WERSI

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Wersi Sonic OAX1000 (ab 2015)

WERSI ist ein deutscher Hersteller elektronischer Orgeln.

Die 1969 in Simmern/Hunsrück gegründete Firma WERSI-electronic bot die damaligen analogen Orgelmodelle auch als Bausatz an, was ein großer Teil der Kundschaft bevorzugte. 2010 übernahm die Firma Music Store in Köln die Marke, Vertrieb und Entwicklung der heute Computergesteuerten Orgeln. Seitdem ist der Produktionsstandort das eigenständige Unternehmen WERSI-Studio Hochrhein in Hohentengen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründer des Unternehmens waren die Brüder Wilhelm-Erich und Reinhard Franz aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis. Der Name WERSI setzt sich aus den Anfangsbuchstaben deren Geburtsortes Werlau und denen der Kreisstadt Simmern zusammen.

Die große Anzahl der elektronischen und mechanischen Bauteile erforderte seinerzeit umfangreiche Handarbeit, sodass fertige WERSI-Orgeln für die meisten Musiker unerschwinglich waren. Durch den Selbstbau, dessen Idee von der damaligen Konkurrenzfirma Dr. Böhm adaptiert worden war, wurden größere E-Orgeln von WERSI erstmals für viele Bands und Hobbymusiker interessant. Darüber hinaus bot der Bau einer WERSI-Orgel so manchem Bastler die Möglichkeit, ein Zusatzeinkommen zu erwerben.

Da die Technik zunehmend komplexer und durch Miniaturisierung elektronischer Bauteile eine automatisierte Platinenbestückung erforderlich wurde, gab es später nur noch einsatzbereite bzw. spielfertige Orgeln zu kaufen.

Die Orgeln enthielten 12 einzeln zu stimmende Oszillatoren. Im Gegensatz zu aus Zählschaltungen erzeugten Tönen war ihr Klang daher nicht synthetisch. Spätere Modelle wurden oftmals durch einen integrierten PC mit CD-Brenner und Touchscreen ergänzt.

Der ehemalige Standort des Betriebes befand sich Am Eichelgärtchen 32–36 im Industriegebiet in Halsenbach. Auch heute sind die großen länglichen hallenartigen Gebäude noch zu sehen. Zeitweise wurden auch einzelne weitere Lagerräume im Ort angemietet, in denen die Bauteile gelagert wurden.

Nach der Insolvenz des Unternehmens im Jahr 2010 erwarb die Firma Music Store in Köln die Markenrechte und führt seitdem die Entwicklung und den Vertrieb durch. Die Firma WERSI-Studio Hochrhein in Hohentengen führte die Produktion der Orgeln der OAS-Serien fort und übernahm ab 2015 auch die Produktion deren Nachfolger, der Sonic OAX-Serie.

Modellreihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten von WERSI-electronics hergestellten Orgeln waren die Modelle der OAS Serie (OpenArt-Systems) mit den Bezeichnungen Apollo, Abacus, Ikarus, Xenios, Verona, Scala, Louvre, Gigapiano und Expander. Die Tonerzeugung erfolgt bei diesen mittels verschiedener Methoden wie Sampling, Wavetable, Drawbars (OX7), Analog, FM, VST-Host für bis zu vier Instrumente, Video und MP3, voll digital, wodurch die jeweiligen Stärken der Klangerzeugung gleichzeitig zum Tragen kommen. Eingebaut sind weiterhin ein digitales Mehrkanal-Mischpult, ein Equalizer, ein Effektgeräte sowie Klangfarben von Fremdherstellern.

Die neueste Modellreihe der OAX Serie (OpenArtXtended) wurden von WERSI-Studio Hochrhein entwickelt und ab dem Jahr 2015 produziert. Bei der OAX Serie wurde das Gehäusedesign nur moderat angepasst, die eingesetzte Technik aber grundlegend überarbeitet. Bestimmte Vorgängermodelle (u.a. Verona, Scala, Louvre) können per Hardware-Update nachgerüstet werden.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Armgard Seegers: Firma Wersi fertigt elektronische Orgeln; In:Südkurier, 24. Oktober 2015. Abgerufen am 15. November 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wersi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien