Volker Rieble

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Volker Rieble (* 11. Dezember 1961 in Karlsruhe) ist ein deutscher Jurist und Universitätsprofessor. Er ist seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Arbeitsrecht und Bürgerliches Recht an der Ludwig-Maximilians-Universität München und geschäftsführender Direktor des durch eine Stiftung verschiedener Arbeitgeberverbände finanzierten Zentrums für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht (ZAAR), eines An-Instituts der LMU München.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurde er 1989 promoviert und habilitierte sich 1996. Von 1998 bis Anfang 2004 war er Inhaber des Lehrstuhles für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Mannheim. Anschließend wechselte er nach München an das von ihm mit begründete ZAAR, welches von Arbeitgeberverbänden mittels der dafür gegründeten Stiftung für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht (StAR) getragen wird.[1]

In der Öffentlichkeit erstmals bekannt[2] wurde er durch seinen polemischen Aufsatz in der NJW zum Fall Emmely 2009,[3] der durch seine personenbezogene Wortwahl („Frau Emme ist eine notorische Lügnerin“ „ihr fragwürdiger Rechtsanwalt“) auffiel.[4][5] 2010 fand er den Antrag der Bundesbank, das Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin zu entlassen, als ungerechtfertigt.[6] 2011 erhob er Plagiatsvorwürfe gegen den niedersächsischen Kultusminister Bernd Althusmann (CDU), die aber nicht verifiziert werden konnten.[7] Volker Rieble schlichtete im Tarifstreit am 9. August 2011 erfolgreich zwischen der Deutschen Flugsicherung und der Gewerkschaft der Flugsicherung.[8] In einem Beitrag für die FAS 2012 sah er islamische Friedensrichter in Deutschland als zusätzliche Stabilisatoren unserer Rechtsordnung an.[9] Der Vertrieb seines Buchs "Das Wissenschaftsplagiat – Vom Versagen eines Systems" wurde im Juni 2010 wegen falscher Anschuldigungen gegen seinen Münchener Fakultätskollegen Stephan Lorenz und den Bundesverfassungsrichter Reinhard Gaier vom Landgericht Hamburg verboten.[10][11]

Rieble ist in zweiter Ehe mit der Mainzer Universitätsprofessorin Dagmar Kaiser verheiratet und hat aus beiden Ehen insgesamt vier Kinder. Er ist Mitglied der schlagenden Verbindung Corps Rhenania Freiburg.[12]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kontrolle des Ermessens der betriebsverfassungsrechtlichen Einigungsstelle: entwickelt aus einem Vergleich der Kontrolle behördlichen, gerichtlichen und privaten Ermessens. Heidelberg (Verlag Recht und Wirtschaft) 1990 (Abhandlungen zum Arbeits- und Wirtschaftsrecht), Band 59. Zugleich Dissertation Universität Freiburg 1989, ISBN 3-8005-6889-6.
  • Arbeitsmarkt und Wettbewerb: der Schutz von Vertrags- und Wettbewerbsfreiheit im Arbeitsrecht. (Habilitation) Springer, Berlin u. a. 1996, ISBN 3-540-61260-2.
  • Das Wissenschaftsplagiat – Vom Versagen eines Systems. Verlag Vittorio Klostermann, Frankfurt/Main 2010, ISBN 978-3-465-04101-6 (der Vertrieb des Buches wurde vom Landgericht Hamburg verboten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abhängig beschäftigt. In: Die Tageszeitung. 2. Juli 2011.
  2. Porträt: Rechtsprofessor Rieble, Frankfurter Rundschau vom 3. August 2011.
  3. Barbara Emme: Ein Lehrstück über den Umgang mit der Justiz. In: Neue Juristische Wochenschrift. 2009, S. 2101 (zaar.uni-muenchen.de PDF).
  4. Helmut F. Spinner: Der Fall Emmely – metajuristisch betrachtet als Lehrstück zur Zukunftsfrage der Ultraasymmetrischen Gesellschaft: Kann es Recht und Moral unter sehr Ungleichen geben? In: Matthias Maring (Hrsg.): Fallstudien zur Ethik in Wissenschaft, Wirtschaft, Technik und Gesellschaft. Schriftenreihe des Zentrums für Technik- und Wirtschaftsethik am Karlsruher Institut für Technologie Band 4, Karlsruhe 2011, S. 310, insb. 316, 320. (itas.kit.edu PDF).
  5. Barbara Emme – ein Lehrstück über den Umgang mit der Justiz! In: In: Neue Juristische Wochenschrift. (NJW-aktuell) 31/2009, XX, vgl. Beck-Community zu Riebles Aufsatz; Joel Vogel: Emmely bald wieder vor Gericht? In: Neues Deutschland. 24. Juli 2009, Emmely muss keine Anklage fürchten. Tagesspiegel. 15. Oktober 2009; Julia Bönisch: Wer klaut, gehört gekündigt, Interview mit Rieble der SZ; Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10. Juni 2010, 2 AZR 541/09.
  6. Oliver García: Sarrazin und die Sache mit dem Arbeitsrecht, blog.delegibus vom 7. September 2010.
  7. Martin Spiewak: Bernd Althusmann – Trübe Quellen, Die Zeit vom 6. Juli 2011.
  8. Meldung des Hessischen Rundfunks über den abgesagten Streik vom 9. August 2011
  9. Volker Rieble: Scharia. In: FAS. 17. März 2012.
  10. Beschluss vom 1. Juni 2010 – 324 O 238/10; ebenso AG Hamburg, Urteil vom 23. Februar 2011 – 36A C 243/10 (lorenz.userweb.mwn.de PDF).
  11. Christian Rath: Plagiate in der Forschung: Willkürlich am Pranger. In: Die Tageszeitung: taz. 4. März 2011, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 29. Oktober 2019]).
  12. Anschriftenverzeichnis Kösener und Weinheimer Corpsstudenten. 1995, S. 553.