Weißflanken-Andenkolibri

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Weißflanken-Andenkolibri
Weißflanken-Andenkolibri ♂

Weißflanken-Andenkolibri ♂

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Tribus: Coquettes (Lophornitini)
Gattung: Bergnymphen (Oreotrochilus)
Art: Weißflanken-Andenkolibri
Wissenschaftlicher Name
Oreotrochilus leucopleurus
Gould, 1847

Der Weißflanken-Andenkolibri (Oreotrochilus leucopleurus) oder Weißflankenkolibri ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae), die in Bolivien, Chile und Argentinien vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art ist monotypisch.[1]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißflanken-Andenkolibri ♀

Der Weißflanken-Andenkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 13 bis 15 cm bei einem Gewicht von ca. 7,9 bis 8,4 g. Das Männchen ähnelt sehr dem Estella-Andenkolibri mit dem er im Südwinter geographische Überschneidungen hinsichtlich des Habitats hat. Die Oberseite des Männchens ist graubraun. Die glänzende smaragdgrüne Kehle wird unterhalb durch eine schwarze Linie abgegrenzt. Der Rest der Unterseite ist weiß mit einem auffälligen blauschwarzen Mittelstreifen. Der Schwanz ist abgerundeter, kürzer und breiter als beim Estella-Andenkolibri. Die nach innen gebogenen äußeren Steuerfedern sind nur an der Basis weiß. Das Weibchen ist durchweg graubraun, aber deutlich heller auf der Unterseite. Der Schwanz ist grünschwarz. Weibchen und Jungtiere lassen sich in freier Natur fast gar nicht vom Weibchen des Estella-Andenkolibris unterscheiden, doch sind die äußeren Steuerfedern über die gesamte Länge breiter und haben eine breite dunkel grüne Querbinde. Insgesamt zeigen die äußeren drei Steuerfedern mehr weiß und weniger grün, als dies beim Estella-Andenkolibri der Fall ist, so dass die Binde etwas reduzierter wirkt.[2]

Verhalten und Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weißflanken-Andenkolibri bezieht seinen Nektar hauptsächlich von den Blüten von Barnadesia, Berberitzen- und Chuquiragua-Gestrüpp, sowie größeren Puya-Pflanzen. Vermutlich fliegt er auch Kräuter an.[2]

Lautäußerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gesang des Weißflanken-Andenkolibri ist wenig erforscht. Die Laute beinhalten kurze tsik-Töne. Während der Balz und der Jagd gibt er ein schnelles Gezwitscher von sich.[2]

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brutsaison des Weißflanken-Andenkolibris ist von November bis Dezember. Ein großes kelchartiges Nest wird vertikal an einer Felsenwand angebracht, die normalerweise gut geschützt ist. Ein Gelege besteht aus zwei Eiern.[2]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Weißflanken-Andenkolibris

Der Weißflanken-Andenkolibri bevorzugt Puna mit Zwergbüschen, Zylinderkateen und Puya in Höhenlagen von 1200 bis 4000 Meter. Gelegentlich trift man ihn bis an die Schneegrenze an. Er ist im Süden Boliviens im Departamento Tarija verbreitet, doch gibt es im Winter auch Berichte aus dem Departamento Cochabamba. Das Verbreitungsgebiet zieht sich südlich in das südliche zentralle Chile in die Región del Bío-Bío und den Süden Argentiniens im westlichen zentralen Gebiet der Provinz Santa Cruz.[2]

Migration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Südwinters verlässt der Weißflanken-Andenkolibri normalerweise sein chilenisches Verbreitungsgebiet, doch wurden im nördlichen Chile auch nur Wanderungen in der Höhenlage nachgewiesen. Von Juni bis Oktober existieren Berichte 400 Kilometer nördlicher als üblich bis Departamento Cochabamba.[2]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung des Weißflanken-Andenkolibris erfolgte 1847 durch John Gould unter dem wissenschaftlichen Namen Oreotrochilus leucopleurus. Das Typusexemplar stammte aus den Kordilleren Chiles. Mit der Art führte Gould die neue Gattung Oreotrochilus ein.[3][A 1] Der Name leitet sich aus den griechischen Worten »oros ὄρος« für »Berg« und »trochilus τρόχιλος« für »Kolibri« ab.[4] Der Begriff »Trochilus«, den Carl von Linné 1758 für eine neue Gattung verwendete[5], ist historisch etwas problematisch. Dieser Begriff wurde bereits von Aristoteles für einen Vogel, der den Mund eines Krokodils aufsucht, ohne von diesem verletzt oder gar gefressen zu werden verwendet. Étienne Geoffroy Saint-Hilaire vermutete, dass Aristoteles damit den Krokodilwächter (Pluvianus aegyptius) beschrieb.[6] Der Artname »leucopleurus« leitet sich vom griechischen »leucos μλευκος« für »weiß« und »pleura πλευρα« für »Seite, Rippe«  ab.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jon Fjeldså, Guy Maxwell Kirwan, Peter Boesman in: Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal, David Andrew Christie, Eduardo de Juana: White-sided Hillstar (Oreotrochilus leucopleurus) in Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona.
  • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  • John Gould: Drafts for an arrangement of the Trochilidae, with descriptions of some species. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 15, Nr. 168, 1847, S. 7–11 (biodiversitylibrary.org).
  • Carl von Linné: Systema Naturae per Regna Tria Naturae, Secundum Classes, Ordines, Genera, Species, Cum Characteribus, Differentiis, Synonymis, Locis. 10. Auflage. Band 1. Imprensis Direct Laurentii Salvii, Stockholm 1758 (biodiversitylibrary.org).
  • Étienne Geoffroy Saint-Hilaire: Mémoire sur deux espèces d'animaux nommés Trochilus et Bdella par Hérodote, leur guerre, et la part qu'y prend le Crocodile. In: Mémoires du Muséum d'histoire naturelle. Band 15, 1827, S. 459–474 (biodiversitylibrary.org).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weißflanken-Andenkolibri (Oreotrochilus leucopleurus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IOC World Bird List Hummingbirds
  2. a b c d e f Jon Fjeldså u. a.
  3. John Gould (1847), S. 9–10
  4. James A. Jobling S. 283
  5. Carl von Linné, S. 119.
  6. Étienne Geoffroy Saint-Hilaire, S. 466
  7. James A. Jobling S. 224

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neben dem Weißflanken-Andenkolibri (Oreotrochilus leucopleurus) ordnete er auch den Schwarzbrust-Andenkolibri (Oreotrochilus melanogaster Gould, 1847), den Ecuador-Andenkolibri (Oreotrochilus chimborazo (Delattre & Bourcier, 1846)), den Rotflanken-Andenkolibri (Oreotrochilus adela d’Orbigny & Lafresnaye, 1838)) und den Estella-Andenkolibri (Oreotrochilus estella (d’Orbigny & Lafresnaye, 1838) zu.