Waldfriedhof Oberschöneweide

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Waldfriedhof Oberschöneweide
Coat of arms of Berlin.svg
Park in Berlin
Waldfriedhof Oberschöneweide
Eingangsbereich mit Kapelle
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Oberschöneweide
Angelegt 1902/1903
Umgebende Straßen An der Wuhlheide
Bauwerke Kapelle
Nutzung
Parkgestaltung Max Stutterheim
Technische Daten
Parkfläche 5,73 ha
Hauptallee
Grabstätte Rathenau
Grabstätte Rathenau (Detail)
Grabstätte Deul

Der Waldfriedhof Oberschöneweide ist ein städtischer Friedhof im Berliner Ortsteil Oberschöneweide im Bezirk Treptow-Köpenick. Er wurde 1902 im Auftrag des Mitgründers der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) Emil Rathenau von Max Stutterheim[1] als Kirchhof an der Waldstraße (im Eichgestell) angelegt[2]. Erst seit der Fertigstellung des Volksparks Wuhlheide hat er die Adresse An der Wuhlheide 131 c.

Beschreibung und Geschichte[Bearbeiten]

Der Friedhof mit einer ursprünglichen Fläche von 1,02 Hektar war ein Geschenk des Fabrikanten Emil Rathenau an die Landgemeinde Oberschöneweide. Rathenau finanzierte auch den Bau der Friedhofskapelle und eines Wohnhauses für den Friedhofsverwalter. Die Einweihung des kommunalen Friedhofs erfolgte im Februar 1903 anlässlich der Beerdigung des Königlichen Försters Franz Witte, der in der Siemensstraße gewohnt hatte.[3] Für Planung und Bau wurde der Architekt und Maurermeister Max Stutterheim gewonnen. Er ließ geometrisch gegliederte Grabfelder anlegen und die Südseite für Erbbegräbnisse herrichten. Die Friedhofskapelle, nach dem Vorbild mittelalterlicher Kapellen als Backsteinbau errichtet, wurde erst nach der Einweihung des Friedhofs 1903/1904 fertiggestellt.[4] In den Jahren 1908 ließ ihn die Stadtgemeinde erstmals erweitern, im Jahr 1920 erhielt er weitere Flächen für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. So belegt er aktuell eine Fläche von 57.338 Quadratmetern. Die Gesamtanlage inklusive der Verwaltungsgebäude und der Kapelle steht seit einigen Jahren unter Denkmalschutz, ebenso wie eine Reihe von besonders herausragenden Grabmälern auf der Fläche.[5]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zudem eine Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus mit einem Sammelgrab und 314 Einzelgräbern eingerichtet.

Grabmäler und Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Grabstätte Rathenau[Bearbeiten]

Das hervorragendste Grabmal des Friedhofs ist das Grab der Familie Rathenau, das 1903 vom Architekten Alfred Messel entworfen wurde.[3] Es handelt sich um eine rechteckige Anlage aus rustiziertem Kalkstein in Formen des zyklopischen Jugendstils. Am gegiebelten Eingang, sind überlebensgroße Figuren des Bildhauers Hermann Hahn eingearbeitet.

Beerdigt sind hier neben Erich Rathenau (1871–1903), der als erster technischer Leiter im Kabelwerk Oberspree wirkte und bei einer Reise nach Ägypten verstorben war, Emil Rathenau († 1915) und seine Frau Mathilde Rathenau (†1926). Das Grab von Walther Rathenau, der 1922 ermordet wurde und sich einen Namen als Industrieller, Schriftsteller und Politiker gemacht hatte, ist als Ehrengrab gekennzeichnet und mit einer Gedenktafel versehen.

Die Grabstätte Rathenau wurde 2011–2012 mit Mitteln der Hermann-Reemtsma-Stiftung umfassend saniert.[6]

Grabstätte Deul[Bearbeiten]

Ebenfalls 1904 entstand das Grabmal für Carl Deul, das wegen Deuls Verdiensten um die Errichtung von Industriegebäuden in Schöneweide ebenfalls als Ehrengrab ausgewiesen ist. Das Grab in der Erbbegräbnismauer des Baumeisters und Architekten ist von einer Trauernden vor einer Stele mit einem Grabmedaillon des Verstorbenen geschmückt. Ein drittes bedeutsames Erbgrabmal ist Familie Engel gewidmet, von denen heute nur noch Otto Engel, der Inhaber der Frister-Lampenfabrik, namentlich erkennbar ist. Das aufwändige Grabmalensemble aus mehreren Säulen und Bronzefiguren wurde 1908 von Franz Feuerhardt und Heinrich Koch erbaut.

Weitere Grabstätten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Hammer: Friedhofsführer Berlin. Jaron Verlag GmbH, Berlin 2001, ISBN 3-89773-081-2
  • Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 2006, ISBN 3-7759-0476-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waldfriedhof Oberschöneweide – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stutterheim Max: Architekt, Edisonstraße, Ober-Schöneweide. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1901, Teil I.
  2. Vororte > Oberschöneweide > Kirchhof. In: Berliner Adreßbuch, 1910, Teil V, S. 317.
  3. a b Ausführliche Informationen über die Grabstätte der Familie Rathenau; (pdf), abgerufen am 1. April 2014
  4. Jörg Bock: Warum nicht in die Wuhlheide? auf Kulturring Berlin mit einigen Details zum Waldfriedhof; abgerufen am 1. April 2014
  5. Waldfriedhof Wuhlheide in der Denkmaldatenbank
  6. Grab von Rathenau für 350.000 Euro saniert
  7. Kühn, Otto: Gastwirt, Ober-Schöneweide, Siemensstraße 1. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1901, Teil I, S. 875.

52.463813.5335Koordinaten: 52° 27′ 50″ N, 13° 32′ 1″ O