Vittel (Mineralwasser)

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Vittel
Besitzer/Verwender

Nestlé Waters Deutschland GmbH

Einführungsjahr 1854
Produkte Mineralwasser
Märkte Europa
Website vittel.de

Vittel [viː'tɛl][1][2] ist eine Mineralwassermarke der Nestlé Waters Deutschland und wird europaweit vertrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Bouloumié erwarb 1854 die Quelle Grande-Source im französischen Vittel. Anfänglich wurde sie als Heilbad und Kurort vermarktet, später – um 1882 – wurde die Mineralwassergesellschaft Société Générale des Eaux Minérales de Vittel gegründet. 1969 wurde Vittel von Nestlé übernommen.

1968 wurde von Vittel die weltweit erste Flasche aus Kunststoff für Mineralwasser verwendet.[3]

Chemische Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stoff Menge in mg/l[4]
Hydrogencarbonat 248
Natrium 7,7
Magnesium 20
Calcium 94
Sulfat 120
Abdampfrückstand 400

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest, die 2012 von der FAZ veröffentlicht wurde, fand sich (zumindest zum Zeitpunkt des Tests) eine erhöhte Belastung durch Krankheitserreger (Keime). Unter anderem durch die Abfüllung in Kunststoffflaschen ergab sich eine Abwertung auf die Note 4 des eigenen Bewertungssystems der Stiftung Warentest. In der Gesamtbewertung erreichte Vittel knapp ein befriedigendes (Note 3) Testergebnis.[4]

Aktuelle Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 wurde mit diversen Marketingstrategien (unter anderem durch neue Formen der Verpackung, dynamische Farben und moderne Etiketten) versucht, den Marktanteil zu steigern[3].

Dadurch sank der Grundwasserspiegel seit 1990 um 30 Zentimeter pro Jahr – in 40 Jahren um 10 Meter. Nestlé Waters wird von Anwohnern und Umweltschützern beschuldigt, das Quellwasser, das die Stadt und ihre Abfüllanlage zur Aufrechterhaltung des Exports versorgt, zu "übernutzen". Nestlé darf für sein Mineralwasser eine Million Kubikmeter pro Jahr verwenden. Weitere 600.000 Kubikmeter Quellwasser entnimmt die Molkerei Fromagerie de l’Ermitage[5]. Beide Unternehmen nutzen nahezu die Hälfte des Wassers von Vittel, während der Rest den etwa 5.000 Einwohnern und den umliegenden Gebieten bleibt. Der Konzern Nestlé sagt, man habe den Wasserverbrauch in den letzten 10 Jahren seit 2008 um 20 Prozent reduziert. Christophe Klotz, Leiter der Nestlé-Tochter Agrivair, sagte, man "bot an, die zugewiesene Quote freiwillig um 25 Prozent zu reduzieren." Das allerdings "reiche nicht aus, um den Mangel auszugleichen." [6]

Derzeit wird geprüft ob die Einwohnenden von Vittel über eine Pipeline mit Trinkwasser von außerhalb versorgt werden sollen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen Lobbyismus gegen eine Lokalpolitikerin.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vittel Mineralwasser Werbung 1999 auf YouTube
  2. VITTEL Commercial Werbung Sommer 2017 auf YouTube
  3. a b Über uns, Geschichte - Vittel. In: vittel.de. Abgerufen am 24. April 2015.
  4. a b Vittel. In: faz.net. Abgerufen am 24. April 2015.
  5. Robert Schmidt: Die Wasserschlacht. Die Zeit 22/2018, Seite 22
  6. David Chazan: French town of Vittel suffering water shortages as Nestle accused of 'overusing' resources. In: www.telegraph.co.uk. 26. April 2018, abgerufen am 24. April 2015 (englisch).
  7. Caroline Freigang: Vittel fürchtet um sein Wasser. In: tagesanzeiger.ch. 1. Juni 2018, abgerufen am 27. September 2018.