Wasserburg Hainhausen

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Wasserburg Hainhausen
ehemaliger Standort der Wasserburg Hainhausen

ehemaliger Standort der Wasserburg Hainhausen

Alternativname(n): Burg Haginhusen
Entstehungszeit: vor 1108
Burgentyp: Niederungsburg, Talburg
Erhaltungszustand: Bodendenkmal
Ständische Stellung: Adel
Ort: Hainhausen
Geographische Lage 50° 2′ 35,6″ N, 8° 52′ 50,9″ O50.0432226686938.8808155059814130Koordinaten: 50° 2′ 35,6″ N, 8° 52′ 50,9″ O
Höhe: 130 m ü. NN
Wasserburg Hainhausen (Hessen)
Wasserburg Hainhausen

Bei der Wasserburg Hainhausen, in alten Urkunden im 12. Jahrhundert auch Burg Haginhusen genannt, handelte es sich um die Stammburg der frühen Herren von Eppstein.[1] Nachdem die Burg im 14. Jahrhundert verlassen wurde, verfiel sie,[2] wurde als Steinbruch benutzt und ist heute als Bodendenkmal nicht mehr sichtbar.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Lage der Wasserburg Hainhausen

In den Feuchtwiesen an der heutigen Burgstraße im Rodgauer Stadtteil Hainhausen im Landkreis Offenbach befand sich, von Rodau, Mühl- und Wallgraben umflossen, die Hainhäuser Wasserburg. Entstanden ist sie im frühen 12. Jahrhundert als Wohnturm der Herren von Hausen (später Haginhusen), wie sich die Eppsteiner bis zu ihrem Umzug nach Eppstein im Taunus nannten.[2] Westlich angrenzend stand seit spätestens 1189 die Hainhäuser Mühle, die bis 1866 als solche betrieben wurde.[3] Mühlen- und Nebengebäude wurden 1998 entfernt.[4][5]

Forschung[Bearbeiten]

Der Standort der ehemaligen Wasserburg ist somit recht gut bekannt, auch wenn Grundmauern und andere Relikte von einer Erdschicht überdeckt sind. Anlässlich der Vertiefung des ehemaligen Mühlgrabens im Jahr 1956 stieß man etwas südlich der Mühle auf die Fundamente eines Turmes von 11 m Durchmesser und 2,25 m Mauerstärke.[6][7]

2010/2011 ließ der Geschichts– und Kulturverein Hainhausen e.V. auf den Feuchtwiesen südöstlich des ehemaligen Mühlengeländes geophysikalische Untersuchungen (Prospektion) durchführen. Die 2012 veröffentlichten Ergebnisse weisen auf einer Fläche von rund 2000 m² in geringer Tiefe massive Strukturen mit geraden Kanten und rechten Winkeln nach[8][9]. Auch Lage und Form des ehemaligen Wohnturms sind durch die Prospektion ersichtlich. Die 1968 veröffentlichte Annahme, es handle sich um einen runden Wehrturm aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und somit um eine Erweiterung der bereits bestehenden Burg[2][6], ist durch die Bodenuntersuchung in Frage gestellt.

Erste Grabungen in dem untersuchten Areal wurden unter Aufsicht der unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Offenbach am Main im August 2012 begonnen. [10]

Ortswappen mit Wasserburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Nahrgang: Stadt- und Landkreis Offenbach a. M.: Studien und Forschungen: Beihefte zum Atlas für Siedlungskunde, Verkehr, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur, Waldemar Kramer Verlag, Frankfurt am Main, verschiedene Hefte 1955–1967
  • Geschichts- und Kulturverein Hainhausen (Hrg.): 900 Jahre Hainhausen, grafic&dtp Thomas Wex, Rodgau, 2008
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Aufl. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 409f.
  • Angela Metzner: Reichslandpolitik, Adel und Burgen – Untersuchungen zur Wetterau in der Stauferzeit. Büdingen 2008/ 2009, ISBN 978-3-00-026770-3, S. 145–152 (Büdinger Geschichtsblätter 21).
  • Johann Wilhelm Christian Steiner: Geschichte und Alterthümer des Rodgaus im alten Maingau. Heyer, Darmstadt 1833.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Wilhelm Christian Steiner: Geschichte und Alterthümer des Rodgaus im alten Maingau., S. 32–39, Heyer, Darmstadt 1833
  2. a b c Karl Nahrgang: Stadt- und Landkreis Offenbach a. M.: Studien und Forschungen: Beihefte zum Atlas für Siedlungskunde, Verkehr, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur, Heft 10, W. Kramer Verlag Frankfurt, 1963
  3. GKH e.V. (Hrg.): 900 Jahre Hainhausen, Seite 58f, grafic&dtp Thomas Wex, Rodgau, 2008
  4. Margarete Zilch und Arnold Haag: Mühlen an der mittleren Rodau, Seite 72, Weiskirchen 2008
  5. Rodgauer Geschichtspfade, Tafel 3 Hainhausen
  6. a b GKH e.V. (Hrg.): 900 Jahre Hainhausen, Seite 57, grafic&dtp Thomas Wex, Rodgau, 2008
  7. Nach anderen Angaben 12,7 m Durchmesser bei einer Mauerstärke von 2,65 m; siehe Thomas Steinmetz: Frühe Niederungsburgen in Südhessen und angrenzenden Gebieten. Ober-Kainsbach 1989, S. 102; Angela Metzner: Reichslandpolitik, Adel und Burgen – Untersuchungen zur Wetterau in der Stauferzeit. Büdingen 2008/ 2009, S. 146 (Büdinger Geschichtsblätter 21).
  8. Frankfurter Rundschau vom 21. April 2012, Seite R15
  9. Offenbach-Post vom 21. April 2012, Seite 42
  10. Bericht in der Offenbach-Post vom 7. August 2012; Gesine Weber, Dagmar Kroemer: Lange bekannt, endlich untersucht – die Burg von Rodgau-Hainhausen. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Hessen-Archäologie 2012. Jahrbuch für Archäologie und Paläontologie in Hessen, S. 161–163.

Weblinks[Bearbeiten]