Hohentengen am Hochrhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohentengen am Hochrhein
Hohentengen am Hochrhein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohentengen am Hochrhein hervorgehoben
Koordinaten: 47° 34′ N, 8° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 368 m ü. NHN
Fläche: 27,56 km2
Einwohner: 3720 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79801
Vorwahl: 07742
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 053
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 4
79801 Hohentengen
Webpräsenz: www.hohentengen.de
Bürgermeister: Martin Benz
Lage der Gemeinde Hohentengen am Hochrhein im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Hohentengen am Hochrhein ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut im Bundesland Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hohentengen liegt auf dem nördlichen Rheinbord mit Blick auf die Schweiz. Bei entsprechender Wetterlage bietet sich vom Stettener „Kalten Wangen“ ein Ausblick auf die Schweizer Berge. Hohentengen am Hochrhein besteht aus sechs Ortsteilen: Hohentengen, Lienheim, Herdern, Bergöschingen, Günzgen und Stetten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Klettgau, im Osten an die Schweizer Gemeinden Wasterkingen und Hüntwangen, im Süden an Glattfelden und Weiach, alle im Kanton Zürich, sowie Kaiserstuhl, Fisibach und Rümikon im Kanton Aargau, im Westen wieder an die deutsche Gemeinde Küssaberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den sechs Ortsteilen Bergöschingen, Günzgen, Herdern, Hohentengen, Lienheim und Stetten. Die räumlichen Grenzen der Ortsteile Bergöschingen, Herdern, Hohentengen und Lienheim entsprechen denen der früheren Gemeinden gleichen Namens, die räumlichen Grenzen der Ortsteile Günzgen und Stetten entsprechen denen der früheren Wohnbezirke der Gemeinde Stetten. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name des jeweiligen Ortsteils. Die Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[2]

Zum Ortsteil Bergöschingen gehören das Dorf Bergöschingen und die Höfe Bercherhof, Dachshof, Heiterhof, Krummhof, Schrennenhof und Weilerhof. Zum Ortsteil Hohentengen gehören die Dörfer Hohentengen und Herdern, der Zinken Guggenmühle, die Höfe Engelhof, Neuhof und Unter Juckenhof und die Wohnplätze Klausen und Schloss Rötteln. Zu Lienheim das Dorf Lienheim und die Höfe Eichbühlerhof, Gatterhof, Gfällhof, Sandhof, Schlosshof, Steinlebachhof, Turmhof (bisher Türnenhof) und Vorderer Rohrhof (bisher Wüstrüttehof). Zur ehemaligen Gemeinde Stetten gehören die Dörfer Stetten und Günzgen und das Gehöft Lenkhof.
In Bergöschingen aufgegangen ist die Ortschaft Oberhofen. In Hohentengen aufgegangen ist die Ortschaft Klausen, des Weiteren liegt die Wüstung Weißwasserstelz im Ortsteil Hohentengen. In Lienheim aufgegangen ist die Ortschaft Kohlerhof.[3]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Der Ortsteil Hohentengen ist das Zentrum der Gemeinde und Sitz der Gemeindeverwaltung.
Bergöschingen Bergöschingen, der kleinste Ortsteil wird geprägt von landwirtschaftlichen Gebäuden. Idyllisch gelegen ist Bergöschingen ein Ort der Ruhe und Naturverbundenheit.
Lienheim Lienheim ist der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Hohentengen a.H.
Günzgen Der Ortsteil Günzgen liegt unmittelbar an der Grenze zur Schweizer Gemeinde Wasterkingen. Das Bild des kleinen malerischen Ortes erhielt in langer Planung sein heutiges reizvolles Gesicht.
Herdern Herdern ist der drittgrößte Ortsteil, gelegen am Rheinufer auf halbem Weg zum Flusskraftwerk von Rheinfelden.
Stetten

Der Ortsteil Stetten gehört mit seinen knapp 300 Einwohnern zu den kleinsten Ortschaften der Gemeinde. Stetten liegt am Fuße des Kalten Wangen und liegt wunderschön inmitten von Feldern und Wiesen. Bei entsprechendem Wetter bietet sich den Wanderern vom Kalten Wangen ein grandioser Ausblick auf die Schweizer Alpen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historiker Franz Joseph Mone vermutete in Hohentengen die einstige römische Siedlung Tenedo, der Historiker Joseph Bader bezog dieses noch auf Tiengen, beides gilt heute als widerlegt.

Der Ort gehörte wohl den Grafen von Tengen, deren Grafschaft Tengen mit dem von ihnen gegründeten Ort Eglisau in unmittelbarer Nachbarschaft lag. 1268 wird eine erste Kirche genannt, sie gehörte zum Dekanat Grießen. 1294 verkauft Lüthold von Regensberg die Stadt Kaiserstuhl und den Kirchensatz zu Tengen an Heinrich II. von Klingenberg, Bischof von Konstanz: ich Lŭthold von Regensperch han verkŏffet die stat und die burg zu Kaiserstŭl, diu an der brugge lit, und ŏch den hof zu Tengen mit der kilchun satz, so da in hoeret, Hainrich bischof ze Kostenz und sinem Gotzhuse umb aht hundert march loetiges silbers Kostenzers geweges.

Hohentengen war bis 1803 Teil des Hochstifts Konstanz. Mit der Entstehung der Eidgenossenschaft und mit Bildung der Grafschaft Baden übten die Schweizer Nachbarn zeitweise auch die Gerichts bzw. Exekutivgewalt aus.

1519 wurde eine neue größere Pfarrkirche erbaut. Nach der Überlieferung wurde diese neue Kirche von den Menschen der damaligen Zeit als so monumental empfunden, dass man fürderhin für das Dorf Thengen den Zusatz „bei der hohen Chilchen“ verwendete. Daraus wurde dann später der heutige Name Hohentengen. Die Kirche bot 400 Personen Platz, obwohl das Dorf Thengen damals nur um knapp 200 Einwohner hatte. Ein Zeichen für ihre überregionale Bedeutung. Die Kirche von 1519 fiel im Oktober 1954 einem Brand zum Opfer, archäologische Ausgrabungen in der Kirchenruine förderten die Fundamente der Urkirche aus karolingischer Zeit zu Tage. Beim Wiederaufbau nach dem Brand blieben die Außenmaße unverändert, so dass die Kirche, äußerlich unverändert wie eh und je weit ins Land hinein grüßt.[4]

Die Ortsteile Stetten, Günzgen und Bergöschingen gehörten bis zur Neuordnung durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 zur Landgrafschaft Klettgau, die im Besitz der Grafen von Sulz, später derer von Schwarzenberg war.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[5]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
35,0 %
31,1 %
22,6 %
11,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,2 %p
+4,8 %p
+3,2 %p
-2,9 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,0 5 40,2 6
FW Freie Wähler 31,1 4 26,3 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,6 3 19,4 2
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,2 2 14,1 2
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 59,1 % 61,4 %

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohentengen ist wirtschaftlich sehr eng mit der Schweiz verbunden. Der überwiegende Teil der Bevölkerung arbeitet als Grenzgänger in der Schweiz. Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe werden durch die Schweizer Kundschaft geprägt.

Der Flughafen Zürich ist nicht weit entfernt.[6]

Der Engelhof westlich des Dorfes Hohentengen liegt auf 47.34 Grad nördlicher Breite und wird somit als der südlichste Weinberg Deutschlands bezeichnet.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Südkurier hat in Hohentengen mit seinem Ableger Alb-Bote das Monopol als Tageszeitung. Dazu kommt das Anzeigenblatt „Anzeiger Hochrhein“.

Online berichtet Hierzuland.info über die Gemeinde und die umliegenden Orte.

Auf dem Gemeindegebiet steht der Sender Wannenberg des SWR.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Rötteln

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche mit Wappen von Kaiserstuhler Geschlechtern
Kirche in Stetten

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Skulpturen-Weg entlang beider Rhein-Ufer zwischen Kaiserstuhl, Hohentengen, Weiach und Glattfelden

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohentengen ist der letzte Ort in Deutschland, in dem sich der früher vor allem in Südbaden und der Schweiz verbreitete Brauch der Schädlingsbekämpfung von Wühlmäusen – insbesondere der Großen Wühlmaus von der Art Arvicola terrestris, auch Ostschermaus oder kurz Schermaus genannt – durch eine sogenannte „Mausschwanzprämie“ bis in die Gegenwart (2012) gehalten hat. Die Gemeinde zahlt einen Betrag in Höhe von 50 Cent pro totes Tier. Der Nachweis erfolgt traditionell durch Vorlage der abgeschnittenen Mausschwänze. In der Schweiz ist der Brauch ebenfalls auf dem Rückzug und wird dort nur noch in einigen Gemeinden praktiziert.[7]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Eintracht Stetten stieg 2007 in die Landesliga des Südbadischen Fußball-Verbands auf. Die erste Mannschaft des SC Hohentengen wurde in der Saison 2010/2011 Meister der Kreisliga B. Beide Vereine schlossen sich 2011 zum FC Hochrhein zusammen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fuchs, H.: Hohentengen und die Dörfer des Bohnenviertels: Lienheim, Herdern, Stetten, Günzgen und Bergöschingen: Geschichte und Geschichten, unter Berücksichtigung der historischen Verbindungen zu Kaiserstuhl/Schweiz. Horb am Neckar, 1992. ISBN 3-89264-716-X
  • Fuchs, Herbert: Die Geschichte von Kirche und Pfarrei St.Maria Hohentengen a.H. 2006
  • Fuchs, Herbert: Die Flur- und Wegkreuze auf dem Gebiet der Gemeinde Hohentengen a.H. 2006
  • Fuchs, Herbert: Ein Dorf in der Kriegs- und Nachkriegszeit 1940–1950. 1999
  • Sigg, Eugen Edwin: Lienheimer Geschichtsblätter - Hohentengen-Lienheim (später: Kandel). 1990- /
  • Fuchs, Herbert sen.: Hohentengen a.H., Die alten Höfe auf dem Südranden. 2008 / ISBN 978-3-00-025746-9
  • Fuchs, Herbert sen.: Hohentengen a.H., Die alten Eichen erzählen, 2000 Jahre Geschichte am Hochrhein. 2011
  • Fuchs, Herbert sen.: Hohentengen a.H., Mein Leben auf dem Dorf. 2015

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Hohentengen am Rhein vom 12. Dezember 2000
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 992–994
  4. Herbert Fuchs: Hohentengen und die Dörfer des Bohnenviertels. Horb am Neckar 1992, ISBN 3-89264-716-X.
  5. Statistisches Landesamt BW-Endgültige Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2014
  6. http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Nerviger-Krach-am-Himmel;art4319,1274572
  7. Sebastian Stoll (epd): Schädlingsbekämpfung. In Südbaden bringt die „Mausschwanzprämie“ 50 Cent. In: Die Welt vom 13. März 2012; abgerufen am 28. März 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohentengen am Hochrhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien