Villinger Münster

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Das Villinger Münster (Südwestansicht)
Das Nägelinkreuz im Münster
Die Türme des Münsters
Innenansicht: Die Apostel Figuren an den Seitenwänden von Anton Joseph Schupp und links die von Conrad Rötlin um 1510 geschaffene Kanzel aus Sandstein

Das Villinger Münster (Münster Unserer Lieben Frau) ist ein Münster im Zentrum des Stadtbezirks Villingen in Villingen-Schwenningen. Es ist die katholische Hauptkirche Villingens. Ursprünglich war es Johannes dem Täufer geweiht. Im Villinger Münster befindet sich das Nägelinskreuz.

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wahrzeichen Villingens wurde 1130 im romanischen Stil begonnen und 1284 gotisch fertiggestellt, später aber erweitert.[1] Anlass für den Stilwechsel war der Villinger Stadtbrand von 1271, der Teile des Münsters zerstört hatte.[2] Zwei 50 Meter hohe Türme wurden im 15. und 16. Jahrhundert hinzugefügt.[3]

Renovationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert wurde es um barocke Elemente erweitert, unter anderem um eine Stuckdecke und einen Hochaltar (1738) durch Johann Martin Hermann. Das gotische Radfenster wurde durch ein Spitzbogenfenster und die Tonnendecke wurde 1701 durch eine Stuckdecke des Villinger Stuckateurs Ignatius Bürkner ersetzt. Die Apostelfiguren an den Seitenwänden schuf 1715 bis 1719 Anton Joseph Schupp. 1724 fertigten die einheimischen Schlosser Johann Stern und Caspar Speth das Chorabschlussgitter. Reste davon sind noch im Franziskanermuseum erhalten.

Puritanische Bestrebungen im 19. Jahrhundert führten zum Verlust zahlreicher Einrichtungsobjekte. Es wurden 1829 unter anderem entfernt: 70 Statuen, 10 Glasfenster, 60 Epitaphien und das Chorgitter. 1851 wurde der Vorbau des Doppelportals von 1623 entfernt. Er ist überliefert auf einem Aquarell von Pieter Francis Peters. Der barocke Hochaltar wurde 1857 entfernt. Erhalten blieb die gotische Kanzel, deren Erbauer bisher unbekannt blieb.

Von 1978 bis 1982 wurde das Münster grundlegend renoviert. Es erhielt unter anderem einen neuen Bodenbelag und neue Bänke. Das Kirchenschiff wurde mit neuen Fenstern und einer neuen Priesterbank (beides von Elmar Hillebrand) sowie mit einem Ambo und einem Zelebrationsaltar von Klaus Ringwald ausgestattet.

Das Gebäude verfügt über ein Hauptportal und ein Südportal. Beide wurden von Klaus Ringwald entworfen und aus Bronze gefertigt.

51 Glocken stellen „eines der größten Glockenspiele im süddeutschen Raum“ dar.[4]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sandtner Orgel

Die Orgel wurde 1983 von der Orgelbaufirma Sandtner erbaut.[1] Das Instrument hat eine mechanische Spieltraktur und eine elektrische Registertraktur.

I Rückpositiv C–a3
1. Principal 8′
2. Rohrgedackt 8′
3. Quintade 8′
4. Octave 4′
5. Traversflöte 4′
6. Gemshorn 2′
7. Sesquialter II 223
8. Larigot 113
9. Mixtur IV 1′
10. Dulcian 16′
11. Cromorne 8′
12. Cimbelstern
Tremulant
II Hauptwerk C–a3
13. Praestant 16′
14. Principal 8′
15. Gamba 8′
16. Spitzflöte 8′
17. Holzgedackt 8′
18. Quinte 513
19. Octave 4′
20. Blockflöte 4′
21. Terz 315
22. Quinte 223
23. Octave 2′
24. Cornet V (ab g0) 8′
25. Mixtur IV-V 113
26. Cimbel III 13
27. Trompeta magna 16′
28. Trompete 8′
29. Vox humana 8′
30. Clarino 4′
Carillon
Tremulant
III Schwellwerk C–a3
31. Bourdon 16′
32. Principal 8′
33. Flauto 8′
34. Salicional 8′
35. Voix céleste 8′
36. Octave 4′
37. Holzflöte 4′
38. Viola 4′
39. Nasard 223
40. Waldflöte 2′
41. Terz 135
42. Sifflet 1′
43. Fourniture IV-V 2′
44. Basson 16′
45. Trompete 8′
46. Hautbois 8′
47. Clairon 4′
Tremulant
Pedal C–f1
48. Untersatz 32′
49. Principal 16′
50. Subbass 16′
51. Quinte 1023
52. Octavbass 8′
53. Gedackt 8′
54. Octave 4′
55. Pommer 4′
56. Holzpfeife 2′
57. Hintersatz V 223
58. Posaune 16′
59. Fagott 16′
60. Trompete 8′
61. Schalmey 4′

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Gottesdiensten finden im Villinger Münster auch Konzerte statt, die allerdings auf Geistliche Musik beschränkt bleiben.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ewald Huth (1890–1944), Chordirektor und Organist, wurde wegen Kritik am Nationalsozialismus hingerichtet
  • Stephan Rommelspacher (* 1959), Kirchenmusiker, Chorleiter und Organist

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villingen mit Münster, 1643/1656

Weitere Frauenkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Münster Unserer Lieben Frau (Villingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.villingen-muenster.de/html/muenster_unserer_lieben_frau_218.html
  2. http://www.badische-seiten.de/villingen/muenster.php
  3. http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/reisen/reisefuehrer/schwarzwald/index,page=1652622.html
  4. Glockenspiel
  5. http://www.muensterkonzerte.de/aktuell

Koordinaten: 48° 3′ 37″ N, 8° 27′ 30″ O