Villa Flora (Winterthur)

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Villa Flora in Winterthur
Rückseite mit Garten

Die Villa Flora war ein privates Kunstmuseum in Winterthur. Es beherbergte von 1995 bis 2014 mehr als 100 Gemälde der französischen und schweizerischen Malerei des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts aus dem Bestand der ehemaligen Sammlung von Hedy Hahnloser-Bühler und Arthur Hahnloser. Seit 2018 gehört die Villa Flora zum Kunst Museum Winterthur und wird als Kunst Museum Winterthur | Villa Flora geführt. Das Gebäude befindet sich zurzeit im Umbau für die 2022 geplante Wiedereröffnung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1898 heiratete Hedy Hahnloser-Bühler (1873–1952), Tochter des Textilherstellers Karl Bühler-Blumer, den Augenarzt Arthur Hahnloser (1870–1936). Die Sammeltätigkeit des Paars ging vor allem von der Ehefrau aus, die von ihrem Mann beim Aufbau der von 1905 bis 1936 entstandenen Sammlung massgeblich unterstützt wurde. Sie förderten heute namhafte Maler des Nachimpressionismus.

Nach der Renovation 1995 wurde die Sammlung Hahnloser in Form von Wechselausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Die Werke kommen aus der Hahnloser/Jaeggli Stiftung[1] und von den Nachkommen des Sammlerehepaars Hedy und Arthur Hahnloser-Bühler.

Im Mai 2014 wurde der Museumsbetrieb eingestellt.[2] Im Februar 2015 startete eine Ausstellung der Sammlung in der Hamburger Kunsthalle, die in kleinerem Umfang im Pariser Musée Marmottan, im Kunstmuseum Moritzburg, Halle (Saale) und in der Staatsgalerie Stuttgart bis 2017 fortgesetzt wurde.[3] Ab August 2017 sind die Werke der Hahnloser/Jaeggli-Stiftung in einem eigenen Bereich des Kunstmuseums Bern zu sehen.[4]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa wurde 1846 erbaut und war seit 1856 im Familienbesitz der Bühlers. Das Ehepaar zog früh in das Haus, aus dem Arthur Hahnloser seine Arztpraxis führte. Von 1862 bis 1927 wurde der Bau mehrmals erweitert. Eine dieser Erweiterungen ist der 1908 von den Architekten Rittmeyer/Furrer im Jugendstil nebst Möbeln und Lampen entworfene Salon, der in der ersten Zürcher Raumkunstausstellung gezeigt wurde und noch vollständig original erhalten ist. Zuletzt wurde die Villa bei einer Renovation vor der Eröffnung als Museum um eine Eingangshalle erweitert. Im Garten der Villa stehen zwei lebensgroße Bronzefiguren von Aristide Maillol.

Sammlung Hahnloser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Sammlung sind bedeutende Werke folgender Künstler enthalten: Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Giovanni Giacometti, Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler, Aristide Maillol, Henri Manguin, Albert Marquet, Henri Matisse, Odilon Redon, Pierre-Auguste Renoir, Auguste Rodin, Georges Rouault, Ker-Xavier Roussel, Henri de Toulouse-Lautrec, Félix Vallotton, Edouard Vuillard und Friedrich Wield. Die Sammlung ist in der Schweiz als Kulturgut von nationaler Bedeutung gelistet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margrit Hahnloser-Ingold (Hrsg.): Die Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser. Mit den Augen der Künstler. La Bibliothèque des Arts, Lausanne, Benteli Verlag, Bern 2011, ISBN 978-3-7165-1681-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Villa Flora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburger Kunsthalle: Verzauberte Zeit.
  2. Villa Flora stellt Museumsbetrieb ein. In: Tages-Anzeiger, 26. November 2013.
  3. Medienbereich, villaflora.ch, abgerufen am 27. Dezember 2016.
  4. Simon Baur: Villa Flora – gelungener Coup. In: Neue Zürcher Zeitung, 20. Oktober 2016.

Koordinaten: 47° 29′ 47,1″ N, 8° 44′ 7,2″ O; CH1903: 697706 / 261436