Winz-Baak

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Winz-Baak
Stadt Hattingen
Koordinaten: 51° 24′ 53″ N, 7° 10′ 2″ O
Einwohner: 7974 (31. Dez. 2014)
Postleitzahl: 45529
Vorwahl: 02324
Winz-Baak (Nordrhein-Westfalen)
Winz-Baak

Lage von Winz-Baak in Nordrhein-Westfalen

Winz-Baak, bestehend aus den Ortsteilen Winz und Baak, ist ein nördlich der Ruhr gelegener Stadtteil von Hattingen. Er zählt 7974 Einwohner (31. Dezember 2014[1]). Der Name „Winz“ deutet auf Weinbau in längst vergangener Zeit hin. Der Stadtteil grenzt an Bochum-Linden und Welper.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruhrtal bei Winz-Baak

Durch Baak führt von Norden nach Süden die Bochumer Straße, die ehemals zur Bundesstraße 51 (heute Wuppertaler Straße) zählte. Sie ist hier auch Teil eines historischen Handelswegs, der Hilinciweg genannt wird. Als die Ruhrbrücke noch nicht existierte, wurde der Fluss an der „Kölner Furt“ gegenüber dem Isenberg durchquert.

Bis heute trägt Winz-Baak ländliche Züge, doch blickt der Stadtteil auch auf eine Vergangenheit im Ruhrbergbau zurück. Zu den Abbaubetrieben zählten Blücher, Carl Theodor, Der Vater, Friede, Hugo, Maria, Mathias Erbstollen, Mercur, Zeche Neuglück, Rauendahl, Ruhrtal I, Ruhrtal II, Sieben Söhne, St. Mathias Erbstollen, Stephansburger Erbstollen, Zeche Verlorener Sohn. [2]

Bereits 1787 wurden vier Kohlegruben in Baak mit dem Rauendahler Schiebeweg an die Kohlenniederlage an der Ruhr angeschlossen.

Winz war nach der Neuordnung 1815 Mittelpunkt des preußischen Amtes Winz-Hattingen im Kreis Bochum, das sich bis nach Nierenhof und Essen-Horst erstreckte. Die Bauerschaft Baak wurde zum 1. Juli 1818 auf Vorschlag des Bochumer Landrates von Untzen von der Bürgermeisterei Blankenstein abgetrennt und den Bürgermeistereien Bochum und Hattingen angegliedert.

Ansichtskarte, 1899
Ansichtskarte, 1907

Das Gasthaus Königstein war eine Gastronomie an der Stelle, an der die Eisenbahnbrücke Hattingen den Ruhrhang durchschnitt. Inhaber war um 1900 Wilhelm Rossbach.

Die Gemeinde Baak wurde am 1. April 1926 aufgelöst und zusammen mit Dumberg und Niederwenigern nach Winz eingemeindet. Am 15. Mai 1926 wurde Winz um Niederbonsfeld vergrößert. Am 1. August 1929 wechselte die Gemeinde aus dem Kreis Hattingen in den neu geschaffenen Ennepe-Ruhr-Kreis. Ein Teil der Gemeinde wurde gleichzeitig nach Bochum umgegliedert. Am 1. April 1939 wurde ein Teil der Gemeinde Winz in die Stadt Hattingen eingegliedert.[3]

Am 1. Januar 1970 kam die damals bestehende Gemeinde Winz per Gesetz zur Neugliederung des Ennepe-Ruhr-Kreises zu Hattingen.[4]

Die kommunistische Baugenossenschaft Wiederaufbau aus Winz-Baak ging 1942 in den Hattinger Wohnstätten auf.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Winz-Baak gibt es ein funktionierendes gesellschaftliches Leben. Der Männergesangsverein Winz-Baak e.V. wurde im März des Jahres 1903, der VfL Winz-Baak 1912 e.V. mit heute aktiven Abteilungen Tischtennis, Handball, Schießen, Turnen und Fußball im Jahre 1912 sowie die Schachgemeinschaft Winz-Baak 48 e.V. im Jahre 1948 gegründet. Die aktuelle Gemeinschaftsgrundschule Oberwinzerfeld wurde 1961 in Nachfolge der Volksschule Ruhrbrücke bezogen. Die Hauptschule Oberwinzerfeld und die Grundschule Langehorst gehen auf das Jahr 1963 zurück. Es gibt die katholische Kirchengemeinde Heilig Geist und eine evangelische Kirchengemeinde [1], welche die 1991 gegründete Multikulturelle Initiative Winz-Baak unterstützt.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählt das Ruhrtal, durch das auch der RuhrtalRadweg führt. Auf dem ehemaligen Wassergewinnungsgelände in der Ruhrschleife wurden die Wasseraufbereitungsbecken teilweise zurückgebaut und 1998 wurde das Naturschutzgebiet Ruhraue Hattingen-Winz eingerichtet. Der Bauer Alfred Schulte-Stade vom Schultenhof, der auf das Jahr 1232 zurückgeht, hält hier seit 2003 eine Herde Heckrinder.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das schmeckt uns in Winz-Baak. 1984.
  • Harri Petras (Hrsg.): Lebensberichte von Mitmenschen in Winz-Baak von den 20er Jahren bis in die 50er Jahre.
  • Dirk Sondermann: Hattinger Sagenbuch. Essen: Verlag Pomp, 2007, ISBN 978-3-89355-254-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winz-Baak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahl Homepage der Stadt Hattingen
  2. Ullrich Märker: Zechen und Bergbaubetriebe an der Ruhr.
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 296.
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 112.