Warburg Pincus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Warburg Pincus

Rechtsform Limited Liability Company
Gründung 1939
Sitz New York City; Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Charles Kaye, CEO
Mitarbeiterzahl 200 weltweit
Branche Private Equity
Website www.warburgpincus.com

Warburg Pincus, LLC ist ein US-amerikanisches Private-Equity-Unternehmen mit Sitz in New York City.

Unternehmensprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Portfolio umfasst Unternehmen der Branchen Konsumgüter, Industrie & Dienstleistungen, Energie, Finanzdienstleister, Gesundheit, Immobilien sowie Technologie, Medien & Telekommunikation.[1] Bisher sind 20 Beteiligungsfonds aufgelegt worden, aus denen laut eigenen Angaben ca. 97 Mrd. USD (Stand Oktober 2021) in über 960 Unternehmen in mehr als 40 Ländern investiert wurden.[2] Warburg Pincus investiert aus einem globalen Fonds, der im Jahr 2013 mit einem Beteiligungsvolumen von 11,2 Mrd. US-Dollar geschlossen wurde.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurzeln des Unternehmens gehen zurück auf Eric M. Warburg, der zur deutschen Bankiersfamilie Warburg gehörte. Im Jahr 1939 gründete er als Finanzinvestor E.M. Warburg & Co in New York City.

Als Warburg 1965 nach Deutschland zurückkehrte, übernahm Lionel Pincus, ehemals Partner der Ladenburg Thalmann Investment Bank, die Geschäfte. 1966 fusionierte E.M. Warburg mit Lionel I. Pincus & Co. Das neue Unternehmen nannte sich nun E.M. Warburg, Pincus & Co. Lionel Pincus führte das Unternehmen von 1966 bis 2002. Er verstarb 2009.[4]

1983 begann Warburg Pincus seine Investmentaktivitäten in Europa. 1994 wurde das erste Büro in Asien eröffnet. Das Unternehmen ist im Besitz seiner Partner und wird von Chip Kaye (Vorstandsvorsitzender) und Timothy F. Geithner (Präsident) geführt.[5]

Warburg Pincus in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland war Warburg Pincus bis 2014 mit einem Büro in Frankfurt am Main vertreten. 2015 wurde René Obermann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, als Partner in London engagiert;[6] seit 2019 hat Warburg Pincus ein Büro in Berlin.[7] Der Investmentfokus liegt auf mittelständischen Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Medien & Telekommunikation, Gesundheitswesen sowie Energie. Dazu zählten in der Vergangenheit unter anderem Easycash[8] und United Internet.

Beteiligungen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Petrotec, Biodiesel-Hersteller, Anteil für rund 70 Mio. Euro.[9] 2008 Verkauf von rund 42,1 Prozent der Anteile an IC Green Energy Ltd.[10]
  • 2006: Erwerb der Vital Fettrecycling
  • 2006: Erwerb von Easycash, dem führenden deutscher Netzbetreiber für die Abwicklung von kartengestützten, bargeldlosen Zahlungen. First Data, vorheriger Eigentümer von Easycash und ebenfalls im Markt für elektronischen Zahlungsverkehr aktiv, bot 100 Prozent seiner easycash-Anteile über eine Auktion an, an der sowohl strategische als auch Finanzinvestoren teilnahmen. 2009 Verkauf an Ingineco für 290 Millionen Euro.[11]
  • 2008: Kauf des Windproduktionsgeschäfts Conergy Wind von der Conergy. Inzwischen trägt die frühere Conergy Wind Sparte den neuen Namen PowerWind GmbH. Nach der Insolvenz 2012 wurde das Servicegeschäft von GES Deutschland, einer Tochter der spanischen GES Global Energy Services, übernommen. Das Vorrats- und Anlagevermögen und die IP-Rechte gingen an das indische Unternehmen RK Wind.[12]
  • 2009: Minderheitsbeteiligung von 10,003 Prozent an der Kontron, einem internationalen Anbieter von Embedded-Computer-Technologie. 2017 ging Kontron an die S&T.[13]
  • 2011: Minderheitsbeteiligung von 5,29 Prozent an United Internet, einem Internetprovider. Ende 2012 Verkauf der Anteile.[14]
  • 2014: Erwerb von Beteiligung in Blue Yonder, verkauft 2018 an JDA Software.
  • 2015: Erwerb von IPAN, verkauft 2018 an Castik Capital.[15]
  • 2016: Mehrheitsbeteiligung von 59 Prozent an Inexio, verkauft 2019 an EQT Infrastructure.[16][17]
  • 2016: Beteiligung von 33,33 Prozent an 1&1 Internet[18]
  • 2020: Beteiligung an Infoniqa Holding GmbH[19]
  • 2020: Beteiligung an McMakler[20]

Private Equity Fonds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warburg Pincus hat 1971 seinen ersten institutionellen Fonds gegründet und seither 20 Private-Equity-Fonds aufgelegt. Aus diesen Fonds sind über 97 Milliarden Dollar in mehr als 960 Unternehmen in über 40 Ländern investiert worden.[2]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Darstellung des Portfolios auf der Website von Warburg Pincus. Abgerufen am 25. Oktober 2013.
  2. a b Funds - Warburg Pincus. Abgerufen am 31. Oktober 2021 (amerikanisches Englisch).
  3. “Warburg Pincus raises $11.2 billion private equity fund” (Reuters). Abgerufen am 25. Oktober 2013.
  4. “Warburg Pincus founder Lionel Pincus dies” (Reuters). Stand Oktober 2009, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  5. Executive Management (Unternehmenswebsite von Warburg Pincus). Abgerufen am 25. Oktober 2013.
  6. René Obermann hired to track down private equity deals for Warburg Pincus (Englisch) Financial Times. 25. August 2014. Abgerufen am 11. Dezember 2014.
  7. Warburg Pincus legt Fokus wieder stärker auf Deutschland. Abgerufen am 11. März 2020.
  8. Presseaussendung: „Easycash continues growth and expansion strategy across europe with the backing of Ingenico, a leading POS terminal provider“. Abgerufen am 25. Oktober 2013.
  9. „Petrotec - wie geschmiert“ (Focus.de) Stand: 31. Oktober 2006, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  10. „Israelischer Konzern will Biodiesel-Hersteller Petrotec übernehmen“ (merkur-online) Stand: 1. September 2008, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  11. „Warburg Pincus verkauft Easycash“ (finance-magazine.de) Stand 25. September 2009, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  12. „Insolvenzverfahren: Wellensiek und White & Case teilen Powerwind auf“ (juve.de) Stand 20. Dezember 2012, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  13. „Kontron AG erzielt Rekordumsatz von circa 160 Millionen Euro im 4. Quartal“ (mittelstandcafe.de) Stand 14. Januar 2011, abgerufen am 19. November 2013.
  14. „Warburg Pincus steigt aus. United Internet jetzt allein zu Haus“ (boerse.ARD.de) Stand: 4. Dezember 2012, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  15. P. E. N. staff: Warburg Pincus Agrees to Sell ipan to Castik Capital. Abgerufen am 24. September 2019 (britisches Englisch).
  16. inexio KGaA: Geschäftsbericht 2016/2017. Abgerufen am 24. September 2019.
  17. EQT acquires inexio, a leading provider of fiber-optic internet access in Germany - EQT. Abgerufen am 11. März 2020.
  18. WARBURG PINCUS BETEILIGT SICH IM RAHMEN EINER STRATEGISCHEN PARTNERSCHAFT AM GESCHÄFTSBEREICH „BUSINESS APPLICATIONS“ VON UNITED INTERNET. 9. November 2016, abgerufen am 9. November 2016.
  19. Majunke: Warburg Pincus LLC announces strategic partnership with Infoniqa to support future growth. In: MAJUNKE Consulting. 7. September 2020, abgerufen am 25. November 2020 (deutsch).
  20. https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/prop-tech-mcmakler-holt-neuen-investor-an-bord/26642750.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]