Ybbsitz

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Ybbsitz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Ybbsitz
Ybbsitz (Österreich)
Ybbsitz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Amstetten
Kfz-Kennzeichen: AM
Fläche: 104,29 km²
Koordinaten: 47° 57′ N, 14° 53′ OKoordinaten: 47° 57′ 0″ N, 14° 53′ 0″ O
Höhe: 414 m ü. A.
Einwohner: 3.459 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 33 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3340, 3341
Vorwahl: 07443
Gemeindekennziffer: 3 05 43
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 1
3341 Ybbsitz
Website: www.ybbsitz.at
Politik
Bürgermeister: Josef Hofmarcher (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
16
3
3
1
16 
Insgesamt 23 Sitze
Lage der Marktgemeinde Ybbsitz im Bezirk Amstetten
AmstettenArdaggerAschbach-MarktBehambergBiberbachEnnsdorfErnsthofenErtlEuratsfeldFerschnitzHaagHaidershofenHollenstein an der YbbsKematen an der YbbsNeuhofen an der YbbsNeustadtl an der DonauOed-OehlingOpponitzSeitenstettenSonntagbergSt. Georgen am ReithSt. Georgen am YbbsfeldeSt. Pantaleon-ErlaSt. Peter in der AuSt. ValentinStrengbergViehdorfWallsee-SindelburgWeistrachWinklarnWolfsbachYbbsitzZeillernAllhartsbergNiederösterreichLage der Gemeinde Ybbsitz im Bezirk Amstetten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ybbsitz ist eine Marktgemeinde mit 3459 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Amstetten im österreichischen Bundesland Niederösterreich.

Die Gemeinde an der Niederösterreichischen Eisenstraße hat eine große montan–historische Tradition.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ybbsitz liegt in der Eisenwurzen im niederösterreichischen Mostviertel, im Tal der Kleinen Ybbs, einem Nebenfluss der Ybbs. Die Kleine Ybbs, die in ihrem Oberlauf bis Ybbsitz den Namen Schwarze Ois trägt, nimmt im Ort den von Süden kommenden Prollingbach auf.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 104,16 Quadratkilometer. 58,09 Prozent der Fläche sind bewaldet. Hausberg von Ybbsitz ist der direkt südöstlich gelegene Prochenberg.

Nahe Kleinprolling befindet sich der Wallfahrtsort Maria Seesal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 11 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Großprolling (170)
  • Haselgraben (225)
  • Hubberg (117)
  • Kleinprolling (84)
  • Knieberg (222)
  • Maisberg (291)
  • Prochenberg (133)
  • Schwarzenberg (280)
  • Schwarzois (122)
  • Ybbsitz (1.775)
  • Zogelsgraben (97)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Haselgraben, Maisberg, Prochenberg, Prolling, Schwarzenberg, Schwarzois, Waldamt und Ybbsitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Der Name Ybbsitz wird im Jahr erstmals 1107 urkundlich erwähnt und ist slawischen Ursprungs, was, wie andere Ortsbezeichnungen in der Region, auf eine frühe slawische Besiedlung schließen lässt. Im 12. Jahrhundert wurde vom Stift Seitenstetten eine Pfarre gegründet, um die sich ein Ort entwickelte, dem 1480 von Kaiser Friedrich III. das Marktrecht verliehen wurde.

Durch die Nähe zum steirischen Erzberg, den Waldreichtum und die natürliche Wasserkraft entwickelte sich Ybbsitz zu einem lokalen Zentrum der Eisenverarbeitung der Eisenwurzen, das im 16. Jahrhundert seine Hochblüte erlebte. Zahlreiche gut erhaltene montanhistorische Baudenkmäler bezeugen noch die einstige wirtschaftliche Bedeutung des Ortes und sind heute in touristische Konzepte eingebunden.

Ybbsitz ist Mitglied im Ring der Europäischen Schmiedestädte,[2] der sich zum Ziel gesetzt hat, die regionale Vielfalt des Schmiedehandwerks und der Metallgestaltung innerhalb der Einheit Europas auf allen Ebenen zu fördern.

Mit 2010 wurde das Schmieden in Ybbsitz in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
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14,10 %
(-2,68 %p)
5,31 %
(-2,30 %p)


Der Gemeinderat hat 23 Sitze, Bürgermeister der Marktgemeinde ist seit 1998 Josef Hofmarcher, Amtsleiter Martin Reingruber.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP 17, die SPÖ 4, Die Grünen und die FPÖ je 1 Mandat. Bei der Gemeinderatswahl 2010 verlor die ÖVP einen Sitz an die Grünen.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 3.790 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 3.915 Einwohner, 1981 3.858 und im Jahr 1971 3.811 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ybbsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 119, nach der Erhebung 1999 gab es 243 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Erwerbstätige am Wohnort waren nach der Volkszählung 2001 1.662 Personen. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,09 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2003 gab es am Ort 33 Arbeitslose.

Hier hat auch eine der ältesten Firmen Österreichs ihren Sitz. Seit über 450 Jahren stellt die Fa. Riess Produkte aus Metall her. Seit 1980 ist Riess der einzige verbliebene Emailkochgeschirr-Produzent in Österreich. Außerdem wird der bekannte Druckkochtopf Kelomat hier produziert. Die Anzahl der Mitarbeiter schwankt zwischen 50 und 100 (laut Internetpräsenz).[5]

Rathaus in Ybbsitz mit geschmiedeter Plastik „Panta Rhei“ von Alfred Habermann

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ybbsitz liegt an der Grestner Straße (B 22), die von Gstadt über die Grestner Höhe (631 m ü. A.), von der anderen Seite auch Ybbsitzer Höhe genannt, nach Gresten und weiter ins Erlauftal führt.

Die Stadt war mit einer Stichstrecke nach Gstadt an die Ybbstalbahn angeschlossen; diese Stichstrecke wurde mittlerweile jedoch stillgelegt und abgebaut.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Meyer: Geschichte des Marktes Ybbsitz, Ybbsitz 1999, 3. unveränderte Auflage.
  • Martin Prieschl: Urkundenschätze: Aus dem Stadtarchiv Waidhofen an der Ybbs und dem Marktarchiv Ybbsitz Band I 1355 – 1500, Waidhofen an der Ybbs 2009.
  • Martin Prieschl: Enfesselte Gewalten. Ybbsitz und die Hochwässer, Ybbsitz 2012.
  • Martin Prieschl: Zu wahrer Urkund dessen … die Urkunden der Marktarchive Purgstall an der Erlauf, Weyer an der Enns und Ybbsitz, Purgstall an der Erlauf – Weyer an der Enns – Ybbsitz 2013.
  • Martin Prieschl: Die Waidhofner Urkunden des Marktarchivs Ybbsitz und der Urkundenbestand des Marktarchivs Göstling an der Ybbs: Überlieferung und Edition. In. Historische Beiträge des Waidhofner Musealvereins 40 (Waidhofen an der Ybbs, 2015).

Die Marktgemeinde Ybbsitz führt im Gemeindeamt ein umfassendes Archiv, das Einblick in die Geschichte des Marktes und seiner Umgebung bietet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ybbsitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Ybbsitz auf der Seite des Rings der Europäischen Schmiedestädte.
  3. Schmieden in Ybbsitz. Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe, Österreichische UNESCO-Kommission.
  4. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010
  5. Leo Lugmayr, Josef Hofmarcher, Doris Prenn, Friedrich Riess, Email – Werkstoff der Könige – Vom Rohmaterial zum Fertigprodukt, Ybbsitz 2010. (Beschreibung der Emailproduktion mit Schwerpunkt der Produktion in Ybbsitz).