Karl Nahrgang

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Karl Nahrgang (* 9. April 1899 in Frankfurt am Main; † 23. März 1967 in Eppstein) war ein deutscher Heimatforscher, Kreisbodendenkmalpfleger, Gründer und Leiter des Dreieich-Museums und Archäologe. Er ist der Begründer der Heimatmuseen in Dreieichenhain und Rüsselsheim.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Nahrgang besuchte das Kaiser Wilhelms-Gymnasium in Frankfurt am Main und nahm nach der Einjährigen-Reife am Ersten Weltkrieg teil, erlernte danach den Beruf des Bankkaufmanns, widmete sich aber im Besonderen der Heimatforschung. Insbesondere die Stadtgeschichte in Frankfurt, Offenbach, Seligenstadt, Langen, Dreieichenhain wurden zum Fokus seiner Arbeiten. Besonders intensiv verfolgte er die Erfassung und Auflistung der Bodendenkmäler des Stadt- (1959) und Landkreises (1967) Offenbach am Main und war 16 Jahre Assistent am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz (1925–1940).

Zu Beginn seiner Tätigkeit arbeitete Nahrgang ehrenamtlich in der Hessischen Bodendenkmalpflege. 1924/25 unternahm er Ausgrabungen im Dreieichenhainer Burggarten an der Burg Hain in der Dreieich. Im Frankfurter Heimstättenamt widmete er sich ab 1941 dem Aufbau des Bildarchivs und der Fachbibliothek. Er veröffentlichte 1931–1935 u.a. eine periodisch erscheinende Zeitschrift, das Ländlein Dreieich in Langen. Nach allgemeinen Verbot durch das nationalsozialistische Regime dann 1936–1943 Landschaft Dreieich als Beilage zum Sprendlinger Anzeiger und zur Langener Zeitung. Parallel hierzu publizierte er in zahlreichen Fachzeitschriften und Monographien - so auch den Atlas für Siedlungskunde, Verkehr, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur für Stadt- und Landkreis Offenbach und Bodenfunde der Ur- und Frühgeschichte im Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Nahrgang war auch wesentlich an der Erforschung des Kastell Seligenstadt und seines Vicus beteiligt.

Nahrgangs archäologische Leistungen wurden zahlreich gewürdigt, so durch die Verleihung von Ehrenmitgliedschaften in historischen Vereinen, auch verlieh ihm der Bundespräsident in Würdigung seiner Tätigkeit das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Die Karl-Nahrgang-Schule in Dreieich-Götzenhain wurde in Würdigung seiner historischen Leistungen nach ihm benannt. In der Burg Dreieichenhain wurde am Runden Turm (Bergfried) ein Gedenkstein angebracht mit der Inschrift: Karl Nahrgang, 1899-1967, Heimatforscher der Dreieich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Jorns: Karl Nahrgang †. In: Fundberichte aus Hessen. 7, 1967, ISSN 0071-9889, S. 1–3.
  • G. Hoch: In Memoriam Karl Nahrgang: (9.04.1899-23,03,1967). In: Landschaft Dreieich, Bd. 1(2), 1977, 18–20.
  • Ingeborg Dittler: Zum wissenschaftlichen Werk Karl Nahrgangs. In: Landschaft Dreieich, 1997, 33–51.
  • G. J. Grein: Karl Nahrgang zum 100. Geburtstag. In: Landschaft Dreieich, 1999, 7–29.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]