Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH

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Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 23. Dezember 1965
Sitz Würzburg, Deutschland
Leitung Thomas Schäfer
Mitarbeiter 1.356 (2012)[1]
Umsatz 514,2 Mio. Euro (2012)[1]
Branche Infrastruktur, Energie, Parken, Binnenhäfen, Entsorgung und ÖPNV
Website www.wvv.de

WVV-Konzernzentrale Haugerring
WVV-Firmenlogo

Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) ist ein deutsches Infrastrukturunternehmen und Energieversorger mit Sitz in Würzburg. Die Gesellschaft befindet sich vollständig im Besitz der Stadt Würzburg und versorgt die Stadt und viele Randgemeinden mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen geht zurück auf die Würzburger Stadtwerke, die ihren Ursprung in einem im Jahr 1849 von den städtischen Gremien Würzburgs beschlossenen Projekt zur Beleuchtung der Stadt mit Gaslaternen hatten. Hierzu sollte eine Konzession über Würzburgs Beleuchtung vergeben werden, jedoch kam der Würzburger Magistrat zu dem Entschluss, selbst ein (Holz-)Gaswerk zu errichten. Dieses konnte im Jahr 1855 eingeweiht werden und versorgte anfänglich 616 Straßenlaternen und 150 Haushalte. Am 7. Oktober 1855 erfolgte zudem die erste Theateraufführung „bei Festbeleuchung durch Gas“.[2]

Ebenfalls 1849 beschloss die Stadt Würzburg die Einrichtung eines modernen Brunnensystems mit Wasserwerk und Kanalisation. Unter Bürgermeister Treppner entstand in der Bahnhofstraße, wo auch das erste Gaswerk errichtet worden war, ein die „Bahnhofsquellen“ nutzendes Wasserwerk. Nachdem das Gaswerk 1875 in den Ständerbühl umgezogen war, wurde die Versorgung mit Gas und Trinkwasser wesentlich ausgebaut und weitere Anlagen, so 1880 ein Hochbehälter für die Wasserversorgung des Frauenlands, in Betrieb genommen.[3]

1894 wurde das Wasserwerk in der Mergentheimerstraße in Betrieb genommen und das Reservoir in der Rottendorferstraße erweitert.[4] Nach der Inbetriebnahme des 1899 begonnenen Zeller Wasserwerks kam es 1901 zu einer deutlichen Erhöhung der Wasserpreise und der Einbau von Wasserzählern wurde verpflichtend.[5][6]

1874/75 wurde die alte Gasfabrik durch ein neues Gaswerk ersetzt und Holz als Ausgangsstoff wurde durch Kohle ersetzt. Der im März 1874 begonnene Bau des neuen (heute Alten) Gaswerks in der Ständerbühlstraße wurde im Herbst 1875 fertiggestellt und das Werk 1897 weiter ausgebaut. Heidingsfeld erhielt, noch eigenständig, 1903 ein Gaswerk. Am 20. Juni 1923 wurde ein neues Gaswerk fertiggestellt.[7][8]

Elektrizität war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht allgemein verfügbar. 1884 richtete Georg Beer, der Inhaber eines Biergartens an der Ecke Münzstraße/Rotlöwengasse für diesen eine generatorbetriebene elektrische Beleuchtung ein.[9] In den 1890er Jahren begannen die Planungen für ein Elektrizitätswerk, das unter anderem den Ersatz der privat geführten Pferdebahn durch eine elektrische Straßenbahn zu ersetzen.[10] Im Jahr 1897 errichtete die Elektrizitäts-AG (bis 1893 Schuckert & Co., 1903 aufgegangen in den Siemens-Schuckertwerken) im Auftrag der Stadt Würzburg ein dampfbetriebenes Elektrizitätswerk auf einem stadteigenen Grundstück in der Wallgasse, das am 1. April 1899 in Betrieb ging und anfänglich 45 Abnehmer mit Strom versorgte.

1900 begann die am 10. Juli 1899 gegründete Würzburger Straßenbahnen AG mit der Elektrifizierung der seit 1892 bestehenden Pferdebahn. Bald schon konnte das örtliche Elektrizitätswerk, das 1909 in den Besitz der Stadt[11] kam, den Strombedarf nicht mehr stillen, so wurde das Würzburger Stromversorgungsnetz an das der Überlandwerke Unterfranken AG angeschlossen. Ab April 1923 bezog Würzburg auch Strom aus dem Wasserkraftwerk Untere Mainmühle, das sich im Besitz der Rhein-Main-Donau AG befand.

1927 wurde nach Modernisierungen der Stromversorgung ein neue Umspannwerk in der Prymstraße 4 errichtet.[12] Aus dem Elektrizitätswerk in der Wallgasse, den Gas- und den Wasserwerken (das heutige Tochterunternehmen Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH) entstanden die Stadtwerke Würzburg. Nach schweren Kriegsschäden wurde die Infrastruktur nach dem Zweiten Weltkrieg rasch wieder aufgebaut. Am 11. November 1954 ging das Würzburger Fernwärme-Netz an den Start, das vom neugebauten Heizkraftwerk in der Nähe des Alten Hafens gespeist wurde. Am 23. Dezember 1965 wurden die Stadtwerke Würzburg in die neu gegründete Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH integriert. In die neue Gesellschaft wurden auch Teile der Würzburger Straßenbahn GmbH eingebracht.

Am 10. Dezember 1969 kam es zur Gründung der Würzburger Hafen GmbH, an der die WVV mit 74 % und die Stadt Würzburg zu 26 % beteiligt sind. Seit den 1990er Jahren ist das Unternehmen bestrebt, weitere Geschäftsfelder zu erschließen. Am 5. April 1993 wurde in diesem Bestreben die Würzburger Recycling GmbH gegründet, an der neben der WVV der Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg, die Balthasar Höhn GmbH & Co. KG, die RECON GmbH sowie die Fischer & Söhne GmbH & Co. KG beteiligt sind. Außerdem wurde ergänzend die Kompostwerke Würzburg GmbH ins Leben gerufen. Zusätzlich ist die WVV im Bereich Gewerbeimmobilien und im Betrieb von Parkplätzen tätig.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WVV fungiert als Dachgesellschaft und beherbergt die zentrale Organisation für ihre Tochterunternehmen in folgenden Bereichen:

Außerdem betreibt das Unternehmen den Würzburger Hafen (über die Würzburger Hafen GmbH), ein Kompostwerk (Kompostwerke Würzburg GmbH) und unterhält die städtische Straßenbeleuchtung. Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Vermietung von Gewerbeimmobilien durch die WVV-Wirtschaftsstandort Würzburg Immobilien Management GmbH. Die WVV ist zu 100 % im Besitz der Stadt Würzburg.

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtwerke Würzburg AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stromversorgungsnetz der WVV umfasst eine Gesamtlänge von 2662 Kilometern. Insgesamt werden rund 47.000 Häuser mit Strom versorgt und die 25.888 Straßenleuchten Würzburgs betrieben. Über das Fernwärmenetz werden 1.182 Häuser, vornehmlich in der Würzburger Innenstadt, versorgt.

Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu 100 % im Besitz der WVV. Die TWV ist für die Gewinnung und Beschaffung von Trinkwasser und die Lieferung des Trinkwassers an Dritte, die Betriebsführung der Fernwasserversorgung Mittelmain und der Wasserversorgung Würzburg-Estenfeld sowie den Betrieb des 1956 eröffneten[13] Würzburger Dallenbergbades zuständig.

Würzburger Straßenbahn GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahn am Barbarossaplatz

Der WVV-Anteil liegt bei 74 %, die Stadt Würzburg besitzt 26 % der Anteile. Die WSB ist zuständig für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Würzburg. Sie betreibt auf 19,7 Kilometern Streckennetz fünf Straßenbahnlinien mit einer Länge von insgesamt 42 Kilometern. Außerdem bedient sie mit 40 Bussen und angemieteten Fahrzeugen ein Liniennetz von 439 Kilometern.

NVG Omnibus Betriebs-GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die private Omnibusgesellschaft NVG befindet sich zu 88 % im Besitz der Würzburger Straßenbahn GmbH und ist in den örtlichen ÖPNV eingebunden. Die WSB wird sich in den kommenden Jahren zunehmend auf den Straßenbahnverkehr konzentrieren. Buszukäufe und Neueinstellungen werden künftig ausschließlich durch die NVG getätigt.

Würzburger Hafen GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

74 % der Anteile liegen bei der WVV, 26 % hält die Stadt Würzburg. Auf einem Areal von 87 Hektar, das den Alten Hafen, den Neuen Hafen und den Flusshafen umfasst, wurden im Jahr 2009 348.000 Tonnen an Schiffsgütern und 982.000 Tonnen an Bahngütern umgeschlagen.

Würzburger Stadtverkehrs-GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu 100 % im Besitz der WVV. Die SVG betreibt in Würzburg leistungsfähige Parkhäuser und Parkplätze für über 4000 Fahrzeuge. Für den Endkunden bietet die SVG als Dienstleister rund ums Parken vernetzte Schrankenanlagen, Kassensysteme, Video- und Sprechanlagen und vieles mehr.

Weitere Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Würzburger Kompostierungs GmbH (WKG) zu 100 %
  • Kompostwerk Würzburg GmbH (KWG) zu 100 %
  • Würzburger Recycling GmbH (WRG) zu 50,49 %
  • WVV-Wirtschaftsstandort Würzburg Immobilien Management GmbH (IMG) zu 100 %
  • enPlus eG Erdgas Einkaufsgenossenschaft

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harm-Hinrich Brandt: Würzburger Kommunalpolitik 1869–1918. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), S. 64–166 und 1254–1267; hier: S. 125–128 und 139–144.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2012. WVV; abgerufen am 6. November 2013 (PDF 1,9 MB).
  2. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1229.
  3. Harm-Hinrich Brandt: Würzburger Kommunalpolitik 1869–1918. 2007, S. 141.
  4. Horst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1300, Anm. 44.
  5. Harm-Hinrich Brandt: Würzburger Kommunalpolitik 1869–1918. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), S. 64–166 und 1254–1267; hier: S. 127 f.
  6. Harm-Hinrich Brandt: Würzburger Kommunalpolitik 1869–1918. 2007, S. 141–144.
  7. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. 2007, S. 1231, 1234 und 1237.
  8. Harm-Hinrich Brandt: Würzburger Kommunalpolitik 1869–1918. 2007, S. 125–128.
  9. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. 2007, S. 1232.
  10. Harm-Hinrich Brandt (2007), S. 127.
  11. Harm-Hinrich Brandt (2007), S. 140.
  12. Matthias Stickler: Neuanfang und Kontinuität: Würzburg in der Weimarer Republik. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. Band III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, S. 177–195 und 1268–1271; hier: S. 190.
  13. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1242.