Waltraut Cooper

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Waltraut Cooper (* 1937 in Linz) ist eine österreichische Künstlerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Cooper studierte Mathematik und theoretische Physik an der Universität Wien und an der Sorbonne Paris. Nach Lehrtätigkeit an der University of California, Santa Barbara begann sie eine künstlerische Laufbahn und studierte Malerei und Grafik in Lissabon und Frankfurt am Main, gefolgt von Lehrtätigkeit an der Kunstuniversität Linz. Sie spricht Deutsch, Latein, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Polnisch und Russisch.

Die dreimalige Biennale-Venedig-Teilnehmerin (1986, 1995, 2004) zeigte Arbeiten zum Thema Kunst und Wissenschaft bei Festivals und Ausstellungen in bedeutenden Museen und Galerien in Wien, Berlin, Rom, Paris, Montreal, Boston, Washington, New York und Peking.

Cooper gilt als eine Pionierin der digitalen Kunst.[1] Ihr "Klangmikado",[2] das sie 1987 für die Ars Electronica schuf, ist ein Klassiker der digitalen Künste. Wiederholt arbeitet sie in Kooperation mit ihrem Mann, dem Mathematiker James Bell Cooper und ihrer Tochter Angela Cooper.[3]

Ihr künstlerisches Werk mit Schwerpunkt Medien, Licht und Architektur wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.[4] Seit 1980 gehört sie der Künstlervereinigung Künstlerhaus Wien an. Ab 1980 war sie eine zeitlang Mitglied der Künstlervereinigung MAERZ. Sie ist Kuratoriumsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik, Mitglied der International Kepes Society, Hungary und Korrespondierendes Mitglied der Académie Européenne des Sciences, des Arts et des Lettres, Paris. Am 18. Mai 2010 wurde ihr vom Kulturministerium der Berufstitel Professor verliehen.

Werk[Bearbeiten]

Das Kunstmuseum Celle, Ausstellung Einleuchten mit Waltraut Cooper, Hartung und Trenz, Ansicht Haupteingang abends

Mitte der 1970er Jahre entstanden Coopers erste Rauminstallationen. Damit löst sich die Künstlerin zunehmend von tradierten Werkformen und rückt das Licht in den Mittelpunkt ihres Interesses und Schaffens. Sie bespielt ganze Gebäude, Fassaden mit computergesteuerten Licht- und Klanginstallationen, die eine intensive Verbindung zum öffentlichen Raum herstellen. „Kaum eine Künstlerin hat das Spannungsfeld zwischen Poesie und Computer, zwischen Licht und Farbe so vielseitig ausgelotet wie sie“.[5]

Für ihr Großprojekt „REGENBOGENTRILOGIE 1999–2004-2015“ werden in ausgewählten Metropolen historisch bedeutende Bauwerke in farbiges Licht getaucht. Gemeinsam spannen sie einen Regenbogen über das jeweilige Areal - Österreich, Europa, die Welt - als Zeichen von Verbindung zwischen Zeiten, Orten und Menschen. Beginn 1999 in Österreich, am Ende eines Jahrhunderts mit zwei Weltkriegen. 2004 verwirklichte die Künstlerin zur Begrüßung zehn neuer EU-Mitgliedsstaaten einen Regenbogen für Europa. 2015 fand das Projekt mit einem den Planeten umspannenden Regenbogen seinen Abschluss, wobei auf jedem Kontinent ein ikonisches Bauwerk ins Licht gesetzt wird. Gemeinsam spannten sie einen Regenbogen über unsere Welt als globale Geste für Frieden und Verständigung. Der WIENER REGENBOGEN vom Heldenplatz zum Museumsquartier setzte einen Schwerpunkt innerhalb des WELTWEITEN REGENBOGENS: einen doppelter Regenbogen. 2014 wurde die Regenbogentrilogie auf der Architekturbiennale Venedig vorgestellt.

Ausstellungen, Lichtinstallationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1986 Biennale Venedig/Kunst und Wissenschaft
  • 1987 Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, Mathematik in der Kunst der letzten 30 Jahren
  • 1987 Amsterdam: Stedelijk Museum: The Art Machine
  • 1988 Montreal: Images du Futur
  • 1988 Linz: Ars Electronica
  • 1988 Toulouse: F.A.U.S.T.
  • 1989 Boston: SIGGRAPH
  • 1991 New York: Bronx Museum: Third Emerging Expressions Biennale
  • 1995 Arte Laguna/Biennale Venedig
  • 1996 Bonn: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland: Kunst aus Österreich 1896–1996
  • 1999 Paris: Medienfestival: Pour une écologie des médias
  • 2001 Rom: Galleria d´Arte Moderna: Diario
  • 2002 Kopenhagen: Lux Europae
  • 2004 Warschau, Berlin, Rom, Wien, Brüssel, Moskau: Regenbogen für Europa
  • 2005 Karlsruhe: ZKM/Museum für Neue Kunst: Wasserfall
  • 2007 Würzburg: Museum im Kulturspeicher: Blue Lines
  • 2007 Wien: Österreichisches Parlament: Donaustrom
  • 2008 Peking: Olympic Fine Arts
  • 2009 Venedig, Isola Sant´Erasmo: The Light of Sant’ Erasmo.
  • 2010 Istanbul: Europäische Kulturhauptstadt: Lichtflotte
  • 2011 Wien: Leopold Museum: Eclairs Léopold
  • 2012 Budapest: Vasarely Museum: Chance as Strategy
  • 2014 Time Space Existence/Architekturbiennale Venedig
  • 2014 Washington: Strathmore Fine Arts: WHAT’S UP: New Technologies in Art
  • 2015 Wien, Kairo, Peking, Sydney, New York, Curitiba: Weltweiter Regenbogen
  • 2015 Wiener Regenbogen: Hofburg, Kunsthistorisches Museum, Naturhistorisches Museum.

Preise (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Lichtkunst von Waltraut Cooper. Website des ORF (Österreichischer Rundfunk). Abgerufen am 4. Mai 2011.
  2. Klangmikado. Website der Ars Electronica. Abgerufen am 4. Mai 2011.
  3. Waltraut Cooper – Kurzbiographie. In: Oberösterreichische Nachrichten. 12. Dezember 2009. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  4. Basis-Wien, Kunstdatenbank abgerufen am 4. Mai 2011.
  5. Brehm, Cooper, Dorfer in Webpräsenz des Stadtmuseums Nordico in Linz abgerufen am 24. Mai 2011.
  6. Deutscher Brückenbaupreis, Nominierte 2008
  7. Webpräsenz des Künstlerhauses Wien
  8. Prix Ars Electronica, Anerkennung 1990

Weblinks[Bearbeiten]