Weicher Frauenmantel

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Weicher Frauenmantel
Alchemilla mollis1UME.jpg

Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Frauenmantel (Alchemilla)
Sektion: Erectae
Art: Weicher Frauenmantel
Wissenschaftlicher Name
Alchemilla mollis
(Buser) Rothm.

Der Weiche Frauenmantel (Alchemilla mollis, Syn.: Alchemilla acutiloba var. mollis Buser) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie wird innerhalb der Gattung Frauenmantel (Alchemilla) in die Sektion Erectae gestellt.[1]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiche Frauenmantel ist eine ausdauernde, mehrjährige, große bis sehr große Pflanze. Die Sprossachse (Stängel) ist 20 bis 100 Zentimeter lang. Seine Länge entspricht dem 1,5 bis 3-fachen der Blattstiele. Er ist annähernd vollständig behaart, kahl sind oftmals nur die Blütenstiele. Die Blätter sind bis zu 22 Zentimeter breit, flach, neunlappig und 4 bis 25 % des Radius sind eingeschnitten. Die Endlappen sind 27 bis 45° breit, seichtbogig oder mehr trapezförmig geformt und in der Regel gestutzt. Sie sind auf 0 bis 2 Millimeter ganzrandig (maximal auf 20 %) und weisen 13 bis 21 Zähne auf. Die Zähne sind 1 bis 3 Millimeter lang, was 2 bis 7 % des Spreitenradius entspricht, und 1 bis 4 Millimeter breit. Ihr Verhältnis von Länge zu Breite beträgt 0,35 bis 1,5. Sie sind dreieckig bis breit warzenförmig und spitz bis stumpf. Ober- und Unterseite der Blätter sind weiß behaart, wodurch vor allem die Unterseite weiß schimmert. Die Nebenblätter sind am Grund rosa gefärbt, ihre Öhrchen sind ungefähr doppelt so lang wie breit. Die Nebenblätter am obersten Stängelblatt haben eine Länge von 8 bis 15 Millimeter, sind mit 8 bis 14 Zipfeln gezähnt, gelappt und auf 30 bis 40 % eingeschnitten. Ihre Zipfel sind 0,7 bis 1,5 mal so lang wie breit. Die Monochasien sind dicht, nur selten sind diachsial verzweigt. Die Blütenstiele sind kahl und haben eine Länge von 1 bis 2,5, selten bis 5 Millimeter. Die Blüten sind gelbgrün bis gelb gefärbt und messen 2 bis 3,5 × 3 bis 5 (selten bis 6) Millimeter. Von den Kelchbechern weisen zumindest einige am Grund abstehende Haare auf. Die Kelchblätter sind spreizend und selten leicht behaart. Sie sind 1,2 bis 2-mal so lang wie breit und bis 1,67-mal so lang wie der Kelchbecher. Die Außenkelchblätter sind 0,8 bis 1,2-mal so lang und (0,5) 0,8 bis 1,3-mal so breit wie die Kelchblätter, sowie 1,67-mal so lang wie der Kelchbecher und außen leicht gezähnelt.[1]

Die Blütezeit reicht von Juni bis August.[2]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 102 bis 106.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiche Frauenmantel kommt in Rumänien, Süd-Russland, der Nord-Türkei, dem Kaukasus, Georgien, Armenien und dem Nord-Iran in Hochstaudenfluren und Fettwiesen in Höhenlagen von 900 bis 2100 Meter vor.[2]

In Mitteleuropa ist die Art subspontan anzutreffen. Vermutlich stammen die mitteleuropäischen Pflanzen aus Rumänien. Die Art ist aus Pflanzungen verwildert und hat sich vielfach eingebürgert, beispielsweise in Ortschaften, Friedhöfen und Parks, aber auch in Wiesengesellschaften und auf Flussschotter. Sie ist vom Flachland bis subalpine Regionen zu finden.[1]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiche Frauenmantel wird verbreitet als Zierpflanze für Rabatten, Staudenbeete, Parks und Teichufer, sowie als Schnittblume und für Trockensträuße genutzt.[2] Der Weiche Frauenmantel wird neben anderen Pflanzen der Gattung Alchemilla in der volkstümlichen Medizin Europas verwendet. Er soll gegen Menstruationsbeschwerden (Regelschmerzen) wirken, blutstillend sein und die Umstellung im Klimakterium (Wechseljahre) erleichtern. Als Adstringens soll er bei Durchfall, als Mundwasser bei Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und zum Gurgeln bei Laryngitis (Kehlkopfentzündung) verwendet werden.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Sigurd Fröhner: Alchemilla. In: Hans. J. Conert u. a. (Hrsg.): Gustav Hegi. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band 4 Teil 2B: Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2. Blackwell 1995, ISBN 3-8263-2533-8, S. 13–242.
  2. a b c Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  3. David Hoffmann: Natürlich gesund – Kräutermedizin. Über 200 Kräuter und Heilpflanzen und ihre Wirkung auf die Gesundheit. Hrsg.: Element Books. 1. Auflage. Element Books, Shaftesbury, England, Vereinigtes Königreich 1996, Teil Drei: Das Pflanzenverzeichnis, S. 56 (256 S., englisch: The Complete Illustrated Holistic Herbal. Shaftesbury, England 1996. Übersetzt von Mosaik Verlag).