Radeberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Radeberg
Radeberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Radeberg hervorgehoben
Koordinaten: 51° 7′ N, 13° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 29,83 km2
Einwohner: 18.463 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 619 Einwohner je km2
Postleitzahl: 01454
Vorwahlen: 03528, 0351 (Ullersdorf teilw.)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 480
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 19
01454 Radeberg
Website: www.radeberg.de
Oberbürgermeister: Gerhard Lemm (SPD)
Lage der Stadt Radeberg im Landkreis Bautzen
TschechienDresdenLandkreis GörlitzLandkreis MeißenLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeArnsdorfBautzenBernsdorfBischofswerdaBurkauCrostwitzCunewaldeDemitz-ThumitzDoberschau-GaußigElsterheideElstraFrankenthal (Sachsen)GödaGroßdubrauGroßharthauGroßnaundorfGroßpostwitzGroßröhrsdorfMalschwitzHaselbachtalHochkirchHoyerswerdaKamenzKönigsbrückKönigswarthaKubschützLaußnitzLautaLichtenberg (Lausitz)LohsaMalschwitzNebelschützNeschwitzNeukirch (bei Königsbrück)Neukirch/LausitzObergurigOhornOßlingOttendorf-OkrillaPanschwitz-KuckauPulsnitzPuschwitzRadebergRadiborRäckelwitzRalbitz-RosenthalRammenauSchirgiswalde-KirschauSchmölln-PutzkauSchwepnitzSohland an der SpreeSpreetalSteina (Sachsen)SteinigtwolmsdorfWachau (Sachsen)WeißenbergWilthenWittichenauBrandenburgPolenKarte
Über dieses Bild

Radeberg ist eine Große Kreisstadt im Südwesten des sächsischen Landkreises Bautzen am Rande der Dresdner Heide. Radeberg ist die Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte des Landkreises.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Radeberg fließen die Große Röder und die Schwarze Röder, die an der Mittelmühle (in der Nähe der Pestalozzischule) in erstere mündet. Am westlichen Stadtrand beginnt die Dresdner Heide, ein flachwelliges, nahezu geschlossenes Waldgebiet von mehr als 50 km² Fläche. Nördlich und östlich von Radeberg zeigen sich die westlichen Ausläufer des Lausitzer Berglandes. Die Stadt liegt im Naturraum des Westlausitzer Hügel- und Berglandes. Die Stadt gibt auch der Region rundum den Namen „Radeberger Land“.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile Liegau-Augustusbad (1995 eingemeindet), Großerkmannsdorf und Ullersdorf (beide 1999 eingemeindet) umschließen die Stadt. Weitere benannte Stadtteile bzw. Ortslagen in Radeberg, wenn auch ohne Ortsteilstatus, sind die Siedlung Rossendorf (nördlich der Bundesstraße 6) und Kleinerkmannsdorf, beide zum Ortsteil Großerkmannsdorf gehörend, sowie Heinrichsthal, Friedrichstal, die Heidehäuser, die Stadtrandsiedlung und Lotzdorf.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ottendorf-Okrilla Königsbrück

Wachau (Sachsen)

Pulsnitz und Großröhrsdorf, Landwehr
Dresdner Heide Nachbargemeinden Arnsdorf und Bischofswerda
Dresden Eschdorf

Pirna

Stolpen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtansicht Radeberg um 1765 mit der Hospitalbrücke und dem alten Hospital (rechts)

Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radeberg wurde erstmals 1219 erwähnt, als Bauern sich auf dem Land an der Großen Röder ansiedelten. Der Name des Ortes leitet sich vermutlich von diesem Fluss ab. In nicht einmal 150 Jahren entstanden ein Marktplatz, eine Burg und eigene Maßeinheiten wie zum Beispiel der Radeberger Scheffel. Am 16. März 1412 wurde dem Marktflecken das Stadt- und Weichbildrecht von Landgraf Friedrich IV. (Meißen und Thüringen), genannt der Friedfertige oder Einfältige, auch der Jüngere, verliehen.

Da Herzog Heinrich der Fromme die Reformation in dem von ihm regierten albertinischen Teil Sachsens in Verbindung mit zwei Kirchenvisitationen erst 1539 einführte,[2] ist auch für Radeberg, das zur Superintendentur Dresden gehörte, das Reformations-Einführungsjahr 1539 gültig. Die Visitatoren waren Caspar von Schönberg, Rudolf von Rechenberg, Justus Jonas, Georg Spalatin und Melchior von Creutzen. Die zweite Visitation erfolgte in der Zeit vom 20. Dezember 1539 bis 7. Juli 1540.

Im 16. Jahrhundert wurde nördlich der Stadt Silber gefunden, der Fundort wurde daraufhin in Silberberg umbenannt. Die am Nordhang des Silberberges in einem östlichen Seitental der Großen Röder, dem Tannengrund, gelegene Mine war jedoch schnell erschöpft. Der Dreißigjährige Krieg und der Große Nordische Krieg setzten der Stadt schwer zu. 1645 wurde in Radeberg die Salpetersiederei eingeführt, 1713 versuchten der Rittmeister Bruckmeyer und der Arzneilaborant Hausen, eine große Salpeterfabrik auf dem Freudenberg, der damals noch am Rande des Stadtkernes lag, zu bauen, was jedoch wegen der hohen Brandgefahr durch einen Bürgeraufstand am 20. September 1714 vereitelt wurde.

Im gleichen Jahr, am 13. Juli 1714, brannte infolge Blitzeinschlages fast die ganze Stadt ab. Die Suche nach Kalk zum Wiederaufbau erfolgte auch in den Stollen des ehemaligen Bergbaugebietes am Silberberg, war aber erfolglos. Stattdessen führte diese Suche zur Entdeckung der Heilquellen im Tannengrund durch den Radeberger Bürgermeister Christoph Seydel.

Industrielle Revolution bis Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radeberg entwickelte sich frühzeitig zum Industriestandort vor den Toren der Landeshauptstadt Dresden. Ausgelöst wurde das durch den frühen Anschluss Radebergs an die Eisenbahnlinie Dresden – Görlitz ab dem Jahr 1845 und die dadurch forcierte Ansiedlung der Glasindustrie. Die erste Glasfabrik wurde 1858 erbaut. Nach 1871 kam es in Radeberg zu einem raschen Anwachsen der Industrieansiedlungen.

Aufgrund des akuten Munitionsmangels an den Kampfschauplätzen des Ersten Weltkrieges wurde 1915 in Radeberg ein staatliches Rüstungsunternehmen zur Fertigung von Zündern und Sprengkapseln, das Königliche Feuerwerkslaboratorium Radeberg, gegründet. Zeitweilig waren über 5.000 Menschen in der Fabrik beschäftigt.

Von der Weltwirtschaftskrise 1929 waren viele Radeberger Unternehmen betroffen. Die daraus resultierende hohe Arbeitslosenquote führte zu einer drastischen Verschlechterung der Wohn- und Versorgungssituation der Bevölkerung. Um die Wohnungsnot zu verringern, errichtete die Stadt Radeberg 1926–32 nahezu 200 Wohnungen. Östlich der Stadt entstand auf der Basis des neu geschaffenen Reichsheimstättengesetzes vom 10. Mai 1920 ab 1932 die Stadtrandsiedlung Am Taubenberg, im Volksmund Kalte Hand genannt. Am westlichen Stadtrand entstand ab 1913 die von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Radeberg getragene Ernst-Braune-Siedlung, in der Südvorstadt als genossenschaftliches Bauprojekt die sogenannte Kohlrabi-Insel.

Amtliche Bekanntmachung über die Vereinigung Radeberg und Lotzdorf 1920

Zum Stichtag 1. Januar 1920 haben sich die beiden politischen Gemeinden Radeberg und Lotzdorf vereinigt[3], es erfolgte keine Eingemeindung. Jegliche gebietskörperschaftliche, öffentlich- und privatrechtliche, gemeindliche und politische Funktionen und Stellungen Lotzdorfs sind zu diesem Zeitpunkt erloschen, die bisherigen gemeindlichen Vertretungen Lotzdorfs wurden ersatzlos aufgelöst. Alle diesbezüglichen Rechte und Verbindlichkeiten sowie das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen der Landgemeinde Lotzdorf sind zum Stichtag auf die Stadtgemeinde Radeberg übergegangen. Der Flurbezirk Lotzdorf ist unter Beibehaltung seiner bisherigen Flurstück-Nummern in den Gemeinde- und Flurbezirk Radeberg eingeordnet worden, so dass nach der Vereinigung 1920 in der neuen, vergrößerten Stadtgemeinde Radeberg zwei Flurbezirke bzw. Gemarkungen (Flur Radeberg und Flur Lotzdorf) mit ihren jeweils eigenen Flurstück-Nummern existieren.

Die Volkszählung am 17. Mai 1939 ergab 15.993 Einwohner, davon 7.474 Männer und 8.519 Frauen.[4]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bestand von Juli 1944 bis Mai 1945 am Robert-Blum-Weg / Ecke Adolph-Kolping-Straße ein Arbeitserziehungslager (AEL), in dem hunderte Insassen aus zahlreichen Ländern unter grausamen Bedingungen, durch Genickschuss, Gift oder Unterernährung den Tod fanden. Sie mussten für das Sachsenwerk in der Rüstungsproduktion Zwangsarbeit verrichten. (→ Siehe auch: Arbeitserziehungslager Radeberg)

Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clivia II FER858A (VEB Rafena-Werke Radeberg) aus dem Jahr 1956

Die 1872 gegründete Exportbierbrauerei sowie die Entwicklung und Produktion von Fernsehgeräten ab 1950 im Sachsenwerk Radeberg (im November 1956 in VEB Rafena-Werke umfirmiert) und später von Tisch- und Großrechnern im 1969 aus dem VEB Rafena-Werke hervorgegangenen Stammbetrieb des VEB Kombinat Robotron prägten über Jahrzehnte die städtische Wirtschaft.

Im Juli 1948 wurde mit dem Kulturhaus „Maxim Gorki“ das erste Kulturhaus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) eröffnet. In diesem Objekt befand sich von 1948 bis 1953 auch einer der ersten Kindergärten in der SBZ. Träger des Kulturhauses und des Kindergartens war das Sachsenwerk Radeberg bzw. dessen Rechtsnachfolger. Das Kulturhaus war der kulturelle Mittelpunkt und das Veranstaltungszentrum der Stadt und wurde bis weit in die 1990er Jahre für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. 2009 wurden die Gebäude abgerissen und auf der Immobilie eine öffentliche Grünanlage geschaffen.

Von 1955 bis 1976 hat der Rat der Stadt die monatlich erschienene Zeitschrift „Radeberger Kulturleben“ als „Heimatschrift für Radeberg und Umgebung“ herausgegeben.

Seit der Wiedervereinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1995 wurde Liegau-Augustusbad eingemeindet.[5] Am 1. Januar 1999 kamen Großerkmannsdorf und Ullersdorf hinzu.[6] Die Einwohnerzahl der Stadt ist seitdem relativ stabil zwischen 18.000 und 19.000[7]

Zum 1. Januar 2009 erfolgte die Erhebung zur Großen Kreisstadt.

Die Historie der Stadt Radeberg wird seit 2004 in einer alle Epochen einbeziehenden und thematisch strukturierten Form von der ehrenamtlichen „Arbeitsgruppe Stadtgeschichte“ (im Auftrag der Großen Kreisstadt Radeberg) aufgearbeitet und in der einmal jährlich von der Großen Kreisstadt Radeberg herausgegebenen Broschüre „Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte“ veröffentlicht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1551 227 besessene(r) Bürger, davon im Burglehn

51 besessene(r) Mann, 78 Inwohner

1946 16.622
1764 103 besessene(r) Mann,

60 Häusler, 18 3/4 Hufen

1950 16.440
1834 2.256 1964 17.420
1871 4.388 1990 14.671
1890 8.740 2000 18.731[8]
1910 13.413 2015 18.389
1925 15.651 2017 18.451
1939 16.183 2018 18.463

Ortsnamenformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1233: Thimo miles de Radeberch
  • 1235: Radeberc
  • 1350: Aldenradeberg
  • 1378: Radeberg (RDMM 266)
  • 1435: Radwerck
  • 1445/47: Radeberg
  • 1485: Radberg
  • 1488: Radenberg
  • 1537: Rodenperg
  • 1551: Radebergk[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2019[9]
Wahlbeteiligung: 62,7 % (2014: 52,4 %)
 %
30
20
10
0
25,9 %
16,1 %
20,0 %
8,7 %
8,4 %
21,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-9,8 %p
-4,1 %p
-0,6 %p
-4,4 %p
+2,8 %p
+21,1 %p

Stadtrat und Oberbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

Partei / Liste CDU SPD FWR LINKE GRÜNE AfD Gesamt
Sitze 2019 7 4 5 2 2 4 26
Sitze 2014 10 6 6 3 1 0 26

Zum ersten Bürgermeister nach der politischen Wende wurde 1990 Frank Petzold (CDU) durch die damalige Stadtverordnetenversammlung gewählt. Bei der ersten Bürgermeisterdirektwahl in Radeberg (1994) wurde Gerhard Lemm (SPD) gewählt und 2001 mit 78 %, 2008 mit 81 % und 2015 mit 96 % jeweils wiedergewählt. Seit der Erhebung Radebergs zur Großen Kreisstadt 2009 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen und Wappenbrief der Stadt kam 1507 durch Herzog Georg von Sachsen hinzu, es zeigt Löwen über einem halben Holzrad, weshalb auch der Ursprung des slawischen Städtenamens von Rade-brech (auch: Radberch) angenommen wird. Aus den früheren Wappen wurde dafür nur die Farbe und das halbe Rad übernommen. Der schreitende Löwe ist als Wappentier der damaligen Mark Meißen von schwarz auf blau gewechselt.[10] Auf der Albrechtsburg in Meißen befindet sich allerdings ein Raum, in dem zahlreiche Wappen des Umlandes dargestellt sind, so auch das Wappen von Radeberg, welches dort aber drei Drittel eines zerbrochenen Rades auf hellblauem Grund zeigt. Ursprünglich ist das Rad auf das Mainzer Rad zurückzuführen. Schon 1233 gibt es im Siegel des Thimo von Radeberch drei gegeneinander gekehrte goldene Wagenfelgen.[11]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Radeberg sind Garching bei München in Bayern und seit 1972 Neratovice in Tschechien. Zusätzlich besteht eine kommunale Freundschaft zur bayrischen Gemeinde Aschheim, der früheren Partnergemeinde des Ortsteils Liegau-Augustusbad.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Klippenstein
  • Das Rathaus am Markt wurde im Rokokostil von Samuel Locke 1767–1769 errichtet, nachdem der Vorgängerbau 1714 und 1741 abbrannte.
  • Die Kursächsische Postmeilensäule von 1728 vor dem Rathaus ist eine 2012 angefertigte Nachbildung. Das Original stand zwischen 1729 und 1852 auf dem Markt.
  • Neben dem aus der Burg („Hauptburg“) hervorgegangenen Schloss Klippenstein und der von 1856 bis 1952 als Amtsgericht und Gefängnis genutzten „Vorburg“ sowie dem heute besteigbaren „Hungerturm“ (Eulenturm) besteht auch ein 1953 eröffnetes Heimat-Museum. Im Jahr 2015 wurde die Dauerausstellung zur Industriegeschichte eröffnet.
  • Das Seifersdorfer Tal, das Hüttertal, die Landwehr und die Dresdner Heide bieten sich für Ausflugstouren an, in der Innenstadt ebenso die Parkanlage Gelbkehain.
  • Die Grundmühle in Liegau-Augustusbad am Beginn des Seifersdorfer Tals weist anschauliche architektonische und historische Details für Interessierte auf.
  • Radeberg hat seit 1927 einen Posaunenchor der evangelischen Kirchgemeinde.
  • Der 1968 gegründete Radeberger Spielmannszug ist heute eine Sektion des Radeberger Sportvereins.
  • Obwohl die Radeberger Stadtkirche zur Zeit der Gotik errichtet wurde, kann man sie nicht kunstgeschichtlich einordnen.
  • Der Botanische Blindengarten Radeberg an der Villa Storchennest beherbergt etwa 1300 Pflanzenarten, darunter 700 Duftpflanzen und eine Kameliensammlung.
  • In Radeberg befinden sich drei Zwölfeckhäuser, ein Beispiel für experimentelle Architektur der 1970er Jahre in der DDR.
  • Die Hospitalbrücke in der Nähe der Brauerei wurde 1764 fertiggestellt und ist die älteste Steinbrücke im Gebiet des heutigen Stadtkernes. Diese ursprüngliche Zweibogen-Brücke ist 1899 als Einbogen-Brücke erneuert worden. Mehrere weitere Radeberger Brücken, zum Beispiel die bereits 1762 errichtete Steinbogenbrücke über die Große Röder an der Radeberger Hüttermühle, die Löwenbrücke und die Hundestallbrücke, sind als Kulturdenkmale geschützt.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Region hinaus bekannt ist das Radeberger Biertheater, das als erstes sächsisches Mundarttheater firmiert. Das Privattheater befindet sich im Kaiserhof an der Hauptstraße und bietet Platz für 268 Besucher. Darsteller sind unter anderem Peter Flache, Die Bierhähne sowie Angela Zschaler, Thomas Rauch und Jens Albrecht.

1963 ist der vom Kulturhaus Maxim Gorki getragenen Laienspielgruppe des VEB Rafena-Werkes der Status und Titel eines Arbeiter-Theaters verliehen worden. Dieses bestand bis in die späten 1980er Jahre.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radeberger Exportbierbrauerei

Die bekannteste Spezialität ist das Radeberger Bier. Es ist das erste Bier, das seit 1872 außerhalb Böhmens nach Pilsner Brauart gebraut wurde und damit gleichzeitig das älteste Pils in Deutschland. In der DDR war es als Exportware relativ schwer im Handel erhältlich (zum Beispiel nur in ausgewählten Restaurants). Nach einem Produktions- und Absatzeinbruch direkt nach der Wende sowie dem zeitweiligen Wegfall der Exportmärkte wurde in den letzten Jahren die Brau-Kapazität enorm gesteigert. 2002 benannte sich der Mehrheitseigner der Brauerei, die damalige Binding-Gruppe, in „Radeberger Gruppe“ um.

Eine weitere kulinarische Spezialität Radebergs ist der Original Radeberger, ein Kräuterlikör, der ursprünglich von der Firma Richter hergestellt wurde.

Die Meierei Heinrichsthal wurde 1880 in der Ortslage Heinrichsthal (ehemaliges Vorwerk, zu Radeberg gehörig) gegründet. Bereits 1884 erwarb die Gründerin der Haushaltungsschule und Lehrmeierei Heinrichsthal, Agathe Zeis, das Patent zur Herstellung des Camembert-Käses und war damit die erste in Deutschland, die die französische Käsespezialität herstellen durfte.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In regelmäßigen Abständen finden als größte Veranstaltungen in der Stadt das Radeberger Bierstadtfest, das Brauereifest und das Korchfest statt. Weitere bekannte Events sind das Kohlrabiinselfest, das Ullersdorfer Dorfteichfest, die Sommersonnenwendfeier in Liegau-Augustusbad, das Sommerfest des Sächsischen Epilepsiezentrums Radeberg, das Feuerwehrfest und der Radeberger Weihnachtsmarkt. Zum Tag der offenen Tür laden unter anderem das Schloss, die Sternwarte, das Epilepsiezentrum und die Freiwillige Feuerwehren (auch der Ortsteile) ein. Seit der Eingemeindung von Großerkmannsdorf im Jahre 1999 wird ab 11.11. eines jeden Jahres der Karneval durch den Karnevalsklub Großerkmannsdorf 1967 eingeläutet. Es finden auch Karnevalsveranstaltungen in anderen Radeberger Ortsteilen, wie zum Beispiel in Ullersdorf, statt.

Radeberger Bierstadtfest

Alljährlich im Juni findet das Radeberger Bierstadtfest statt. Dabei wird die Innenstadt für den Fahrzeugverkehr gesperrt, um Platz für Händler, Schausteller und Bühnen zu schaffen. Künstler und DJs sorgen für musikalische Unterhaltung. Mittelalterliche Modenschauen, Showkochen, das Radeberger Bierfassrollen und der Radeberger Funkenflug werden an dem drei Tage dauernden Fest durchgeführt.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Lokalgeschehen in und um Radeberg berichten die Sächsische Zeitung in der Lokalausgabe Rödertal Zeitung, die Heimatzeitung Die Radeberger[12] sowie der WochenKurier.[13]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtbad Radeberg ist ein Freibad mit Schwimm- und Planschbecken, großen Liegeflächen, einem Kinderspielplatz und einem Volleyballplatz. Regelmäßig finden hier das Badfest und andere Veranstaltungen statt. Bis 2012 war das Stadtbad der Austragungsort der Scottish Highland Games Radeberg. 2013 wechselten Veranstalter und Ort des Wettbewerbs.[14]

Der Radeberger SV betreibt mehrere Sportstätten in Radeberg, so das Stadion an der Schillerstraße mit mehreren Fußballplätzen und einer Sporthalle, sowie im Hüttertal eine große Bogenschießanlage. Aufgeteilt in verschiedene Abteilungen bietet der RSV u. a. Handball, Fußball, Tennis, Spielmannszug, Federball, Kegeln, Leichtathletik, Tanzen, Tischtennis, Turnen, Volleyball, Faustball und Bogenschießen an.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof und Busbahnhof in Radeberg

Der Bahnhof Radeberg liegt an der bereits ab 1845 in Betrieb genommenen Bahnstrecke Görlitz–Dresden. Hier verkehren Züge der Länderbahn („Trilex“) und der Städtebahn Sachsen.

Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Asklepios-ASB Klinik Radeberg ist ein Krankenhaus der Regelversorgung mit 125 Betten, das Kleinwachau Sächsische Epilepsiezentrum Radeberg ist das einzige auf Epilepsie spezialisierte Fachkrankenhaus in Sachsen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschule Stadtmitte
Humboldt-Gymnasium, historisches Gebäude rechts und Ergänzungsbau links

Das Humboldt-Gymnasium Radeberg auf dem Freudenberg geht auf die „Städtische Höhere Knabenschule“ zurück, die 1899 gegründet wurde. 1912 bezog das 1904 aus der Städtischen Höheren Knabenschule hervorgegangene Realprogymnasium den Schulneubau auf dem Freudenberg. 1925 erfolgte die Ernennung zum Realgymnasium mit Realschule, und es durften erstmals Schüler in die Abiturstufe aufgenommen werden. Drei Mädchen besuchten erstmals 1914 gemeinsam mit den Knaben die Schule. Nach der Schließung im Jahr 1982 wurde das Gymnasium 1992 neu gegründet und konnte im Frühjahr 2000 nach einer Sanierung des alten Gymnasialgebäudes und der Fertigstellung des Ergänzungs-Baues aus dem bis dahin mitbenutzten Gebäude der ehemaligen „Hans-Beimler-POS“ (Polytechnische Oberschule) an der Waldstraße wieder auf den Freudenberg ziehen.

Des Weiteren gibt es in Radeberg zwei Oberschulen, die Pestalozzi-Oberschule im Stadtzentrum und die Ludwig-Richter-Oberschule in der Ortslage Lotzdorf. In Radeberg gibt es die Grundschule Süd, die Grundschule Stadtmitte sowie die Grundschulen in den Ortsteilen Ullersdorf und Liegau-Augustusbad. Die Grundschule im Ortsteil Ullersdorf hat seit 2008 im Ortsteil Großerkmannsdorf noch eine Außenstelle. Diese ehemalige Außenstelle der Pestalozzi-Oberschule stand vorher leer und konnte mit einer Sondergenehmigung reaktiviert werden, da für eine Zweigleisigkeit in Ullersdorf nicht genügend Klassenräume zur Verfügung standen.

Es gibt darüber hinaus eine Förderschule G und eine Förderschule L sowie ein Berufsschulzentrum.

Die Kreisvolkshochschule Bautzen unterhält in der Heidestraße eine Regionalstelle und bietet dort verschiedene Kurse an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Gottfried Kliemann, Röhrmeister und Zimmerermeister von Radeberg, Ehrenbürger 1846
  • Prinz Georg von Sachsen (1832–1904), Batteriechef der Radeberger Garnison (1852–1854), Ehrenbürger 1853
  • Otto von Bismarck (1815–1898), Verleihung des Ehrenbürgerrechts von 72 sächsischen Städten anlässlich seines 80. Geburtstages, Ehrenbürger 1895
August Max Rumpelt um 1885

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Radeberg verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Adler (1940–2010), Politiker (SPD), sächsischer Landtagsabgeordneter
  • Theodor Arldt (1878–1960), Naturwissenschaftler, Historiker, Schriftsteller und Lehrer
  • Erich Bär (1905–1981), Gründer und langjähriger Leiter der Radeberger Volkssternwarte „Erich Bär“. Namensgeber des Kleinplaneten (319227) Erichbär
Otto Bauer, um 1910

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte, Jahres-Schriftenreihe ab 2004, Hrsg.: Große Kreisstadt Radeberg in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Stadtgeschichte, Im Bibliotheksverbund Bayern OCLC 723808301
  • Radeberger Kulturleben, Monats-Zeitschrift zur Geschichte und zum kulturellen Leben der Stadt Radeberg. Hrsg.: Rat der Stadt Radeberg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturbund, Ortsgruppe Radeberg, 1955–1976. OCLC 312034993
  • Renate Schönfuß-Krause, Klaus Schönfuß: Beiträge zur Radeberger Stadtgeschichte, Artikelserie; Eigenverlag des Verfassers. Mit vielen z. T. historischen Abbildungen und Originalaufnahmen
  • Rudolf Thomas, Helfried Wehner, Rudolf Limpach: Radeberger Marktgeschichten. Hrsg.: Rat der Stadt Radeberg in Zusammenarbeit mit dem Kulturbund der DDR, Ortsgruppe Radeberg. 1989. OCLC 74887857
  • Hans-Werner Gebauer, Klaus Kaulfuß, Wolfgang Seifert: Radeberger Alltagsimpressionen. Sutton Verlag, Erfurt 2009; 128 S.; ISBN 3-86680-542-X. OCLC 492212599
  • Hans-Werner Gebauer, Bernd Lichtenberger: Radeberg. Sutton Verlag, Erfurt 2003; 128 S.; ISBN 3-89702-607-4
  • Hans-Werner Gebauer, Katja Altmann: Radeberg. Sutton Verlag, Erfurt 1999; 128 S.; ISBN 3-89702-110-2
  • Heinrich von Martius: Radeberg und seine Umgebungen. Eine historische Skizze. Bautzen 1828 (Digitalisat). Print book: Bautzen, Weller, 1828. OCLC 174329450
  • Friedrich Bernhard Störzner: Was die Heimat erzählt. Band 1 Ostsachsen, Verlag Arwed Strauch, Leipzig 1904 (Digitalisat) (wikisource). Print book: Leipzig, Strauch 1904. OCLC 162328120
  • Otto Mörtzsch: Kleine Chronik von Radeberg, Zum 500jährigen Jubiläum der Stadt. Mit Nachträgen von Clemens Pfietzmann. Radeberg 1912. OCLC 72623761
  • Rat der Stadt Radeberg: Radeberg – die 750jährige Stadt an der Röder, VEB polydruck, Radeberg 1969, (III-9-157) J 1516/69
  • Rat der Stadt Radeberg: Visitenkarte einer Stadt, Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden, PA Radeberg, (III-9-157) J 928-80-D 83-80

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Radeberg – Quellen und Volltexte
 Commons: Radeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Radeberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Dresden und Sachsen - Landeskunde; Landesgeschichte: Reformation
  3. Ortsgesetz über die Vereinigung der Landgemeinde Lotzdorf mit der Stadt Radeberg. Akte 2.3.000.085 Stadtarchiv Radeberg
  4. Die Bevölkerung des Reichs nach der Volkszählung 1939, Heft 2; Berlin 1941
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  7. Veränderungen Bevölkerung/Fläche für 14 6 25 480 Gemeinde Radeberg, Stadt. In: Regionalregister Sachsen. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 15. Februar 2015.
  8. a b Radeberg – HOV. Abgerufen am 23. Januar 2018.
  9. Wahlergebnisse – Gemeinde Radeberg, Stadt. In: sachsen.de. 2019, abgerufen am 18. Juli 2019.
  10. Lexikon Städte und Wappen der Deutschen Demokratischen Republik, VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig 1979, Karlheinz Blaschke, Gerhard Kehrer, Heinz Machatscheck
  11. Lexikon Heraldik, Gert Oswald, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1984
  12. Die Radeberger
  13. WochenKurier
  14. Neuer Ausrichter will Radeberger Highland Games am Leben erhalten. Mitteilungsblatt Landkreis Bautzen, 13. April 2013, archiviert vom Original am 26. Juni 2013; abgerufen am 18. Juni 2013 (Archivierte Version).
  15. Jan Foitzik: „Sowjetische Kommandanturen und deutsche Verwaltung in der SBZ und frühen DDR. Dokumente“. Berlin; München [u. a.] : De Gruyter Oldenbourg 2015. OCLC 920790755
  16. B. Greve: Heinrich Rudolf Schurig. In: Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte, Band 10. Hrsg.: Große Kreisstadt Radeberg 2012.
  17. a b Mit großer Freude greif ich zur Feder (Memento vom 14. April 2013 im Internet Archive)
  18. Die Apels – eine Dresdner Puppenspielerfamilie zwischen Kaiserreich und DDR (Memento vom 25. September 2012 im Internet Archive)
  19. Kasper, warum hast du so goldene Fäden? (Memento vom 12. September 2012 im Webarchiv archive.is)
  20. Die Apels – eine Dresdner Puppenspielerfamilie zwischen Kaiserreich und DDR – Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Memento vom 25. September 2012 im Internet Archive)
  21. SLUB Dresden