Wüstenheuschrecke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Icon tools.svg

Dieser Artikel wurde aufgrund von formalen oder inhaltlichen Mängeln in der Qualitätssicherung Biologie zur Verbesserung eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Biologie-Artikel auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Bitte hilf mit, diesen Artikel zu verbessern! Artikel, die nicht signifikant verbessert werden, können gegebenenfalls gelöscht werden.

Lies dazu auch die näheren Informationen in den Mindestanforderungen an Biologie-Artikel.

Wüstenheuschrecke
Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria)

Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Heuschrecken (Orthoptera)
Unterordnung: Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
Familie: Feldheuschrecken (Acrididae)
Gattung: Schistocerca
Art: Wüstenheuschrecke
Wissenschaftlicher Name
Schistocerca gregaria
Forsskål, 1775
Einzel-/ Solitaria-Phase (oben) und die Schwarm-/ Gregaria-Phase (unten)

Die Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria) zählt zu den Arten, die als Wanderheuschrecken bezeichnet werden. Sie ist eine kleine, als einzelnes Tier unscheinbare Heuschrecke, die in Schwärmen von bis zu 50 Millionen Tieren wandert.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lebenszyklus der Wüstenheuschrecke besteht aus drei Phasen: dem Ei, der Nymphe und dem geflügelten adulten Tier. Die Kopulation findet statt, wenn ein geschlechtsreifes Männchen auf den Rücken eines Weibchens hüpft und dessen Körper mit seinen Beinen umklammert. Das Sperma wird von der Spitze seines Abdomens auf die Spitze des Weibchens übertragen, wo es gespeichert wird. Der Vorgang kann einige Stunden in Anspruch nehmen und eine Befruchtung reicht für mehrere Eigelege aus.[1] Nach der Paarung legt das Weibchen zwischen 20 und 80 Eier in einer Schaumsäule in die Erde. Die Schaumsäule härtet aus und schützt dadurch die Eier. Die Inkubationszeit vor dem Schlupf der Eier kann je nach Temperatur zwei Wochen oder länger dauern.[2]

Polyphänismus [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Leben der Tiere läuft in zwei Phasen ab, der solitären Phase ("Einzelphase") und der gregären Phase ("Schwarmphase"). In der solitären Phase sind alle Tiere der gleichen Art ortsgebunden. Wenn für eine Generation die Bedingungen besonders gut sind, kann es geschehen, dass sich so viele Larven entwickeln, dass es für die gesamte Population zu eng im momentanen Lebensraum wird und die Heuschrecken zu wandern beginnen. In der gregären Phase gleichen die Tiere ihr Verhalten komplett aneinander an, wodurch sich die Wanderrichtung des Schwarms nicht mehr ändert. Es hat sich gezeigt, dass solitäre Nymphen und Adulte innerhalb weniger Stunden nach der Platzierung in einer überfüllten Situation ein gregäres Verhalten entwickeln können. Hingegen benötigen isoliert aufgezogene gregäre Heuschrecken eine oder mehrere Generationen, um solitär zu werden.[3]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelegentlich auftauchende Heuschreckenschwärme werden von Duméril’s Fransenfingereidechse gerne genutzt. Allerdings bevorzugen manche Heuschrecken wie die Wüstenheuschrecke in der gregären Phase Pflanzen wie Ägyptisches Bilsenkraut, welche Toxine enthalten und sequestrieren diese in ihrem Körper. Sie entwickeln dann einen Aposematismus, indem ihre Färbung intensiviert wird. Duméril’s Fransenfingereidechsen meiden Wüstenheuschrecken mit solcher Warnfärbung, besonders in der gregären Phase.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stanley Baron: Die achte Plage. Die Wüstenheuschrecke, der Welt größter Schädling (OT: The desert locust). Parey, Hamburg, und Berlin 1975, ISBN 3-490-00418-3
  • Stanley Baron, Fotos: viele Fotografen: Heuschrecken - Die Zähne des Windes. In: Geo-Magazin. Hamburg 1978,9, S.112-132. (Informativer, wissenschaftlicher Erlebnisbericht, mit Karte: "Der Flugplan einer Katastrophe" bezüglich: Schistocerca gregaria) ISSN 0342-8311

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schistocerca gregaria – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Locust handbook: 2. Desert Locust-Schistocerca gregaria: Life cycle. Abgerufen am 1. Dezember 2017.
  2. Locust handbook: 2. Desert Locust-Schistocerca gregaria: Life cycle. Abgerufen am 1. Dezember 2017.
  3. Gabriel A. Miller, M. Saiful Islam, Timothy D. W. Claridge, Tim Dodgson, Stephen J. Simpson: Swarm formation in the desert locust Schistocerca gregaria: isolation and NMR analysis of the primary maternal gregarizing agent. In: Journal of Experimental Biology. Band 211, Nr. 3, 1. Februar 2008, ISSN 0022-0949, S. 370–376, doi:10.1242/jeb.013458, PMID 18203992 (biologists.org [abgerufen am 1. Dezember 2017]).
  4. Gregory A. Sword, Stephen J. Simpson, Ould Taleb M. El Hadi, Hans Wilps: Density–dependent aposematism in the desert locust. In: Proceedings of the Royal Society of London B: Biological Sciences 267, Nr. 1438, 2000, S. 63–68, doi:10.1098/rspb.2000.0967 (Volltext).