Welper

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St.-Josef-Kirche mit Pfarrhaus (rechts) in Welper

Welper ist ein Teil der Stadt Hattingen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Der Ort mit 7082 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2014) liegt unmittelbar am Südufer der Ruhr, gegenüber der Stadt Bochum und grenzt an den Hattinger Stadtteil Blankenstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In frühgeschichtlicher Zeit soll sich auf dem Gebiet des heutigen Welper eine germanische Kultstätte befunden haben („Am Klosborn“).

Über Jahrhunderte war das Dorf Welper überwiegend landwirtschaftlich geprägt. 1711 wird am Schulknapp die erste Schule eröffnet. 1825 kam die Bauerschaft Welper zusammen mit Holthausen zur Bürgermeisterei Hattingen, wurde aber 1867 durch Ausgliederung aus Holthausen eine selbständige Gemeinde.[1]

Nachdem im 19. Jahrhundert Eisenerz gefunden wurde, erlebte Welper mit der Eröffnung der Henrichshütte im Jahre 1855 einen erheblichen Aufschwung, der mit der Gartenstadt Hüttenau auch soziale und städtebauliche Aspekte umfasste. Welper war eine eigenständige Gemeinde im Ennepe-Ruhr-Kreis, bevor sie am 1. April 1966 mit Blankenstein zur Stadt Blankenstein vereinigt wurde.[1] Letztere wurde dann ihrerseits am 1. Januar 1970 nach Hattingen eingemeindet.[2]

Heute ist Welper ein Mischbezirk mit Wohngebieten, Geschäften, Schulen und Industrie. Auf dem Gelände der schrittweise zwischen 1986 und 2004 stillgelegten Henrichshütte befinden sich mittlerweile Teile des Westfälischen Industriemuseums, Gastronomie und ein Gewerbepark.

Seit Januar 2009 wird die ehemalige Zweigstelle Welper der Stadtbücherei Hattingen als Bürgerbücherei auf ehrenamtlicher Basis fortgeführt.

Kath. Kirche St. Joseph[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Joseph wurde nach Plänen der Architekten Metzendorf und Schneider 1929 erbaut. Von ihnen stammten auch die Reformsiedlung „Gartenstadt Hüttenau“ in Welper und die Siedlung Margarethenhöhe in Essen. !970 erfolgte eine Sanierung durch die Münsteraner Architekten Kösters und Balke. Das erforderte auch eine Neuordnung im Innern. Der Vorschlag, mit Hilfe des Werkes Henrichshütte ein Bekenntnis zur Arbeitswelt im Revier und spez.im Ortsteil Welper der Stadt Hattingen zu formen, fand breite Zustimmung auch bei der Diözese Essen. Die Inneneinrichtung der Kirche ist ein einmaliges Bekenntnis zur Arbeitswelt Stahl: Brammen bilden den Altar; auch Taufbecken, Tabernakel und Kreuzwegbilder wurden nach Entwürfen von Egon Stratmann in der Lehrwerkstatt der Henrichshütte aus Stahl und Edelstahl gefertigt. Die Werksleitung der Henrichshütte förderte und unterstützte die Arbeiten zur Einrichtung der Kirche. Am autofreien Sonntag,2. Dezember 1973, erfolgte die Altarweihe durch den Bischof von Essen und späteren Kardinal Franz Hengsbach.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 292.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 112.

Koordinaten: 51° 25′ N, 7° 12′ O