Werner Friedmann

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Werner Friedmann (* 12. Mai 1909 in München; † 23. April 1969 ebenda) war ein deutscher Journalist und Gründer der Deutschen Journalistenschule.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines jüdischen Kinderarztes verbrachte seine Jugend in Berlin. Nach dem Tod des Vaters zog die aus Bayern gebürtige Mutter mit ihren Kindern aber wieder zurück in ihre Heimat. 1927 Abitur am Wilhelmsgymnasium München. Friedmann arbeitete schon während seines Studiums als Reporter für die Süddeutsche Sonntagspost, deren Chefredakteur Walter Tschuppik ihn förderte. Trotz seiner Diskriminierung durch die Nürnberger Gesetze und seiner Gegnerschaft zur NS-Ideologie wurde Friedmann 1940 zur Wehrmacht eingezogen.

Nach seiner Rückkehr aus der englischen Kriegsgefangenschaft arbeitete Friedmann ab 1945 wieder als Journalist, zunächst als Leiter des Bayernteils für die Süddeutsche Zeitung. 1946 wurde er zusätzlich einer der vier Lizenznehmer und Teilhaber dieses Blattes. 1948 leitete er die Schau-Redaktion, die während der Internationalen Presseausstellung im Haus der Kunst im Auftrag des OMGUS den Deutschen die Bedeutung der Presse für die Demokratie nahe bringen sollte. Zunächst auf nur 41 Tage während der Ausstellung angelegt, wurde die Herausgabe um drei Monate verlängert und dann auf Drängen Friedmanns eine zusätzliche Dauer-Lizenz erteilt: Die Abendzeitung entstand.

1951 bis 1960 war Friedmann Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, wurde aber am 10. Mai 1960 wegen des Verdachts der Unzucht mit Abhängigen verhaftet und aufgrund einer privaten, weithin publizierten Affäre der damals noch strafbaren Anstiftung zur Kuppelei angeklagt und zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. In der Folge trat Friedmann von seinem Posten in der SZ zurück und widmete sich vornehmlich der Abendzeitung, die unter seiner Leitung in den 1960er-Jahren ihre größten Auflageerfolge erzielte.

Friedmann, der schwer zuckerkrank war, starb 1969. Die Abendzeitung wurde in der Folge von Friedmanns zweiter Frau Anneliese als Familienbetrieb weiter geführt. Wolf Schneider urteilte in seiner Autobiographie: "Nur Henri Nannen war ein noch eindrucksvollerer Journalist als er."[1]

1975 errichtete der Verlag der Abendzeitung unter der Leitung von Anneliese Friedmann in Zusammenarbeit mit der Stadt München die nicht-rechtsfähige Werner-Friedmann-Stiftung zur Förderung alter, bedürftiger Künstler und Journalisten in München. Die Stiftung ist Eigentümerin einer Immobilie am Viktualienmarkt, in der 14 Wohnungen zu stark ermäßigter Miete vergeben werden. Außerdem darf die Stiftung weitere geförderte Wohnungen in der Altstadt belegen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hottentottenstottertrottel. Mein langes, wunderliches Leben. Reinbek bei Hamburg 2015. S. 63.
  2. Muenchen.de: Werner Friedmann – Stiftung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]