Giovanni Giacometti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Selbstporträt, 1909/10, Kunstmuseum Winterthur

Giovanni Giacometti (* 7. März 1868 in Stampa; † 25. Juni 1933 in Glion) war ein Schweizer Maler und Grafiker. Er führte zusammen mit seinem Freund, dem Maler Cuno Amiet, den Malstil des Post-Impressionismus in die Schweizer Kunst ein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atelier Giacometti in Stampa, Inschrift auf dem drittuntersten Balken

Giovanni Giacometti war das vierte von acht Kindern des Ehepaares Alberto und Caterina Ottilia Giacometti-Santi; Augusto Giacometti war sein Cousin. Er studierte von 1886 bis 1887 in München und von 1888 bis 1891 zusammen mit Cuno Amiet und Andrea Robbi bei William Adolphe Bouguereau und Joseph Nicolas Robert-Fleury an der Académie Julian in Paris. Beeinflusst wurde er von den Fauves, Cuno Amiet, Paul Cézanne, Vincent van Gogh und zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn besonders von Giovanni Segantini, der ihn ab 1894 in Maloja förderte. Um 1900 löste er sich von der divisionistischen Malweise Segantinis und begann, den post-impressionistischen Stil der französischen Malerei zu übernehmen.[1]

Giacometti heiratete im Jahr 1900 Annetta, geborene Stampa (1871–1964); die gemeinsamen Kinder waren Alberto, Diego, Ottilia (1904–1937, verheiratet mit Francis Berthoud) und Bruno Giacometti. Bis 1904 lebte die Familie in dem Bergdorf Borgonovo im Bergell; sie zog danach ins nahe gelegene Stampa in ein Haus, dessen Stall Giovanni Giacometti als Atelier nutzte. Den Sommer verbrachte die Familie regelmässig in Capolago bei Maloja. Im Jahr 1908 erhielt Giacometti eine Einladung, gemeinsam mit den Künstlern der Künstlergruppe Brücke in Dresden auszustellen. In den Jahren 1906 bis 1911 malte er im expressiven Stil.[1] 1912 hatte er eine Ausstellung im Kunsthaus Zürich.[2]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giacomettis Werk besteht aus impressionistischer Landschaftsmalerei und Porträts seiner Familie sowie benachbarter Persönlichkeiten wie etwa der Malerin Elvezia Michel-Baldini. Teilweise sind seine Gemälde auch im Stil des Symbolismus gehalten. Seine Werke sind in den meisten Schweizer Museen vertreten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elisabeth Ellenberger: Giovanni Giacometti. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 11. Dezember 2006.
  • Dieter Schwarz, Paul Müller, Viola Radlach: Giovanni Giacometti 1868–1933. 3 Bände. Zürich 1996/1997 (Œuvrekataloge Schweizer Künstler, Band 16/I/II–1/2).
  • Christine E. Stauffer: Giovanni Giacometti. Das graphische Werk. Verlag Kornfeld, Bern 1997.
  • Giovanni Giacometti (1868–1933). Arbeiten auf Papier. Ausstellungskatalog, mit Texten von Ulrich Gerster, Christoph Vögele und Beat Stutzer. Kunstmuseum Solothurn / Bündner Kunstmuseum, Chur. Kehrer Verlag, Heidelberg 2006.

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2023 kam der Film Die Giacomettis (I Giacometti) unter der Regie von Susanna Fanzun in die Kinos. Die filmische Dokumentation zeigt die Familie Giacometti mit Vater Giovanni und Mutter Annetta sowie den Kindern Alberto, Diego, Ottilia und Bruno. Der Dokumentarfilm folgt den Biografien der einzelnen Familienmitglieder und stellt sich die Frage nach der Quelle künstlerischer Kreativität.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Giovanni Giacometti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hans Goltz auf der privaten Website bad-bad.de (Memento vom 14. Oktober 2020 im Internet Archive)
  2. Viola Radlach: Giacometti, Giovanni. In: Sikart, abgerufen am 26. August 2016.
  3. Alice Henkes: Neu im Kino – «Die Giacomettis»: Familienidyll mit dunklen Flecken. Schweizer Radio und Fernsehen, 19. Oktober 2023, abgerufen am 1. Januar 2024.