihn sein Verleger Kurt Leo Maschler zur Flucht zu überreden, Kästner jedoch wollte Deutschland nicht verlassen. Daraufhin entschloss sich Maschler 1935 zur Gründung eines neuen Verlages in Basel, den er später nach Zürich verlegte. Damit schlug die Geburtsstunde des Atrium Verlags, den Maschler nach einem Berliner Kino benannte. Maschler selbst begründete sein Handeln mit den Worten: „Da ich Kästner nicht dazu bewegen konnte zu emigrieren, emigrierte ich seine Bücher. Ich fuhr in die Schweiz und gründete den Atrium Verlag.“[1]

Am 1. Januar 1937 wurde Maschler als Jude aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und durfte ab dem 1. September 1937 sein Büro nicht mehr betreten. Maschler ging daraufhin im August 1937 nach Wien. Nach dem Einmarsch der Nazis in Österreich im März 1938 wurde Maschler denunziert. Er konnte über Berlin nach Amsterdam entkommen. 1939 erhielt Maschler die Einreisegenehmigung nach England. Er ging nach London, von wo aus er während des Zweiten Weltkriegs Kästner-Rechte in über dreißig Länder verkaufte. 1976 verkaufte Maschler den Verlag an die Inhaberfamilie der Verlagsgruppe Friedrich Oetinger. 2016 gründete Jan Weitendorf von Hacht, ein Nachfahre der Oetingers, die W1 Media Gruppe und übernahm die Verlage Atrium, Arche und NordSüd.

Der ehemalige Verlagsleiter Tim Jung stellt Erich Kästners geheimes Kriegstagebuch "Das Blaue Buch" vor

Bis heute liegen die Weltrechte an sämtlichen Werken Erich Kästners beim Atrium Verlag.

Von 2013 bis 2019 leitete Tim Jung den Verlag. Nach seinem Wechsel zu Hoffmann und Campe[2] übernahm Andrea Groll im Dezember 2019 die verlegerische Leitung des Atrium Verlags.[3]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1935 erschien als erstes Buch von Erich Kästner Emil und die drei Zwillinge im neu gegründeten Atrium Verlag. Weitere Autoren des Verlags waren in den folgenden Jahren Stefan Zweig, Adrienne Thomas, Hugh Lofting, Annette Kolb, Kurt Tucholsky, Erich Fried und Norman Mailer (in der Schweiz).

Seit 2008 steht Erich Kästner wieder ganz im Mittelpunkt des Programms. Im Herbst 2013 erschien bei Atrium mit Der Gang vor die Hunde erstmals die ungekürzte und unveränderte Urfassung von Kästners Fabian unter dem Titel, den Kästner ursprünglich für den Roman vorgesehen hatte. Im Frühjahr 2013 erschien anlässlich des 80. Jahrestags der Bücherverbrennung der Kästner-Band Über das Verbrennen von Büchern. Im Frühjahr 2015 erschienen unter dem Titel Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es von Christoph Niemann illustrierte Epigramme Erich Kästners.

Daneben positioniert sich Atrium im Erwachsenenbuch inzwischen mit besonderer, anspruchsvoller Spannungsliteratur von internationalen Bestsellerautoren wie Hideo Yokoyama, Mark Billingham, Donato Carrisi, P.D. James, Chan Ho-kei und Anna Grue sowie mit aktuellen gesellschaftlich relevanten Themen, wie sie zum Beispiel in den Büchern von Bijan Moini behandelt werden.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 75 Jahre „Erich Kästner Verlag“ Atrium
  2. Tim Jung übernimmt Geschäftsführung von Hoffmann und Campe | BuchMarkt. 5. August 2019, abgerufen am 10. September 2020 (deutsch).
  3. Verlagsspitzen bei Arche und Atrium werden neu besetzt. Abgerufen am 11. August 2020.
  4. Atrium Verlagsgeschichte. Abgerufen am 11. August 2020.