Voith Maxima

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Voith Maxima 40 CC
Maxima 1it06.jpg
Anzahl: 13
Hersteller: Voith Turbo Lokomotivtechnik GmbH & Co. KG
Baujahr(e): 2006–2010[1]
Achsformel: C'C'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 23.200 mm[2]
Drehzapfenabstand: 11.420 mm
Kleinster bef. Halbmesser: 80 m
Dienstmasse: 126–135 t[2]
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Dauerleistung: 3.600 kW
Anfahrzugkraft: 408 kN
Nenndrehzahl: 1000 min−1
Tankinhalt: Diesel, 90 hl (30 CC: 100 hl; 20 BB: 50 hl)
Anzahl der Fahrmotoren: 1
Antrieb: dieselhydraulisch
Bremse: pneumatisch, dynamisch
Zugbeeinflussung: Sifa, LZB, PZB 90
V500.06 der SGL auf der Schiefen Ebene (Video, 11,6 MB)

Unter dem Namen Maxima vertrieb die Voith Turbo Lokomotivtechnik, eine Zweigniederlassung der Voith Turbo GmbH & Co. KG, vier- und sechsachsige Streckenlokomotiven mit dieselhydraulischem Antrieb mit für den Güter- und Personenverkehr. Zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung war das größte Modell der Serie, die inzwischen nicht mehr hergestellte Maxima 40 CC, die weltweit stärkste einmotorige sechsachsige dieselhydraulische Lokomotive.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maxima 40 CC war die erste Lok, die eigenständig von der Firma Voith Turbo Lokomotivtechnik GmbH & Co. KG konzipiert und gebaut wurde. Bereits in den 1990er Jahren hatte Voith das Getriebe LS 640 reU2 entwickelt, mit dem MaK Vossloh eine entsprechend leistungsstarke Lokomotive bauen wollte. Vor dem Hintergrund der Vielzahl nach der Wende von der Deutschen Reichsbahn übernommenen sowjetischen Großdiesellokomotiven der DR-Baureihe 130 verzichtete die Deutsche Bahn jedoch auf einen entsprechenden Entwicklungsauftrag an Vossloh. Wegen der unsicheren Zukunft des Lokomotivbaus bei Vossloh und um die Entwicklungskosten wieder einzuspielen, wagte Voith den Entwurf und Bau einer eigenen Lokomotive, der Maxima. Die Maxima wurde von Voith Turbo eigens für den grenzüberschreitenden Verkehr konzipiert, zum Beispiel in die Staaten des östlichen Mitteleuropa.

2006 wurde die Maxima 40 CC auf der InnoTrans in Berlin vorgestellt. Zwei Jahre später folgte die weitestgehend baugleiche Maxima 30 CC, die jedoch einen Motor mit vier Zylindern weniger und eine um 850 kW geringere Leistung hat.

Ebenfalls im September 2008 wurde auf derselben Messe die bisher nicht realisierte Maxima 20 BB präsentiert, mit der sich Voith um einen Auftrag der DB über bis zu 200 Streckendiesellokomotiven bewarb. Die Entscheidung der DB fiel schließlich zugunsten der Bombardier Traxx DE ME aus. Auch die im Vergleich zu dieselelektrischen Wettbewerbern gleicher Leistungsklasse geringere Masse führte zu keinen Aufträgen. Sie unterscheidet sich vor allem durch den schwächeren Dieselmotor, die vierachsige Konfiguration und eine geringere Achslast von den größeren Varianten.[3]

2008 und 2009 wurden Testfahrten auf dem Eisenbahnversuchsring Velim absolviert.[4] Am 23. Dezember 2008 hat die Maxima 40 CC in Deutschland vom Eisenbahn-Bundesamt die Zulassung erhalten.[5]

Seit 2009 sind alle Maxima 40 CC ausgeliefert, beispielsweise an die Berliner hvle, das niederländische Leasingunternehmen Ox-traction (liquidiert) oder das Gleisbauunternehmen Wiebe.[1]

Die Maxima 40 CC wird inzwischen nicht mehr hergestellt. Der Bau der leichteren Varianten 30 (L)CC und 20 (L)BB war geplant, die Produktion wurde aber nicht aufgenommen.[6][7]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um dieselhydraulische Lokomotiven mit verschiedenen Traktionsaufgaben anbieten zu können, entwickelte Voith Turbo die Streckenlokomotiven Maxima und die Rangierlokomotiven Gravita. Nach Einstellung der Produktion der Maxima 40 CC wurden folgende Varianten der Voith Maxima angeboten[8]:

Typ Achsformel Leistung in kW Leistung in PS Höchstgeschwindigkeit in km/h Anfahrzugkraft in kN Masse in t
Maxima 20 BB B'B' 2000 2719 120 (optional 140) 281 72–82
Maxima 20 LBB B'B' 2400 3263 140 (optional 160) 301 76–90
Maxima 30 CC C'C' 2750 3739 120 432 126
Maxima 30 LCC C'C' 3200 4351 120 412 120
Maxima 40 CC C'C' 3500 4896 120 408 (max. 519) 126–135

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lokkasten besteht aus Stahl. Beide Führerstände haben zwei Fahrersitze (einen für den Lokführer und einen zusätzlichen Beimannsitz). Das Bedienpult ist an ein Einheitsführerpult der Deutschen Bahn angelehnt und nach ergonomischen Grundsätzen gestaltet. Beide Führerstände sind klimatisiert und mit Fußboden- und Fußstützenheizung ausgestattet.

Die Maxima 40 CC hat einen Viertakt-Dieselmotor des Typs ABC 16 V DZC der Anglo Belgian Corporation, der eine betriebliche Anfahrzugkraft von 408 kN und eine maximale Anfahrzugkraft von 519 kN ermöglicht. Die 30 CC wird durch einen Zwölfzylindermotor (ABC 12 V DZC) desselben Herstellers angetrieben. Die Höchstgeschwindigkeit der Maxima 30 CC und 40 CC beträgt 120 km/h, die kleineren Varianten 20 BB und 20 LBB erreichen Geschwindigkeiten von 120 (optional 140) und 140 (optional 160) km/h.

Die Lok hat ein Turbosplitgetriebe Voith LS 640 reU2, das einen getrennten Schleuderschutz für die zwei Drehgestelle ermöglicht. Zum Bremsen stehen eine dynamische und eine pneumatische Bremse zur Verfügung. Der kleinste befahrbare Bogenradius beträgt 80 Meter. Der Kraftstofftank fasst bei den sechsachsigen Versionen bis zu 9.000 l Treibstoff (bis zu 10.000 l bei der 30 CC) während es bei der 20 BB bis zu 5.000 l sind.[9]

Das Design der Voith Maxima wurde von der Firma ma design erarbeitet und 2007 mit dem Red Dot Award ausgezeichnet.[10]

Bestellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voith Maxima 30 CC in Hersbruck rechts der Pegnitz (17. März 2010)
Voith Maxima, SGL V500.17 (26. Juni 2006)

Mitte Februar 2008 waren 77 Exemplare der Maxima bestellt.[11] Durch Ox-traction wurden 15 Maxima 30 CC und 40 CC bestellt sowie ein weiterer Rahmenvertrag über 23 Exemplare unterzeichnet.[12] Ox-traction N.V. war zu 44 % im Besitz von Voith Turbo,[13] im Herbst 2010 stellte das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit ein, bevor alle 15 Maschinen ausgeliefert wurden.

Die Havelländische Eisenbahn hatte zwei Voith Maxima 40 CC zur Lieferung in den Jahren 2008 und 2009 bestellt. Zudem wurde eine eventuelle Lieferung über 6 weitere Lokomotiven vereinbart.[14][15] Trotz der hohen Bestellungszahlen wurden lediglich 13 Maxima 40 CC und 7 Maxima 30 CC gefertigt.[16]

Insgesamt wurden von Voith somit lediglich 20 Maxima-Diesellokomotiven hergestellt,[17] bevor im Januar 2014 die Pläne zur Einstellung der Lokomotivfertigung (vorerst) in Kiel bekannt wurden.[6]

Fertigung und Wartung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voith fertigte die Maxima in einer eigens für den Bau der Maxima und Gravita errichteten Fabrik auf dem Gelände des Kieler Nordhafens direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Einige Voith Maxima 40CC wurden auch in Lizenz bei Legios in Tschechien gebaut.[18]

Für die Wartung der Fahrzeuge hat Voith einen Vertrag mit der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) über die Einrichtung einer Zentralwerkstatt für Europa in Brühl-Vochem geschlossen.[19][20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Petrowitsch: Dieselgiganten auf sechs Achsen. In: eisenbahn magazin. Nr. 7/2013. Alba Publikation, Juli 2013, ISSN 0342-1902, S. 6–13.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Voith Maxima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Voith Maxima – Lieferliste Maxima 40 CC. loks-aus-kiel.de. Abgerufen am 13. Mai 2014.
  2. a b Dieselhydraulische Lokomotiven. Maxima 30 und 40 CC. – Technische Daten 40 CC (Memento des Originals vom 9. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/resource.voith.com. Voith Turbo GmbH Co. KG. Abgerufen am 13. Mai 2014.
  3. Eurailpress Aktuelle Branchennews: Maxima 20BB – die kleine Große, 23. September 2008
  4. References. Website des Forschungsinstituts der Eisenbahn (englisch), abgerufen am 15. Februar 2015.
  5. Eurailpress Aktuelle Branchennews: Voith Maxima hat EBA-Zulassung bekommen, 30. Dezember 2008
  6. a b Kieler Nachrichten: Voith baut keine Loks mehr in Kiel, 28. Januar 2014
  7. Homepage von Voith mit Informationen zur Maxima
  8. http://www.voith.com/de/produkte-leistungen/antriebstechnik/streckenlokomotiven-maxima-10368.html#TechnischeDaten
  9. Eisenbahn-Kurier 2/2007, Seite 36
  10. Eurailpress Aktuelle Branchennews: Voith Maxima - mit "Red Dot Award" ausgezeichnet, 11. April 2007
  11. Eisenbahn-Romantik Folge 666, SWR-Fernsehen, 17. Februar 2008
  12. Eurailpress Aktuelle Branchennews: Voith: Maxima und Gravita verkauft - Testfahrten vor Abschluss, 15. November 2007
  13. http://www.eurailpress.de/article/view//neue_gesellschafter_bei_ox_traction.html@1@2Vorlage:Toter Link/www.eurailpress.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. Voith Turbo Pressemitteilung, 14. Dezember 2007: Privatbahn setzt auf starke Voith-Dieselhydraulik-Loks
  15. Eurailpress Aktuelle Branchennews: Maxima 40 CC an hvle verkauft (Memento des Originals vom 14. November 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eurailpress.de, 15. Dezember 2007
  16. http://www.loks-aus-kiel.de/index.php?nav=1402313&lang=1
  17. eisenbahn magazin, März 2014, S. 17
  18. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 14. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.legios.eu
  19. Voith Turbo Pressemitteilung, 26. September 2007: Voith Turbo: Lokomotivtechnik und Häfen und Güterverkehr Köln AG kooperieren
  20. Eurailpress Aktuelle Branchennews: HGK und Voith LT kooperieren - neues Loks für HGK - Gravita auf InnoTrans 2008, 26. September 2007